Zolldienstleistungen

Der Hamburger Hafen als europäischer Seezollhafen

Freihafen war gestern – seit 2013 gelten im Hamburger Hafen die Regeln eines Seezollhafens in der Europäischen Union. Damit ist der Verkehrsfluss im Hafen noch schneller und flexibler geworden. In einem Seezollhafen können Waren innerhalb der EU (Gemeinschaftswaren) zollfrei gelagert, verarbeitet und gehandelt werden. Alle Waren, die aus einem Drittland außerhalb der EU kommen (Nichtgemeinschaftswaren), müssen in dem IT-System ATLAS des deutschen Zolls erfasst werden und dürfen außerhalb von speziellen Zolllagern nur vorrübergehend verwahrt werden. Kontrollen finden in dieser Zeit auf Anordnung der Zollverwaltung an den Zollabfertigungsstellen Windhukkai und Waltershof statt. Darüber hinaus gibt es mobile Kontrolleinheiten des Zolls. 

ZollabfertigungZollabfertigung
 
ZollkontrolleZollkontrolle

Der Wandel vom Freihafen zum Seezollhafen

Mit der Schaffung eines europäischen Binnenmarktes und einer weitgehend elektronischen Zollabfertigung hat der Freihafenstatus, der 125 Jahre lang zur Entwicklung Hamburgs als internationale Warendrehscheibe beigetragen hat, an Bedeutung verloren. Zwei Drittel der Handelsgüter werden heutzutage zollfrei innerhalb der Europäischen Union gehandelt und nur noch selten über einen längeren Zeitraum im Hafen gelagert. Aus diesen und weiteren Gründen haben der Bundestag und Bundesrat auf Antrag des Hamburger Senats Anfang 2011 das „Gesetz zur Aufhebung des Freihafens Hamburg“ verabschiedet. Gut ein Fünftel des Hafengebietes zählte zur Freihafenzone. Nach der zweijährigen Umstellungsphase gelten seit Anfang 2013 für den gesamten Hamburger Hafen die allgemeingültigen Regelungen für Seezollhäfen in der Europäischen Union. Damit sind die besonderen Überwachungsverfahren für die Lagerung und Behandlung von Gemeinschaftswaren im Hafengebiet ebenso wie die zeitaufwendigen und stauverursachenden Leercontainerkontrollen an den Grenzübergängen des Freihafens entfallen.