Zentrum für Startups, junge Techunternehmen & Forschung geplant

05.01.2021 15:18 Wirtschaft

HWSP macht mit 45 Mio. Euro Zuschuss mehr Innovationen made in Hamburg möglich

Hamburg setzt mit seinem im Zuge der Corona-Krise aufgelegten Wirtschaftsstabilisierungsprogramm (HWSP) einen klaren Schwerpunkt im Bereich Innovation: Um Wirtschaft und Wissenschaft noch enger miteinander zu verzahnen, soll in unmittelbarer Nachbarschaft des Gründungs- und Forschungszentrums DESY Innovation Factory II am Vorhornweg ein Ort für Startups und junge, technologieorientierte Unternehmen entstehen. Für das tecHHub wurden vom Senat auf Initiative von Wirtschafts- und Finanzbehörde nunmehr 35 Millionen Euro aus dem HWSP bereitgestellt und im Haushaltsplanentwurf eingeplant. Weitere 10 Mio. Euro sind für die Finanzierung weiterer Innovationsprogramme der Wirtschaftsbehörde vorgesehen – z. B. im Bereich KI.
 
„Mit seiner ausgezeichneten Lage und der top Infrastruktur sehe ich das tecHHub als Magnet für talentierte Forscherinnen und Forscher sowie für Startups und junge technologieorientierte Unternehmen aus den Bereichen Life Science, Medizin- und Biotechnologie“, sagt Wirtschafts- und Innovationssenator Michael Westhagemann. „Ich möchte, dass die Welt auf uns schaut, wenn in einigen Jahren all die Forscher, Unternehmer und Startups am Vorhornweg als Teil der Science City zusammenarbeiten. Hier werden Projekte mit internationaler Strahlkraft durchgeführt. Innovation made in Hamburg!“
 
Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Gezielte Investitionen in Innovationen, in Verknüpfungen von Wirtschaft und Wissenschaft sind ein zentraler Hebel, um aus der Corona-Krise wieder herauszukommen. Die 45 Millionen Euro zusätzlich aus unserem Wirtschaftsstabilisierungsprogramm HWSP sind ein starkes Bekenntnis für den Innovationsstandort, sie werden kurzfristig konjunkturwirksam und schaffen Raum für starke Ansiedlungen in perfekter Lage und für gute Projekte z. B. im Bereich KI. Wirtschafts- und Finanzbehörde haben bei allen Corona-Hilfen immer auch die Zukunftsorientierung unserer Maßnahmen im Blick. Bei der Soforthilfe gab es für Startups Zuschläge, der Corona-Recovery-Fonds ist speziell auf wachstumsorientierte, innovative Kleinunternehmen zugeschnitten und wir haben den Innovationsfonds aus Corona-Mitteln aufgestockt. Auf diesem Weg werden wir auch in 2021 weitergehen. So können wir gestärkt aus der Corona-Krise herauskommen.“
 
Hintergrund
Das tecHHub wird als Gebäude mit circa 10.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche geplant. Mit etwa 60 Prozent wird es einen hohen Anteil an Laborflächen haben sowie Büros und ausreichend Raum für Vernetzung bieten. Die künftigen Nutzerinnen und Nutzer sollen möglichst
 
flexibel arbeiten können. So wird es kombinierbare Mietflächen mit unterschiedlichen Ausstattungen, Größen und Servicepaketen geben – und neben Individualbüros und -laboren auch shared labs, open space-Arbeitsplätze, gemeinsame Infrastrukturnutzung und Flächen für Veranstaltungen und Networking.
 
Das tecHHub soll etwa gleichzeitig mit der DESY Innovation Factory II im Jahr 2025 fertig werden. Weil aber viele potentielle Nutzerinnen und Nutzer schon jetzt auf der Suche nach geeigneten Räumen sind, sagt Senator Michael Westhagemann: „Wir wollen die besten Talente hier halten bzw. ansiedeln. Deshalb wollen wir den Überholgang einlegen und arbeiten gemeinsam mit dem DESY und der Hamburg Invest Entwicklungsgesellschaft schon jetzt an der Idee einer kurzfristigen Containerlösung. Dabei denken wir an ein tecHHub Village, das angrenzend an das eigentliche tecHHub-Gebäude entstehen wird. 1.400 Quadratmeter, zweigeschossig mit Platz für etwa 40 Labore. Hinzu kommen auch hier Büros, ein Community Center mit Besprechungsräumen und Platz für Veranstaltungen. Schon nächstes Jahr, im zweiten Quartal, sollen die ersten Nutzer einziehen. Damit schaffen wir jetzt schon Fakten und starten die erste Stufe des tecHHubs.“
 
Dr. Arik Willner, Chief Technology Officer bei DESY sagt: „Wir freuen uns über den Beschluss des Senats, den Innovationspark Altona bei DESY durch das TechHub Village weiter zu stärken. Wir werden über unser Technologie- und Gründerzentrum, der DESY Innovation Factory, welches in direkter Nachbarschaft zum TechHub Village gebaut wird, eng mit den Akteuren des TechHub Village zusammenarbeiten. So können wir das Innovations-Ökosystem in Hamburg-Bahrenfeld für Hightech-Unternehmen noch attraktiver machen.“
 
Willner ergänzt: „Die Entwicklungen in der Science City Hamburg Bahrenfeld und im angeschlossenen Innovationspark sind aus DESYs Sicht einzigartig und werden dafür sorgen, dass dieser Innovations-Standort mittelfristig im internationalen Vergleich nicht mehr wegzudenken sein wird.“
 
Ein Element im tecHHub-Village soll das Fabrication Laboratory werden. Dort wird die Fertigung von Morgen erlebt werden können. 3D-Drucker und andere computergesteuerte Maschinen werden bereit stehen, um Kunststoffe, Holz und weitere Materialien präzise verarbeiten zu können. Das FabLab soll ein Ort werden, den alle Interessierten nutzen, neue Technologien ausprobieren oder vermitteln können. Das FabLab wird die Vernetzung des Campus mit dem Stadtteil herstellen und die interessierten Nachbarinnen und Nachbarn integrieren.
 
Der Senat hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Hamburg ein Netz von Innovationsparks zu errichten mit Fokus auf die Standorte Altona, Bergedorf, Harburg und Finkenwerder. Ziel ist es, durch Förderung von Netzwerken und Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft den Technologie- und Wissenstransfer zu stärken und wertvolle Innovations- und Wertschöpfungsketten abzubilden, um Fachkräfte und Unternehmen anzuziehen.
 
Der Innovationspark Altona am Vorhornweg und damit das tecHHub versprechen durch die Einbettung in das Ecosystem der Science City Hamburg Bahrenfeld herausragendes Potential. Mit der Science City baut die Stadt einen völlig neuen, innovativen und wissenschaftsgeleiteten Stadtteil auf. Das Paket aus exzellenten Forschungsbedingungen und attraktivem Wohnen mit kurzen Wegen, spannender Architektur und der Nähe zum Grünen, wird kluge Köpfe nach Hamburg locken. Dieser Stadtteil wird hamburgweit seinesgleichen suchen und zu einer lebenswerten Stadt beitragen.
 
Das Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramm (HWSP)
Der staatlichen Investitionstätigkeit und Aufgabenerfüllung kommt gerade angesichts der Größe der Corona-Pandemie eine besonders wichtige Rolle zu. Deshalb hat der Senat mit der Aufstellung des Doppelhaushalts 2021/2022 ein Wirtschaftsstabilisierungsprogramm aufgelegt, welches die Nachfrage ankurbeln und die Investitions- und Innovationstätigkeit stärken wird, um damit durch zusätzliche Anstrengungen die hamburgische Wirtschaft über das Haushaltsjahr 2021 hinaus zu stabilisieren und die sozialen Folgen der Pandemie abzufedern.
 
Voraussetzung für die Berücksichtigung im Rahmen des HWSP ist, dass die geplanten Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden und ihre stabilisierende Wirkung somit unmittelbar entfalten können. Damit wird der Senat einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der ökonomischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie leisten und die Hamburger Wirtschaft bei ihrer Rückkehr auf einen langfristigen und stabilen Wachstumspfad unterstützen.
 
Mit dem HWSP sollen in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt rund 900 Mio. Euro in diverse kurzfristig wirksame bzw. vorgezogene städtische Maßnahmen gelenkt werden, um einen Beitrag dazu zu leisten, dass insbesondere die Hamburger Wirtschaft durch verlässliche und verstärkte staatliche Investitionstätigkeit aus der Corona-Krise kommt. Im Mittelpunkt des Programms stehen insbesondere die wichtigen Zukunftsthemen Klimaschutz, Mobilitätswende, Digitalisierung, Forschung, Bildung und Innovation. Die Mittel sollen dabei insbesondere für konjunkturell wirksame Maßnahmen der Sanierung und des Ausbaus der städtischen Infrastruktur (z. B. in Schulen, Hochschulen, im Sport oder den Bezirken), für IT- und Digitalisierungsprojekte, für Klimaschutzmaßnahmen sowie für Förderungen in den Bereichen Gesundheit und Arbeitsmarkt, aber auch Kultur und Tourismus eingesetzt werden. Dabei stehen sowohl gesamtstädtisch relevante Maßnahmen, wie auch Projekte in den Bezirken und Stadtteilen im Fokus, da gezielte Konjunkturimpulse auch vor Ort in den Stadtteilen wirksam werden sollen. Insbesondere die Ko-Finanzierung von aktuellen, ebenfalls der Krisenbewältigung dienenden Bundesprogrammen soll durch das Wirtschaftsstabilisierungsprogramm sichergestellt werden.
 

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