Süddeutscher Export zurück auf Vorkrisenniveau

03.03.2022 11:25 Wirtschaft

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stiegen die Warenausfuhren aus Bayern um 12,9 Prozent auf 189,9 Milliarden Euro und liegen damit 220 Millionen Euro über dem Ergebnis von vor der Corona-Krise. In Baden-Württemberg ist die Steigerung bei den Ausfuhren mit 16,9 Prozent noch deutlicher. Auch das Importvolumen ist für Bayern (+17,2 Prozent) und Baden-Württemberg (+14,1 Prozent) gewachsen. Bayern ist für den Umschlag von rund 700.000 Standardcontainern (TEU) im Hamburger Hafen verantwortlich, Baden-Württemberg für 340.000 TEU.

Die Außenhandelszahlen des letzten Jahres zeigen in Süddeutschland einen erfreulich positiven Trend. Mit einem Anstieg über das Vorkrisenniveau hinaus stehen die Zeichen der exportstarken Wirtschaft auf Wachstum. Trotzdem ist die Stimmung getrübt. Gestörte Lieferketten und Materialengpässe bremsen die Unternehmen aus, der Ukraine-Konflikt wird die Exporte erheblich beeinträchtigen. Zudem übersteigen in Bayern die Importe das dritte Jahr in Folge die Exporte.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärte in einer Stellungnahme zu den jüngst veröffentlichten Wirtschaftszahlen: „Der deutliche Anstieg der Exporte über das Niveau des Vorkrisenjahres 2019 hinaus ist ein Lichtblick. Die bayerische Wirtschaft hat sich aus dem Corona-Tief befreit“. Dennoch könnten die Zahlen nicht verdecken, dass die Unternehmen weiter mit Unsicherheiten in der Rohstoff- und Vorproduktebeschaffung kämpfen, so der Staatsminister. :
Getragen wurde die positive Entwicklung im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg vor allem durch die Exporte in die USA (+ 25,4 Prozent) und China (+ 15 Prozent), den größten Handelspartnern Baden-Württembergs. Mit 62,8 Prozent entfällt der größte Außenhandelsanteil auf Europa. Hier war ein Plus von 17,1 Prozent zu verzeichnen.

Bei den Handelsgütern liegt die Exportstärke Baden-Württembergs nach wie vor auf Kraftfahrzeugen, Maschinen und Pharmazeutischen Erzeugnissen. Bei den Importen lag China auf dem ersten Platz der Handelspartner mit einem Plus von 22,8 Prozent, die USA liegen auf dem vierten Platz.

Wichtigster Einzelmarkt für Waren „Made in Bavaria“ waren im vergangenen Jahr erneut die USA mit insgesamt 19,9 Milliarden Euro (plus 15,8 Prozent). Es folgen China mit 17,6 Milliarden Euro (plus 12,7 Prozent) und Österreich mit 15,9 Milliarden Euro (plus 20,9 Prozent). Die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich sanken entgegen dem Trend gegenüber dem Vorjahr um 7,8 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro.

Auch die Importe nach Bayern haben 2021 mit einem Plus von 17,2 Prozent kräftig zugelegt und erreichen mit 211,8 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Das Außenhandelsdefizit beunruhigt nicht nur den Wirtschaftsminister. Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) nennt verschiedene Gründe für die die anhaltende Exportschwäche Bayerns: Zu der seit Jahren handelspolitisch angespannten globalen Lage würden sich inzwischen Preisanstiege bei Rohstoffen und Vormaterialien, die generelle Materialknappheit und noch immer pandemiebedingte Störungen in den Lieferketten als Dämpfer für die bayerischen Exportunternehmen erweisen. Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer des (BIHK) zufolge werde zunehmend auch mehr in den Absatzmärkten selbst wie zum Beispiel in China produziert. Weiterhin sinken Pkw-Exporte aus dem Freistaat kontinuierlich, während Importe von Autos steigen.

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