Russland: Moderates Wachstum in der Hafenwirtschaft für 2022

27.01.2022 09:40 Wirtschaft

Die meisten Häfen steigerten im vergangenen Jahr ihren Umschlag, obwohl es viele Probleme bei der Verfügbarkeit von Leerequipment und Platzmangel auf Seeschiffen gab.

Der Gesamtgüterumschlag der russischen Seehäfen belief sich von Januar bis Dezember 2021 auf 835,21 Mio. Tonnen. Das ist ein Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2020. Gegenüber dem Vorpandemiejahr 2019 ist ein Rückgang des Güterumschlags um 0,6 Prozent (von 840,3 Mio. Tonnen) zu verzeichnen. Der Containerumschlag der russischen Seehäfen belief sich im Jahr 2021 auf 5,63 Mio. TEU und übertraf damit den Wert des Jahres 2020 um 6,2 Prozent (5,3 Mio. TEU).
Die Häfen des Ostseebeckens bewältigten 252,84 Mio. Tonnen, Das ist ein Plus von 4,7 Prozent. Dabei sind Trockenladung mit +4,8 Prozent und Flüssigladung mit +4,6 Prozent fast gleich auf. Der Containerumschlag der Häfen des Ostseebeckens belief sich auf 2,5 Mio. TEU, was einem Zuwachs von 3,2 Prozent gegenüber 2020 entspricht.

Der Güter- und Containerumschlag der Häfen der Region Fernost hat sich erhöht, da die Nachfrage nach Warentransporten durch die Häfen mit Weitertransport auf der Schiene sowohl in Richtung des zentralen Teils Russlands als auch in Europa gestiegen ist. Im Ergebnis schlugen die Häfen des Fernostbeckens 224,31 Mio. Tonnen um und damit 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Containerumschlag in den Fernosthäfen wuchs gar um 10,9 Prozent auf 2,12 Mio. TEU.

Der landseitige Güterverkehr im Transit von China nach Europa über Russland und Kasachstan und zurück verzeichnete eine Verdopplung. Es gibt zudem eine Tendenz, russische Exportprodukte per Bahn nach China und in andere südostasiatische Länder zu transportieren.

Unter den Trends ist auch der aktivere Eintritt der größten Seelinienbetreiber in den Speditionsmarkt zu erwähnen. Sie versuchen aktiv, Spediteure zu verdrängen und direkte Verträge mit Frachteigentümern abzuschließen, unter anderem indem sie sich weigern, Frachtraten und Tarife bereitzustellen.

Im Zusammenhang mit den Problemen mit Leerequipment ist die Nachfrage nach dem Kauf von Container-Equipment gestiegen. Alle Bahnbetreiber in der Russischen Föderation kündigten eine Aufstockung der Flotte im Jahr 2021 und umfangreiche Pläne für 2022 an.

Der Markt der internen Lager für den Online-Handel und die lokale Lieferung entwickelt sich aktiv. Schon jetzt mangelt es an Arbeitskräften und Lagerflächen. Viele Online-Shops haben 2021 trotz allgemein sinkender Kaufkraft der Bevölkerung und steigender Inflation neue Distributionszentren eröffnet. Das russische Statistikamt „Rosstat“ gab bekannt, dass die Inflationsrate Ende 2021 bei 8,39 Prozent lag, - die höchste seit 2015.

Probleme und Unterbrechungen in der Versorgung mit Komponenten für die Montage und Produktion haben viele Branchen getroffen. Daher stellten sich Fragen zur Notwendigkeit, die Produktion von Ersatzteilen an den Montageort zurückzubringen und die Produktion zu lokalisieren. Dies wirkte sich erheblich auf die Montage von Autos in Russland aus.

Die Prognosen für 2022 hängen von der globalen Entwicklung der Pandemie ab. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass sich in der zweiten Jahreshälfte die Produktions- und Transportketten normalisieren und die Grenzen geöffnet werden, um ausländische Arbeitskräfte anzulocken. Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass die Regierung und die Zentralbank der Russischen Föderation große Anstrengungen unternehmen werden, um die Inflation zu reduzieren. Entsprechend rechnen wir auch mit einem moderaten Wachstum zwischen zwei und fünf Prozent in der Hafenwirtschaft. Gleichzeitig wird der Eisenbahntransport von Containern im Transit wohl weiter wachsen.

Russland: Moderates Wachstum in der Hafenwirtschaft für 2022

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    • Ralf Johanning

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