Rekordzahlen in polnischen Häfen

21.01.2022 14:03 Wirtschaft

Das vergangene Jahr war in Polen von Störungen in den Lieferketten geprägt. Trotz vieler Widrigkeiten werden die polnischen Seehäfen aller Wahrscheinlichkeit nach, mit einem Umschlagwachstum abschließen – und zwar auch im Vergleich zum Jahr 2019. Demnach wuchs der Containerumschlag um 3,5 Prozent im Zeitraum Januar bis Oktober. Im Vergleich zum Jahr 2020 stieg das Wachstum gar um 9,5 Prozent. Die Entwicklung hat sich im vierten Quartal fortgesetzt. So meldete Gdansk einen Containerumschlag für das Jahr 2021 von 2,12 Mio. TEU. Das ist ein Plus von 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit 986 Tsd. TEU weist der Hafen Gydnia ein Plus von 8,9 Prozent aus. „Alle Beteiligten in den Transportketten hatten viel mehr Arbeit, um die gleiche Leistung zu erzielen“, stellt Maciej Brzozowski, HHM-Repräsentant in Warschau, fest und ergänzt: „Ich kann mich nicht an so ein turbulentes Jahr in der Seeverkehrsindustrie wie 2021 erinnern.“

Zu kämpfen hatte der Im- und Export insbesondere mit Schiffsverspätungen. Sie sind keine Ausnahme mehr. Dies trägt noch immer zu Überlastungen der Containerterminals bei, die einige Sondermaßnahmen, wie Einschränkungen der Exportcontaineranlieferung, einführen mussten.
Weitere Unsicherheiten treffen zunehmend das Straßenverkehrsgewerbe. Die Transportunternehmen müssen sich intensiv mit einem Mangel an Lkw-Fahrern und steigenden Kosten auseinandersetzen. Darüber hinaus übernehmen die Reeder zunehmend die Kontrolle über die gesamte Transportkette und kooperieren direkt mit den Verladern. Daher ist eine Marktkonsolidierung bei den Spediteuren zu erwarten.

Waren die Hinterlandanbindungen in Polen bisher von Lkw-Verkehren geprägt, so soll sich das jetzt ändern. Die polnische Regierung initiiert große Bahninfrastrukturprojekte in den Häfen. In Gdansk wurde der Zugang zum Containerterminal verbessert und ein Bahnterminal ausgebaut. In Gdynia ist die Bahnstation Gdynia-Port modernisiert worden, was die Leistung der Bahn im Hafen nicht nur erhöhen, sondern auch ins 21. Jahrhundert schieben soll.

Unter Corona-Pandemie wurde die Abwicklung von allen hafenbezogenen Vorgängen deutlich schwieriger. Ohne den 24/7-Service im Hafen wäre es nicht mehr möglich. So kam es schon vor, dass einzelne Containerzüge in die ausgewählten Containerterminals in Gdynia nicht einfahren konnten. Ein zeitbegrenzter Betrieb des Terminals würde seine Kapazität weiter einschränken und Störungen verursachen.

Alle diese Probleme werden wahrscheinlich auchin diesem Jahr spürbar sein. Ob es zu einer Entspannung zum Ende des Jahres kommt, ist schwer einzuschätzen. Im ersten Quartal ist diese jedoch nicht zu erwarten.

Rekordzahlen in polnischen Häfen

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