IfW-Studie unterstreicht die enorme Bedeutung des NOK für ganz Deutschland und Europa

14.06.2021 01:00 Wirtschaft

Im Zusammenhang mit der Diskussion um die coronabedingte Aussetzung der Befahrungsabgaben für den Nord-Ostsee-Kanal hat die Initiative Kiel-Canal e.V. beim Institut für Weltwirtschaft (IfW) eine Studie in Auftrag gegeben, die den gesamtvolkswirtschaftlichen Nutzen des Nord-Ostsee-Kanals ebenso untersucht wie seinen Beitrag zur Erreichung der gesetzten Klimaschutzziele.

„Endlich ist wissenschaftlich bestätigt, dass der NOK nicht nur für den Norden wichtig ist, sondern mit der Schaffung von 570 Mio. Euro volkswirtschaftlichem Nutzen pro Jahr eindeutig eine gesamtdeutsche Bedeutung hat.“, betont Jens B. Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal.

Die Studie unterstreicht im Ergebnis die hohe volkswirtschaftliche und klimapolitische Relevanz des Nord-Ostsee-Kanals und unterstützt damit das hohe Interesse und die gegenwärtige Bemühung, den Nord-Ostsee-Kanal zukunftsfähig zu gestalten.

Nach Knudsens Aussage müsse nun alles dafür getan werden, den Empfehlungen des IfW  zu folgen. „Ein flexibles Abgabensystem, welches auf veränderte Treibstoffkosten für Schiffe reagiert, sorgt dafür, dass Reeder den NOK nicht mehr aus Kostengesichtspunkten umfahren müssen“ stellt der Vorsitzende der Initiative Kiel-Canal fest. Jedes Schiff im NOK ist ein Gewinn für alle Beteiligten, da einerseits die Umwelt durch eine kürzere Seestrecke geschont wird und andererseits der volkswirtschaftliche Nutzen für die Bundesrepublik sichergestellt wird. Auch in Zeiten knapper Mittel muss sichergestellt werden, dass die laufenden und zukünftig geplanten Baumaßnahmen nicht verzögert werden.

Knudsen merkt an, dass schon bereits jetzt die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt nicht mehr ausreichende Mittel zur Verfügung hat, um notwendige anstehende Maßnahmen zu beauftragen. Mit Sorge blickt Knudsen in die Zukunft, denn die Schifffahrt braucht eine verlässliche Transitzeit ohne Wartezeiten vor den Schleusen oder im Kanal.

„Um den Status quo des NOK sicherzustellen müsste im Bereich der Wartung und Instandhaltung dem WSA Nord-Ostsee-Kanal mehr Personal zur Verfügung gestellt werden. Ohne eine sofortige Aufstockung der Ingenieurs- und Technikerstellen werden sich die Kunden des NOK in Zukunft auf längere Instandhaltungs- und Reparaturmaßnahmen einstellen müssen.“ betont Knudsen. Nach seiner Ansicht sei es notwendig, dass genau hier die Politik gegensteuert, um so den vom IfW ermittelten Nutzen für die Volkswirtschaft und die Umwelt auch zukünftig zu realisieren. Nach Knudsens Ansicht könne man in der heutigen Zeit und vor dem Hintergrund der nun vorliegenden Ergebnisse kein Argument ernsthaft gegen eine zügige Modernisierung des NOK vertreten.

„Deshalb muss geprüft werden, ob der Nord-Ostsee-Kanal nicht auch aus europäischer Sicht eine Infrastrukturmaßnahme ist, die Ländern wie z. B. Dänemark, Schweden und Polen so viel Wohlfahrtseffekte bringt, dass eine europäische Infrastrukturförderung angemessen wäre“ regt Knudsen an.

IfW-Studie unterstreicht die enorme Bedeutung des NOK für ganz Deutschland und Europa

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Vorsitzender Initiative Kiel-Canal e.V.
Jens B. Knudsen
Tel.: 0431-9810
E-Mail: j.knudsen@sartori-berger.de