Hamburger Wirtschaft im Aufbruch Bürgermeister Tschentscher trifft Unternehmen und Verbände zu Perspektivgespräch im Rathaus

20.08.2021 01:00 Wirtschaft

Mit dem Fortschritt der Impfungen verbessern sich jeden Tag die Chancen, dass die Corona-Pandemie bald überwunden ist. In vielen Wirtschaftsbranchen werde ein schneller Aufholeffekt erwartet, mit neuen Investitionen in Innovation und Wachstum, so das Fazit eines Perspektivgesprächs im Hamburger Rathaus. Bürgermeister Tschentscher traf sich mit Vertreterinnen und Vertretern Hamburger Unternehmen sowie von Kammern und Spitzenverbänden, um sich über die aktuelle Geschäftslage, mittelfristige Planungen und Erwartungen an die Politik auszutauschen.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister: „Hamburg verzeichnete 2019 das größte Wirtschaftswachstum in Deutschland, weit über dem Durchschnitt und noch deutlich vor den wirtschaftsstarken Ländern Bayern und Baden-Württemberg. An diese gute Entwicklung wollen wir anknüpfen und jetzt starke Konjunkturimpulse setzen. In diesem und im nächsten Jahr investieren wir über 800 Mio. Euro in den Bau und die Sanierung von Schulgebäuden. Um den Ausbau und die Modernisierung des Hafens und der maritimen Logistik voran zu bringen, stellen wir mehr als 500 Mio. Euro bereit. Über das Hamburger Wirtschafts- und Stabilisierungsprogramm werden für 2021 und 2022 vorgezogene städtische Investitionen im Umfang von rund 900 Mio. Euro ermöglicht. In allen Bereichen geht es voran. Der Senat unterstützt die Hamburger Unternehmen dabei, gut aus der Krise zu kommen. Mit dem ‚Hamburger Digitalbonus‘ werden zum Beispiel kleine und mittlere Unternehmen bei der digitalen Transformation gestärkt, die während der Coronakrise deutlich an Fahrt aufgenommen hat.“

Michael Westhagemann, Wirtschaftssenator: „Der wirtschaftliche Aufschwung und die gerade erst veröffentlichte große Zahl an Neugründungen beweisen die Widerstandsfähigkeit der Hamburger Wirtschaft und das Engagement und die Motivation der Unternehmerinnen und Unternehmer. Ich bin froh, dass wir als Senat den Unternehmen und Startups, die in der schweren Zeit unsere Hilfe gebraucht haben, mit Instrumenten wie dem Corona Recovery Fonds zur Seite stehen und ihnen den erfolgreichen Neustart ermöglichen konnten. Der heutige Termin hat gezeigt, wie viel innovatives Potential in Hamburg vorhanden ist. Auf Basis unserer neuen Regionalen Innovationsstrategie wollen wir die Investitionen in der Innovationsförderung zukünftig noch weiter ausbauen und beispielsweise auch soziale Innovationen fördern. Mit der Stärkung der Innovationskraft heute sichern wir Hamburgs Wirtschaftskraft von morgen.“

Prof. Norbert Aust, Präses der Handelskammer Hamburg: „Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie zeigen die Konjunkturindikatoren ebenso wie der heutige Austausch eine positivere Stimmung in der Hamburger Wirtschaft – trotz der weiterhin bestehenden, massiven Beschränkungen für manche Branchen. Wir brauchen jetzt eine Aufbruchstimmung in Hamburg! Wirtschaft, Politik und Verwaltung müssen nun mit Mut, Kreativität und frischen Ideen die strukturellen Schwächen angehen, welche die Krise schonungslos offengelegt hat. So können wir gemeinsam Hamburg als dynamischen, nachhaltigen und innovativen Standort gestalten."

Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender des Industrieverbands Hamburg: „Hamburgs Industrie hat sich gerade in den letzten Monaten als starker Anker in der Krise gezeigt und wird nun Motor sein, um die Corona-Krise hinter uns zu lassen. Aktuell sehen wir noch mit großer Sorge auf aktuelle Lieferengpässe und Störungen der weltweiten Lieferketten. Engagiert arbeitet die Hamburger Industrie mit Ideen, Innovationen und Investitionen daran, dass der führende Industriestandort klimaneutral wird. Konsistente Klimapläne, eine schnelle Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft, vor allem mutiger Pragmatismus bei behördlichen Genehmigungsverfahren im Sinne einer spürbaren Willkommenskultur für Investitionen der Industrie in Hamburg sind dafür notwendig. Und wir brauchen ein langfristiges Leitbild für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt, damit Hamburg als größte deutsche Industriestadt weiter von der Stärke seiner Industrie profitieren kann, wettbewerbsfähig bleibt und klimaneutral wird.“

Hjalmar Stemmann, Präsident der Handwerkskammer Hamburg: „Das Handwerk ist mit Ausnahme einzelner Gewerke bislang ordentlich durch die Krise gekommen, sieht gute bis sehr gute Perspektiven und signalisiert überwiegend Optimismus. Die Investitions- und Ausbildungsbereitschaft ist weiter relativ hoch und wird in dem Maße deutlich zunehmen, wie die Gefahr eines dritten Lockdown schwindet, starkes Handwerk in den Quartieren von der Politik gefördert und die Gewinnung von Fachkräfte-Nachwuchs, insbesondere in den Klimaschutzberufen, maßgeblich unterstützt wird.“

Dr. Harald Vogelsang, Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse und Vorsitzender des Finanzplatz Hamburg e. V: „Hamburg braucht einen Neustart aus vollem Herzen. So wie es uns andere Teile der Welt vormachen. Jetzt gilt es, die Chance zu ergreifen und uns an den Aufschwung in Nordamerika und Asien dranzuhängen und die Wirtschaft zu modernisieren. Bereits in der Corona-Krise haben die Banken am Finanzplatz Hamburg den Unternehmen vor Ort zur Seite gestanden. Diese Hilfsmaßnahmen haben dazu beigetragen, dass diese nun Wachstumsimpulse für sich nutzen können. Für einen echten Aufschwung benötigen wir aber dringend Investitionen unter anderem in den Ausbau der Infrastruktur, in den Gesundheitssektor, in die Digitalisierung und den Klimawandel. Allein die Haspa hat im ersten Halbjahr 2021 bereits 4,2 Mrd. Euro an Krediten vergeben und wir sind bereit, das auch weiter zu steigern.“

Hintergrund
Die Hamburger Wirtschaftsbehörde erwartet für dieses Jahr einen Anstieg des realen Bruttoinlandsproduktes um +3,8 Prozent. Für die deutsche Gesamtwirtschaft wird das Wachstum auf +3,5 Prozent geschätzt. Die Zahl der Unternehmensgründungen in Hamburg hat im ersten Halbjahr 2021 laut Statistikamt Nord den bisher höchsten Wert seit mehr als zehn Jahren erreicht. Die Beschäftigung liegt stabil bei über einer Million sozialversicherungspflichtigen Jobs. Große Hamburger Unternehmen weisen in ihren Halbjahresberichten signifikante Umsatzsteigerungen aus. Der Hamburger Börsenindex HASPAX hat seit Jahresbeginn um mehr als 1.000 Punkte zugelegt und verzeichnet einen höheren Anstieg als der DAX. Laut Konjunkturbarometer der Handelskammer Hamburg weisen erstmals seit Beginn der Coronakrise wichtige Indikatoren auf eine gesamtwirtschaftliche Erholung hin: die Einschätzungen der befragten Unternehmen hinsichtlich ihrer aktuellen und künftigen Geschäftslage, ihrer Personal- und Investitionsplanungen sowie ihrer Exportaussichten fallen nun per Saldo positiv aus. Langsamer vollzieht sich diese Entwicklung in der Tourismusbranche und im Gastgewerbe. Zwar kommen wieder mehr Besucherinnen und Besucher nach Hamburg, die Zahl der Übernachtungen liegt aber weiterhin unter dem Niveau der

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