Chinas Wirtschaft erholt sich schrittweise

12.05.2020 15:12 Wirtschaft

In der Volksrepublik China werden die Einschränkungen für das tägliche Leben in den Städten und Provinzen schrittweise zurückgefahren. So wurde in Shanghai der Notstand offiziell von Stufe 2 auf Stufe 3 des vierstufigen Notfallreaktionsplans herabgesetzt. Im gesamten Land wurden während der verlängerten Maifeiertage (1.-5. Mai) 115 Millionen Touristen registriert und auch Inlandsflüge finden wieder in einer Anzahl statt, die annähernd bei derjenigen vor der Coronakrise liegt.

Auch wenn sich die Wirtschaft Chinas weiterhin erholt, ist der Nachfragerückgang aus anderen, derzeit noch stärker von der Pandemie betroffenen Teilen der Welt deutlich spürbar. Laut Daten des chinesischen Zollamtes sind die Warenwerte der Importe und Exporte in den ersten vier Monaten 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent auf 9.070 Milliarden RMB zurückgegangen. In diesem Zeitraum sticht der April mit einem Rückgang von lediglich 0,7 Prozent bei Betrachtung des gesamten Außenhandels positiv hervor. In diesem Monat konnte der Export allein sogar einen Zuwachs von 8,2 Prozent verzeichnen. Die Gründe hierfür sind in den zeitlich nach hinten verschobenen Aufträgen zu suchen.

Die allgemeine Situation in der Wirtschaft schlägt weiterhin auf den Logistiksektor durch. Der Umschlag der acht wichtigsten Häfen Chinas ist im April um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen und liegt damit auf einem ähnlichen Niveau wie im März 2020. Eine Steigerung hingegen erlebt der Bahnverkehr zwischen China und Europa, der in der aktuellen Lage als attraktive Alternative zum Seeverkehr betrachtet wird. Im April transportierten nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums 979 Züge insgesamt 88.000 TEU auf der sogenannten Neuen Seidenstraße. Hiervon waren 97,8 Prozent beladene Container. Diese Angaben beinhalten jedoch auch Züge mit der Destination Russland.

In einzelnen Seehäfen ergaben sich für das 1. Quartal 2020 die folgenden Umschlagergebnisse:
 
  • Dalian: 1,53 Mio. TEU (-27,7 %), 82,6 Mio. Tonnen (+1,5 %)
  • Tianjin: 3,71 Mio. TEU (-1,9 %), 111,1 Mio. Tonnen (+5,4 %)
  • Qingdao: 5,04 Mio. TEU (+2,2 %), 87,0 Mio. Tonnen (+4,1 %)
  • Lianyungang: 1,17 Mio. TEU (-2,2 %), 60,8 Mio. Tonnen (+3,9 %)
  • Shanghai: 9,33. Mio. TEU (-10,3 %), 145,7 Mio. Tonnen (-15,1 %)
  • Ningbo/Zhoushan: 6,15 Mio. TEU (-8,2 %), 250,0 Mio. Tonnen (-1,9 %)
  • Shenzhen: 5,33 Mio. TEU (-11,9 %), 52,3 Mio. Tonnen (-8,9 %)
  • Guangzhou: 4,74 Mio. TEU (-10,3 %), 135,48 Mio. Tonnen (-4,6 %)
(Prozentangaben beziehen sich auf den Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum)

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