Bayerischer Außenhandel steigt wieder

21.07.2021 01:00 Wirtschaft

Die bayerischen Ex- und Importe verzeichneten im Mai ein deutliches Plus mit 42 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das deutet auf eine Erholung der bayerischen Wirtschaft im internationalen Handel hin, analysiert Karin Lengenfelder, Hafen Hamburg Marketing (HHM) Repräsentantin in München.

Die bayerischen Unternehmen exportierten nach Zahlen des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Waren im Wert von 15 Milliarden Euro. Das ist bei den Ausfuhren eine Steigerung von 42 Prozent. Die Top-3 der Ausfuhrländer sind dabei die USA, die Volksrepublik China und Österreich. Bei der Vorstellung der Außenhandelszahlen stellte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fest, dass der Weg aus dem Corona-Tal vor allem für den Außenhandel lang, steinig und vor allem unsicher gewesen sei. „Auch wenn wir vom Exportboom der letzten Jahre noch entfernt sind, ist der Exportmotor mit viel PS wieder angesprungen“, betonte Aiwanger. Diese positive Entwicklung könnte sich auch auf den Hamburger Hafen auswirken. „Insbesondere beim Export nach China und in die USA ist der Hamburger Hafen als Hub prädestiniert für Waren aus Bayern. Die umfangreichen Zugverbindungen sorgen für eine sehr gute Anbindung“, sagt Karin Lengenfelder, Leiterin der HHM-Repräsentanz Deutschland Süd und Schweiz. Die Hochwasserkatastrophe wirkt sich auf die wichtigen Fernverbindungen zum Seehafen Hamburg nicht aus. Nur wenige Bahnstrecken direkt im oberbayerischen Krisengebiet sind von Unterbrechungen betroffen.

Noch sind die sehr guten Zahlen aus dem Jahr 2019 nicht erreicht. Im Mai 2021 lagen die bayerischen Exporte von Maschinen, Automobilen oder „Geräten zur Elektrizitätserzeugung“ noch um 9,8 Prozent niedriger.

Trotz der positiven Entwicklung warnt Aiwanger: „In dieser Situation dürfen wir dem wirtschaftlichen Aufholprozess nicht die Dynamik nehmen. Mit ihren Vorschlägen zu ‚Fit for 55‘ überfordert die EU insbesondere die Fahrzeugbranche mit unrealistischen Vorgaben. Die Automobil- und Zulieferindustrie ist nicht nur für die bayerische, sondern auch für die europäische Wirtschaft ein wichtiger Motor. Die Erholung ist mit 84 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat beeindruckend. Doch liegen die bayerischen Fahrzeugexporte im Mai 2021 noch immer um 30 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von Mai 2019. Zusätzliche Belastungen gefährden die positive Entwicklung.“

Der Minister weiter: „Wir brauchen mutige Perspektiven für alle Branchen. Ganz besonders wichtig ist der Neustart der Messen im Freistaat. Die Veranstaltungen in Nürnberg und München sind nationale und internationale Top-Bühnen für Geschäfte. Messen unterstützen als zentrale Plattformen die Umsätze für die bayerischen Exporteure und viele nachgelagerte Unternehmen. Anstatt der Inzidenzwert-Fixierung braucht es gute Hygienekonzepte der Veranstalter und die Umsetzung der 3G-Regel, um Ausstellern und Besuchern ein sicheres und gesundes Messeerlebnis zu ermöglichen. Hier bin ich mir sicher, dass wir dann auch wieder Veranstaltungen mit tausenden Besuchern durchführen können.“

Bayerischer Außenhandel steigt wieder