Faszination Atlantik
Der deutsche Profisegler Boris Herrmann hat den Atlantik viele Male unter Segeln überquert. Im Gespräch mit POHM-Redakteur ...

Ob Streckenverkehre oder Projektladungen – für die internationale Spedition Köster aus Hamburg ist beides tägliches Geschäft. „Wir haben uns auf den weltweiten Transport in der See- und Luftfracht spezialisiert. Mit unserem großen Netzwerk an Partnern decken wir so die komplette Welt ab“, sagt Peter Vasilopoulos, Geschäftsführer bei Alfons Köster. Das Unternehmen versteht sich dabei als klassische Spedition, die den Transport von Tür zu Tür organisiert. „Als mittelständisch geprägtes Unternehmen kümmern wir uns auch um die vielen individuellen Wünsche unserer Kunden“, betont der Geschäftsführer. Für die Spedition sind auch die amerikanischen Länder ein wichtiger Markt. Mit vielen Kunden arbeitet das Unternehmen seit Jahren vertrauensvoll zusammen, die Waren von Deutschland aus dorthin exportieren beziehungsweise aus den USA importieren. „Wir sind hier sehr stark im Automotive-Zuliefererbereich“, konstatiert Vasilopoulos. So gehen viele Streckenverkehre auch in die US-Staaten, in denen sich deutsche Automobilhersteller wie BMW, Mercedes und Volkswagen in Bundesstaaten wie Georgia, North Carolina und Tennessee angesiedelt haben. Köster bekommt die Aufträge hauptsächlich von Zulieferern – beispielsweise für Komponenten wie Ölfilter oder sonstige Autoteile.

Zudem gehört auch viel Projektladung zum Portfolio der Spedition. „Wir haben beispielsweise sehr große Brauanlagen in Richtung Chicago transportiert. Das hat für viel Aufsehen vor Ort gesorgt. Sogar das Fernsehen hat den Schwertransport gefilmt“, erzählt Vasilopoulos. Für ihn und sein Team kommt mit den politischen Änderungen in den USA viel Arbeit dazu, denn der internationale Transport von Industriegütern erfordert präzise Planung, umfassende Koordination und jede Menge Anträge für Sondertransporte.
Für die Spedition Köster beginnt der Prozess bereits an der Haustür des Verladers. Besonders bei übergroßen Projektladungen müssen mit den Transportpartnern Routen abgestimmt und beantragt werden. Ein Beispiel hierfür ist der Export von Deutschland nach Amerika. Bereits die erste Teilstrecke vom Verlader zum Hafen muss exakt geplant werden, denn mittlerweile gibt es nur noch wenige Strecken, die für solche Transporte geeignet sind. Schwertransporte mit möglichen Überbreiten oder -gewichten müssen zudem begleitet werden. Dafür benötigt die Spedition einige Ausnahmegenehmigungen, die vorab beantragt werden müssen. „Dieser Prozess wird immer arbeitsintensiver, obwohl wir viele Profis auf diesem Gebiet bei uns haben“, erklärt der Geschäftsführer.
Die zweite Phase beginnt zumeist im Hafen oder in Hafennähe. Hier wird die Ladung für die Seereise korrekt verpackt und geht anschließend aufs Schiff. „Es wird immer schwieriger, über den Hamburger Hafen zu verschiffen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass ohne tiefgreifende strukturelle Reformen und gezielte Investitionen die deutsche Logistikbranche – insbesondere im Hafen- und Schwertransportbereich – zunehmend unter Druck gerät. Strategisch besteht dringender Handlungsbedarf, um langfristige Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Stabilität zu sichern. Daher sind höhere Fördergelder für die deutschen Häfen immens wichtig“, betont der Geschäftsführer.
In Amerika arbeitet die internationale Spedition eng mit ein, zwei Partnern zusammen. Sie übernehmen nach der Ankunft der Ladung den Weitertransport bis hin zur Zustellung. Dabei müssen spezifische Vorschriften beachtet werden, beispielsweise zur Höhe des Transportmittels. Eine Tieferlegung der Ladung nach Entnahme vom Container kann zusätzliche Genehmigungen erforderlich machen, was logistisch und administrativ anspruchsvoll ist.
„Auch wenn das internationale
Geschäft komplizierter wird, wir
finden einen Weg für die Ware,
die uns anvertraut wird.“
Peter Vasilopoulos
Geschäftsführer von Alfons Köster
Die aktuelle Lage im transatlantischen Frachtverkehr ist von zahlreichen strukturellen und regulatorischen Herausforderungen geprägt. Besondere Herausforderungen bestehen im US-Markt durch komplexe Genehmigungsprozesse. Die Zuständigkeit liegt zunächst beim Department of Transportation auf Bundesebene, zusätzlich sind Genehmigungen in den einzelnen Bundesstaaten erforderlich.
Besonders hier fehlen aktuell vielerorts personelle Kapazitäten in den zuständigen Behörden wie dem Department of Transportation oder der Customs and Border Protection (CBP), was zu Verzögerungen in Genehmigungsverfahren führt. Auch die Federal Maritime Commission (FMC) ist hiervon betroffen. Diese prüft unter anderem die Hinterlegung von Frachtraten sowie die Verträge zwischen Reedereien und Logistikdienstleistern. Unternehmen wie Alfons Köster müssen entsprechende NVOCC-Lizenzen (Non-Vessel Operating Common Carrier) vorweisen, um als Reederei ohne eigene Schiffe tätig zu sein. „Durch die vielen Entlassungen in den Behörden wird es für uns noch komplizierter, die entsprechenden Anträge genehmigen zu lassen“, sagt Vasilopoulos.
Trotz dieser Hürden gelingt es durch frühzeitige Kommunikation und präzise Planung, Prozesse stabil zu halten. Viele Logistikdienstleister stimmen ihre Abläufe eng mit den Produktionsplänen ihrer Kunden ab und liefern verlässliche Forecasts an Reedereien, die wöchentlich aktualisiert werden. Persönliche Kontakte spielen weiterhin eine wichtige Rolle, insbesondere angesichts zunehmender Digitalisierung, die direkte Erreichbarkeit erschwert. Insgesamt zeigt sich, dass internationale Logistik von einer Vielzahl politischer, wirtschaftlicher und technischer Faktoren beeinflusst wird. Flexibilität, regulatorische Kompetenz und internationale Partnerschaften sind entscheidend, um in diesem komplexen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben. Für Vasiopoulos steht fest: „Auch wenn das internationale Geschäft komplizierter wird, wir finden einen Weg für die Ware, die uns anvertraut wird.“
Alfons Köster und Willy Julius gründeten die internationale Spedition Köster im Jahr 1929. Im Jahr 1972 stieg Fritz Wessel in das Unternehmen als Gesellschafter ein. Heute gehört die GmbH den Inhabern Olaf Wessel und Frank Wessel.
Der Hauptsitz des Unternehmens ist Hamburg. Darüber hinaus gibt es Niederlassungen in Hallbergmoos (München), Waiblingen (Stuttgart), Tauberbischofsheim, Wiesbaden, Mörfelden (Frankfurt), Düsseldorf und Bremen. Weitere internationale Standorte befinden sich in Prag, CZ und in Shanghai, CN.
Das Unternehmen hat 170 Mitarbeitende und macht einen jährlichen Umsatz von ca. 150 Millionen Euro. Die Schwerpunkte liegen bei Überseetransporten mit Luft- und Seefrachtverladungen.