Ein Händchen für bessere Prozesse
Die Projektabteilung bei Hafen Hamburg Marketing (HHM) engagiert sich in europäischen Projekten, um die Weiterentwicklung zukunftsfähiger Logistiklösungen ...
Gelegen zwischen Nord- und Ostsee ist die Metropolregion Hamburg als dynamischer und innovativer Wirtschaftsstandort Deutschlands Tor nach Skandinavien. Mit ihrer engen Vernetzung aus Industrie, Forschung und Infrastruktur treibt die Region Innovationen in Schlüsselbranchen voran. Von den Werften und Logistikzentren entlang der Elbe, über führende Unternehmen der Energie- und Wasserstoffwirtschaft bis hin zu Kompetenzzentren für Künstliche Intelligenz.
Die Elbe ist die wirtschaftliche Lebensader der Region. In Hamburg selbst prägen global agierende Unternehmen wie Airbus, Blohm+Voss oder Aurubis das industrielle Bild. Die Airbus-Werke in Finkenwerder, Buxtehude und Stade sind zentrale Pfeiler der Luftfahrtindustrie und ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit in der Metropolregion. Während in Finkenwerder Flugzeuge endmontiert werden, konzentriert sich das Werk in Buxtehudeauf innovative Kabinensysteme. In Stade liegt der Fokus auf der Produktion von leichten Verbundwerkstoffen, die zur Effizienz neuer Flugzeugmodelle beitragen. Ein herausragendes Beispiel für die Innovationskraft sind hier das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung. Im CFK-Valley werden zukunftsweisende Verbundwerkstoffe für die Luftfahrt entwickelt, die das Gewicht von Flugzeugen reduzieren und so zur Nachhaltigkeit der Branche beitragen.
Weiter flussabwärts spielen die chemische Industrie und der Maschinenbau eine bedeutende Rolle. Im chemcoastpark stade haben namhafte, europa- und weltweit tätige Unternehmen wie die DOW ihren Sitz. Der Chem-Coast Park Brunsbüttel ist eines der größten Industriegebiete Norddeutschlands, das sich auf chemische Produktion, erneuerbare Energien und nachhaltige Technologien spezialisiert hat.
Cuxhaven hat sich in den letzten Jahren als einer der wichtigsten Standorte für die Offshore-Windenergie in Deutschland etabliert. Die direkte Anbindung an Nordsee und Elbe ermöglicht eine effiziente Verschiffung von Windkraftanlagen. Der Hafen dient als zentraler Umschlagplatz für Windkraftanlagen, einschließlich Turbinen, Turmteilen und Rotorblättern, die sowohl aus dem Inland als auch aus Fernost angeliefert werden. Unternehmen wie Siemens Gamesa betreiben hier große Fertigungsstätten für Windturbinen, während der Hafen als Ausgangspunkt für den Transport und die Montage von Offshore-Windparks fungiert. Aufgrund der steigenden Nachfrage und der wachsenden Bedeutung der Offshore-Windkraft wird der Hafen weiter ausgebaut. Bis 2030 sollen zusätzliche 1,2 Kilometer für drei neue Liegeplätze am Wasser entlang erschlossen werden.
In der Metropolregion Hamburg, die fast so groß wie Belgien ist, wohnen und arbeiten rund 5,4 Millionen Menschen, so viele wie in ganz Norwegen leben. Hier arbeiten vier Bundesländer, 20 Kommunen und zwölf Wirtschafts- und Sozialpartner erfolgreich zusammen. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von knapp 277 Milliarden Euro (2022) ist die Metropolregion Hamburg das wirtschaftliche Kraftzentrum Nordeuropas. Sie ist die einzige Plattform, auf der Mitglieder länderübergreifend und auf allen Ebenen von Politik, Wirtschaft und Verwaltung zusammenarbeiten.
Ziel ist eine stärkere regionale Zusammenarbeit, um die wirtschaftliche, technologische, räumliche, soziale und kulturelle Entwicklung voranzutreiben. Sie formuliert Handlungsansätze, initiiert Projekte und setzt sie gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern um. Dazu fördert sie seit über 50 Jahren Projekte, die einen Beitrag zur Entwicklung der Region leisten.
Die Metropolregion Hamburg zählt zu den führenden Wasserstoffstandorten Europas. Das Konsortium „Hamburg Green Hydrogen Network“ treibt die Umstellung von Industrie und Verkehr auf klimaneutralen Wasserstoff voran. Der Energiepark Hafen in Hamburg-Moorburg wird zu einem Zentrum für grünen Wasserstoff umgebaut.
In Stade arbeitet das Fraunhofer-Institut an innovativen Speicherlösungen für Wasserstoff, die den nachhaltigen Einsatz in der Industrie und im Transportwesen ermöglichen. In Harsefeld plant die Storengy Deutschland GmbH mit SaltHy die Umwandlung bestehender Erdgasspeicher in Wasserstoffkavernen. Zwei Salzstöcke sollen je 7.500 Tonnen Wasserstoff fassen. Cuxhaven hat sich ebenfalls als Wasserstoff-Hub positioniert und nutzt seine Nähe zu den Offshore-Windparks, um saubere Energie direkt an die Industrie zu liefern.
In Heide entsteht ein vernetztes Energiesystem, das Offshore-und Onshore-Windstrom bündelt. Der Heide-Hub verbindet Offshore-Netzanbindungen mit neuen Stromtrassen und Umspannwerken, um erneuerbare Energie effizient ins Netz einzuspeisen. Auch wird in Heide intensiv zur Nutzung und Systemintegration von grünem Wasserstoff geforscht. Die Landwirtschaft kann den grünen Strom für energieintensive Treibhäuser zum Beispiel für die Tomatenzucht nutzen, während Kavernenspeicher Wasserstoff für eine flexible Energieversorgung lagern. So entsteht ein vernetztes Modellprojekt für die Energiewende.
Ein zentrales Projekt der Metropolregion Hamburg sind die Innovations- und Wissenschaftsparks Erneuerbare Energien und Grüner Wasserstoff (IWP). Sie sind ein länderübergreifender Kompetenzverbund, an dem zentrale Standorte wie Heide, Stade, Wismar, Schwerin, Bergedorf und Geesthacht beteiligt sind.
Wissenschaftliche Partner wie die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg mit dem Competence Center für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowie das Helmholtz-Zentrum Geesthacht tragen zur Forschung bei. Unternehmen wie Raffinerie Heide, ArcelorMittal, Gasnetz Hamburg und Siemens Energy sind aktiv in die Entwicklung und Anwendung von Wasserstofftechnologien eingebunden. Das Fraunhofer-Institut in Stade arbeitet intensiv an innovativen Speicherlösungen, während in Wismar neue Technologien für maritime Anwendungen entwickelt werden. Ziel des Kompetenzverbundes ist es, eine enge Vernetzung zwischen Forschung und Wirtschaft zu ermöglichen, Synergien zwischen den Standorten zu nutzen und die internationale Wahrnehmung der Metropolregion als führender Standort der erneuerbaren Energien zu stärken.
Wismar setzt verstärkt auf den Umschlag von Holzprodukten sowie den Ausbau der Wasserstofflogistik. Hier entsteht derzeit eine Infrastruktur für den Import und die Lagerung von grünem Wasserstoff, um die Energiewende voranzutreiben. Der Hafen von Wismar verzeichnet jährlich ein Umschlagsvolumen von über vier Millionen Tonnen, wobei neben Holz auch Getreide, Stahl und Projektladung eine bedeutende Rolle spielen. Unternehmen wie EGGER Holzwerkstoffe und Nordex tragen maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung des Hafens bei.
Hamburg hat sich als Zentrum für mehrere Wirtschaftscluster etabliert. Neben dem Cluster Erneuerbare Energien, das in enger Kooperation mit weiteren Stakeholdern aus der Metropolregion die norddeutsche Wasserstoffwirtschaft vorantreibt, zählen insbesondere die Luftfahrt-, Logistik- und maritime Wirtschaft, aber auch Medien- und Kreativbranchen, die Ernährungswirtschaft sowie Life Sciences zu den zentralen Branchen im Norden.
Ein Schlüsselcluster ist die Logistikbranche. Als einer der größten Hafenstandorte Europas bildet Hamburg mit Partnern wie Hermes, der HHLA oder Kühne + Nagel ein global vernetztes Drehkreuz. Digitale Logistiklösungen, wie sie am Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen entwickelt werden, optimieren Transportwege und Lieferketten.
Auch die Life Sciences spielen in Hamburg und der Region eine zentrale Rolle. Der BioMedTec Science Campus in Lübeck ist ein führender Standort für Medizintechnik und Biotechnologie, an dem Unternehmen wie Euroimmun innovative Lösungen für Diagnostik entwickeln. Zudem forscht das Forschungszentrum Borstel im Kreis Segeberg an Infektionskrankheiten und Lungenheilkunde und trägt damit maßgeblich zur medizinischen Innovation bei.
Auch im Bereich Künstliche Intelligenz setzt die Metropolregion Hamburg Maßstäbe. Das Artificial Intelligence Center Hamburg fördert Start-ups und Unternehmen bei der Implementierung von KI-Technologien. In der Logistik sind Flottenmanagement und Warenströme zwei Anwendungsbereiche für KI.
Die Universität Hamburg und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz arbeiten an innovativen Anwendungen für die Industrie, etwa an der Automatisierung von Produktionsprozessen durch maschinelles Lernen. In Lübeck wird KI zudem in der Medizintechnik eingesetzt: Das Unternehmen Dräger entwickelt intelligente Assistenzsysteme für die Intensivmedizin.
Die Metropolregion Hamburg hat sich ehrgeizige Ziele für ihre Entwicklung bis 2045 gesetzt. In ihrem Räumlichen Leitbild wird eine Vision skizziert, die auf nachhaltiges Wachstum und eine ausgewogene Verteilung der wirtschaftlichen Aktivitäten abzielt. Damit unterstützt die Metropolregion ihre Akteure aus Planung, Verwaltung und Politik dabei, Voraussetzungen zu schaffen, unter denen sich die wirtschaftliche Potenziale bestmöglich entfalten können. Eine wichtige Teilregion in dieser Vision ist die Deltastadt. Diese Idee sieht vor, die Metropolregion als ein Netzwerk von Städten und Gemeinden zu entwickeln, die durch ihre geografische Lage im Mündungsgebiet der Elbe und ihrer Nebenflüsse miteinander verbunden sind.
Die Deltastadt ist als ein integriertes, dynamisches und resilient agierendes System gedacht, das die Stärken der einzelnen Kommunen bündelt und Synergien schafft.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Metropolregion Hamburg soll dabei auf mehreren Säulen ruhen. Einerseits wird auf die Förderung von Innovation und Technologie gesetzt, um die Region als attraktiven Standort für zukunftsweisende Branchen zu etablieren. Andererseits wird großer Wert auf die Stärkung traditioneller Wirtschaftszweige gelegt, die durch moderne Ansätze und nachhaltige Praktiken weiterentwickelt werden sollen.