>Hafen Hamburg
 
Sprache
Pegel
   +m
Schiffe
   23 erwartete Schiffe

Kurs auf Fortschritt
Der Innenbereich des OTTO-Headquarters in Hamburg
© OTTO

Kurs auf Fortschritt

Die Logistik ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg im E-Commerce bei OTTO. Um seinen Kundinnen und Kunden eine immer größere Produktauswahl anzubieten, stets lieferfähig zu sein und gleichzeitig seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, spielt die Schifffahrt eine zentrale Rolle in der Warenlogistik des größten deutschen Onlineshops.

Mit einem Sortiment von über 18 Millionen Artikeln bietet OTTO seinen rund 12 Millionen aktiven Kundinnen und Kunden eine große Vielfalt. Diese reicht von Mode und Möbeln bis hin zu Unterhaltungselektronik, Baumarktartikeln und vielem mehr. Der Standort Hamburg ist für OTTO und seine rund 6.000 Mitarbeitenden ein zentraler Bestandteil seiner DNA. Erst 2024 – im Jahr seines 75. Jubiläums – hat das Unternehmen mit der Eröffnung einer neuen Firmenzentrale ein starkes Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Hamburg abgelegt.

New Work im Herzen der Hansestadt

Auf einer Gesamtfläche von 40.000 Quadratmetern – etwa der Größe von fünf Fußballfeldern – bietet die neue Zentrale rund 3.000 Mitarbeitenden im Desksharing- Prinzip Platz. Das ehemalige Logistikgebäude wurde in fünfjähriger Umbauzeit zu einer New- Work-Arbeitsumgebung umgestaltet – im Herzen des Otto Group Campus in Hamburg-Bramfeld. Dieser bietet auf rund 186.000 Quadratmetern Platz für 27 Gebäude. Auch die weltweit agierende Otto Group, der Mutterkonzern der E-Commerce-Plattform, leitet von hier die Geschicke ihrer rund 30 internationalen Gesellschaften. Doch nicht nur die eigene Historie bindet OTTO an den Stammsitz, sondern auch die Nähe zum Hamburger Hafen. Als Knotenpunkt für den Welthandel spielt dieser eine Schlüsselrolle für das E-Commerce-Unternehmen. Denn: Das immer breitere Produktsortiment stellt mit zunehmend internationalen Lieferketten hohe Anforderungen an die Logistik des einstigen Katalogversenders.

Internationale Warenlogistik

OTTO hat sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Auf seiner hybriden Plattform bietet das Unternehmen einerseits Waren aus dem eigenen Handelsgeschäft an. Darunter Eigenmarken, aber auch Lizenzmarken, die vielfach international bezogen werden. Hinzu kommen die Sortimente von derzeit rund 6.500 Marktplatzpartnern. Die Schifffahrt sei deshalb nicht nur eine logistische Notwendigkeit, sondern auch ein Schlüssel zu OTTOs Erfolg im globalen Handel, erklärt OTTO-Logistikmanager Malte Lübbers: „Insbesondere die Containerschifffahrt ist aufgrund der Dimensionen der Schiffe und Terminals, der Komplexität der Warenströme und der weitreichenden Abhängigkeiten für uns sehr zentral.“

„Insbesondere die Containerschifffahrt
ist aufgrund der Dimensionen der Schiffe
und Terminals, der Komplexität der
Warenströme und der weit
reichenden
Abhängigkeiten für uns sehr zentral.“

Malte Lübbers,
Logistikmanager bei OTTO

Er betont, dass diese Form der Schifffahrt nicht nur für den Welthandel essenziell sei, sondern auch den Austausch mit anderen Kontinenten und Kulturen fördere. „Mit seiner Tradition als Hafen- und Reedereistandort spürt man diese Verbindung in Hamburg besonders stark“, fügt Lübbers hinzu.

Starke Lieferketten - auch in stürmischen Gewässern

Die Schifffahrt ermöglicht es OTTO, Produkte aus aller Welt zu beziehen und internationale Partnerschaften mit Lieferanten und Logistikunternehmen zu pflegen. Diese Beziehungen sind entscheidend, um die stete Verfügbarkeit der Produkte sicherzustellen und die Effizienz der Logistikprozesse zu optimieren. Gleichzeitig dienen sie dazu, die Resilienz und Zuverlässigkeit der Lieferketten zu stärken – insbesondere in Zeiten geopolitischer Spannungen. „Der Ausbau vertrauensvoller Beziehungen zu unseren Partnern und Lieferanten ist entscheidend“, erklärt Malte Lübbers. „Durch enge Zusammenarbeit und regelmäßige Kommunikation können potenzielle Risiken frühzeitig identifiziert und Lösungen entwickelt werden.“ Zudem investiert OTTO kontinuierlich in moderne IT-Lösungen, um die Transparenz in der Supply Chain zu erhöhen und die Einhaltung von ESG-Standards sicherzustellen.

OTTO-Partner GoodShipping ersetzt Schiffsdiesel durch Biokraftstoffe.
© Goodshipping

Der Seeweg als umweltschonendere Alternative

Denn auch ökologische Erwägungen rücken den Seeweg in den Fokus der Logistikverantwortlichen bei OTTO. Nachhaltigkeit spielt seit jeher eine zentrale Rolle in der Unternehmensausrichtung. Bereits 1986 hat der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Michael Otto den Umweltschutz und 2007 die Reduktion von CO2-Emissionen zu den unternehmerischen Zielen erklärt. Durch immer ambitioniertere Ziele möchte OTTO bis heute einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten und legt deshalb besonderen Wert auf die Ausgestaltung seiner Logistik im Hinblick auf Nachhaltigkeitsfaktoren.

Sophie Hering, Sustainability Multiplier Climate & Logistics bei OTTO, erläutert: „Da einige Produkte, die bei OTTO angeboten werden, zum Beispiel aus Asien stammen, ist eine nachhaltige Beschaffungslogistik zentral. Deshalb haben wir unseren Luftfrachtanteil auf unter zwei Prozent reduziert. Wir konzentrieren uns auf die Seefracht: Etwa sieben von zehn Artikeln transportieren wir per Schiff. Mehr als 80 Prozent aller Langstreckentransporte laufen bei uns über die Containerschifffahrt.“ Seefracht ist im Vergleich zu Luft- und Bahnfracht die CO2-effizienteste Transportmethode.

Kurs auf Fortschritt
In Hamburg liefert OTTO mit der Tochter Hermes die Waren emissionsfrei aus.
© Hermes / Willing-Holtz

Lediglich saisonale Artikel, bei denen OTTO schnellstmöglich auf eine erhöhte Nachfrage reagieren muss, bezieht das Unternehmen zu einem sehr geringen Anteil von unter zwei Prozent auch weiterhin per Luftfracht. Denn: Wenn beispielsweise Bikinis bei einem plötzlichen Sommer-Comeback über den Seeweg kämen, würde das mindestens sechs Wochen dauern – und die Badesaison wäre längst vorbei. Seit Anfang 2023 arbeitet OTTO zudem mit Good-Shipping zusammen. Das niederländische Unternehmen ersetzt den üblichen Schiffsdiesel bei Containerschiffen durch Biokraftstoffe, die aus verschiedenen Abfallströmen wie Altspeiseölen gewonnen werden. „Biokraftstoffe stoßen 80 bis 90 Prozent weniger CO2-Emissionen aus als herkömmlicher Schiffsdiesel“, ergänzt Sophie Hering. Durch diese Kooperation konnte OTTO im Geschäftsjahr 2024/2025 die Treibstoffmenge, die für 25 Prozent der Emissionen verantwortlich ist, durch Biokraftstoffe ersetzen.

Einsatz für die Dekarbonisierung der Schifffahrt

Im Februar 2024 ist OTTO zudem der ZEMBA-Allianz beigetreten, um langfristig in Zero-Emissions-Treibstoffe zu investieren. Bei ZEMBA (Zero Emission Maritime Buyers Alliance) handelt es sich um eine Gruppe von Frachteignern, die sich verpflichtet haben, die kommerzielle Einführung der emissionsfreien Containerschifffahrt zu beschleunigen, indem sie CO2-neutrale Seeverkehrsdienstleistungen beschaffen. Die Vision: Bis 2040 soll die dekarbonisierte Schifffahrt (Zero-Emission-Schifffahrt) der Standard sein. Denn: Aktuell stößt die Schifffahrtindustrie jährlich eine Milliarde Tonnen Emissionen aus – das entspricht der Menge, die ganz Japan verursacht.

„Wir konzentrieren uns auf
die Seefracht: Etwa sieben von
zehn Artikeln transportieren
wir per Schiff.“

Sophie Hering,
Sustainability Multiplier Climate & Logistics
bei OTTO

Von hoher See zur „letzten Meile“

Auch bei der Auslieferung der Waren an seine Kundinnen und Kunden entwickelt OTTO seine Prozesse kontinuierlich weiter. Mit OTTOs konzerneigenem Logistikpartner kommen immer mehr Sendungen auf der ‚letzten Meile‘ lokal emissionsfrei an: Seit Ende 2023 liefert Hermes Germany Päckchen und Pakete in ganz Hamburg ohne den lokalen Ausstoß von CO2 aus. Dazu sind etwa 176 E-Fahrzeuge und acht Lastenräder im Einsatz. Damit setzt der Paketlogistiker erstmals in einer Millionenmetropole und sogar in einem gesamten Bundesland auf eine vollständig elektrische Zustellung. Bis Ende 2025 will Hermes Germany in 80 deutschen Innenstädten Sendungen lokal emissionsfrei zustellen. Auch bei der Verpackung geht OTTO neue Wege: So bestehen bereits 100 Prozent der Versandtüten mit OTTO-Logo aus recyceltem Plastik, das aus der Natur gesammelt und weiterverarbeitet wurde. Gemeinsam mit dem Unternehmen WILDPLASTIC unterstützt das Unternehmen so Länder wie Nigeria, Vietnam und Indien bei der Beseitigung von Abfall. Zusammen mit dem Start-up traceless hat OTTO zudem eine biologisch abbaubare Alternative zu Plastik entwickelt. Das Ziel ist es, innovative Versandtüten und Polybags einzusetzen, die vollständig kompostierbar sind.

Auch Kartonage aus Paludi-Biomasse wird derzeit getestet. Das Material wird unter anderem aus Nasswiesengräsern hergestellt, die aus wiedervernässten Mooren ohne Torfverlust gewonnen werden. Durch das Wiedervernässen werden Moore geschützt – diese binden viel CO2 und sind ein wichtiger Lebensraum für mehr Biodiversität. Auf diese Weise will OTTO auch in Zukunft für einen fortschrittlichen E-Commerce stehen und die Weichen für eine nachhaltige und innovative Entwicklung in der Branche stellen.

Weitere Artikel aus dem Magazin

  Suchen
Seite  News  Media  Adresse  Schiff  Kontakt  Event  
X