Stückgut und Projektladung als Präzisionsdisziplin
Breakbulk- und Projektfracht erfordern Präzision, Zuverlässigkeit und umfassenden lokalen Service. Im Hamburger Hafen vereint Liebherr langjährige ..,
Autoren: Isabelle Sorkalla und Holger Grabsch
Kurze Wege, klar abgestimmte Abläufe und eine belastbare Infrastruktur sind dabei von zentraler Bedeutung. „Leistungsfähige Logistik ist kein operatives Thema, sondern eine strategische Disziplin mit direktem Einfluss auf Wettbewerbsfähigkeit“, bringt es Mark Agatz, Geschäftsführer der Axxum GmbH auf den Punkt.
In Hamburg betreibt die Axxum GmbH mehrere Standorte im und um den Hafen. Das Unternehmen ist auf Verpackung, Verladung und Projektlogistik spezialisiert. Ziel ist es, logistische Leistungen wie das Verpacken, Zwischenlagerung, Umschlag und Verladung räumlich wie organisatorisch zusammenzuführen. Gerade bei überbreiten oder schweren Gütern, sogenannten Outof- Gauge-Ladungen (OOG), kann diese Bündelung den Koordinationsaufwand spürbar reduzieren.
An den beiden Standorten im Hamburger Hafen wurden die Abläufe in den vergangenen Jahren so organisiert, dass Verpackung und Verladung nicht mehr als voneinander getrennte Schritte verstanden werden. Stattdessen greifen die Prozesse ineinander: Güter werden verpackt, zwischengelagert und für den Weitertransport vorbereitet – ohne weitere Umlagerungen oder externe Übergabepunkte. In der Projektlogistik, in der jede Umlagerung ein potenzielles Risiko darstellt, ist dies ein entscheidender Faktor.
Die Vorteile liegen laut Morten Maison, Geschäftsführer der Axxum Packaging Hamburg GmbH, vor allem in der Verbindung aus technischer Ausstattung, Erfahrung und der unmittelbaren Lage am Wasser. Gerade bei überbreiten oder schweren Ladungen ermögliche dies, Verpackung und Stau ohne zusätzliche Schnittstellen oder Standortwechsel abzuwickeln.
Ein zentraler Standort befindet sich auf der Hamburger Veddel mit direktem Zugang zum Müggenburger Kanal. Von dort können Güter – abhängig von Abmessungen und Gewicht – per Binnenschiff, Schute oder Lkw weitertransportiert werden. Die vorhandenen Hallen- und Umschlagflächen werden sowohl für Schwergutprojekte als auch für klassische Exportverpackungen genutzt. Neben Großkomponenten werden hier auch Standardgüter verpackt und für den Weitertransport vorbereitet, einschließlich der vollständigen Containerbeladung und -sicherung.
Ein zweiter Hafenstandort des Logistikunternehmens liegt auf dem Gelände von Blohm+Voss. Die dortige technische Ausstattung ist auf besonders schwere und großdimensionierte Ladungen ausgelegt. Zum Einsatz kommen Reachstacker mit Tragfähigkeiten von bis zu 45 Tonnen, selbstfahrende modulare Transportfahrzeuge für Lasten bis zu 300 Tonnen sowie Krane mit Traglasten von bis zu 240 Tonnen. Auf rund 12.000 Quadratmetern Hallenfläche werden Projektladungen vorbereitet, verpackt und verladen. Die Kaianlagen sind seeschifftief und direkt an die Terminalinfrastruktur angebunden.
Seit der Inbetriebnahme dieses Standorts hat der Verpackungs- und Projektlogistikdienstleister nach eigenen Angaben eine Vielzahl von Schwergut- und Spezialprojekten im Hamburger Hafen abgewickelt. Parallel dazu werden auch konventionelle Sendungen bearbeitet – eine strikte Trennung zwischen außergewöhnlicher Projektladung und regulärer Ware existiert im operativen Alltag nur selten.
Die Hamburger Aktivitäten sind in das übergeordnete Verpackungsportfolio eingebettet. Verpacken wird dabei nicht als nachgelagerter Arbeitsschritt verstanden, sondern als integraler Bestandteil der Transportkette. Zum Leistungsspektrum zählen klassische Exportverpackungen ebenso wie Schwergut-, Luftfracht- und Gefahrgutverpackungen sowie materialübergreifende Sonderkonstruktionen. Ergänzt wird dies durch Montage- und Demontageleistungen, Lagerung sowie die Vorbereitung für unterschiedliche Verkehrsträger.
Insbesondere bei industriellen Gütern – etwa aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Energie- und Luftfahrtindustrie – kommt der Verpackung eine zentrale Rolle zu. Sie muss nicht nur schützen, sondern auch Transport, Umschlag und Stau technisch ermöglichen. Der Verpackungs- und Projektlogistikdienstleister setzt dabei auf individuell ausgelegte Verpackungslösungen, die konsequent auf Produkt, Transportweg und logistische Rahmenbedingungen abgestimmt sind.
Ergänzt werden die Hafenstandorte durch weitere Niederlassungen im norddeutschen Raum. In Schwarzenbek liegt der Schwerpunkt auf klassischen Exportund Systemverpackungen, darunter auch CNC-gefertigte Lösungen für mehrteilige Produkte. Der Standort Norderstedt ist unter anderem auf Gefahrgutverpackungen sowie logistische Dienstleistungen mit Bezug zur Luftfracht ausgerichtet – begünstigt durch die Nähe zum Hamburger Flughafen.
So entsteht rund um den Hamburger Hafen ein Netzwerk, in dem Verpackung, Verladung und Projektlogistik eng miteinander verzahnt sind. Für Unternehmen mit komplexen Transportvorhaben zählt dabei weniger der große Auftritt als die Verlässlichkeit der Abläufe. In einem Hafen, in dem Flächen knapp und Prozesse eng getaktet sind, ist genau das häufig der entscheidende Unterschied