21. September 201515:42Unterhaltung

ZUKUNFTSPREIS LOGISTIK 2015 geht an die TWORTY BOX GmbH & Co. KG

Junges Start-up Unternehmen aus Hamburg überzeugt die Jury mit Entwicklung eines innovativen koppelbaren ISO-Containers, und ist damit Wegbereiter für kostengünstige, effiziente und umweltfreundliche Seeverkehre in der Metropolregion Hamburg.

Der zum fünften Mal von der Logistik-Initiative Hamburg und der Süderelbe AG verliehene ZUKUNFTSPREIS LOGISTIK prämiert innovative Logistikprojekte aus der Metropolregion Hamburg. „Ganz gleich ob kleiner Betrieb, mittelständisches Unternehmen oder Großkonzern, wer sich in der Logistikbranche im hart umkämpften Markt behaupten will muss Innovationen aktiv vorantreiben“, betont Professor Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund, in seinem Festvortrag bei der feierlichen Preisverleihung in Hamburg-Harburg.

„Wir zeichnen ein innovatives Containerkonzept aus, das den ökonomischen und ökologischen Herausforderungen global wachsender Warenströme erfolgreich begegnet“, hebt die Jury-Vorsitzende Kerstin Wegner, Professorin an der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Suderburg, bei ihrer Laudatio hervor. „Die zunehmenden Leercontainertransporte sowie die damit steigenden Umschlagkosten und resultierende Umweltbelastung erfordern die Entwicklung innovativer Konzepte, um die Zukunftsfähigkeit der Logistikbranche nachhaltig zu sichern“, so Wegner weiter.

Bei der TWORTY BOX handelt es sich um einen neuartigen 20-Fuß-ISO-Container, der sich mit einer weiteren TWORTY BOX zu einem vollwertigen 40-Fuß-Iso-Container zusammensetzen lässt (Twenty + Forty = Tworty) und dabei einen durchgehenden Innenraum aufweist. „Klasse“, freut sich Professor Dr.-Ing. Ulrich Malchow, geschäftsführender Gesellschafter und Gründer der TWORTY BOX GmbH & Co. KG und ansonsten an der Hochschule Bremen lehrend. „Der Preis kommt an der Schwelle zur Kommerzialisierung genau zur rechten Zeit“. „Das Projekt ist ein herausragendes Beispiel für die Innovationskraft der Unternehmen aus der Metropolregion Hamburg“ kommentiert Professor Dr. Peer Witten, Vorsitzender der Logistik-Initiative Hamburg. „Die Vielfalt der Bewerbungen aus der gesamten Metropolregion Hamburg zeige nicht zuletzt die exzellente Qualität der Logistikwirtschaft auf, sondern auch wie Kooperationen die Schaffung von Arbeitsplätzen nachhaltig fördern können“.

Die Innovation: der koppelbare ISO-Container
Die am häufigsten in Containern über die Weltmeere verschiffte „Ware“ ist Luft: Mehr als 20 Prozent aller Container sind leer! Das Problem der Leercontainertransporte ist dabei so alt wie der Container selbst. Die Folge sind gewaltige Kosten durch notwendige Leerpositionierungen um den ganzen Globus. Mit der TWORTY BOX soll die Containerlogistik von Reedereien effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger werden, indem die große Zahl von Leercontainertransporten im weltweiten Seeverkehr reduziert werden kann. Containerlinien können die Über- und Unterversorgung von 20-Fuß- und 40-Fuß-Containern in den Häfen und Inlanddepots durch einfaches Zusammen- und Entkoppeln von zwei Tworties ausgleichen, ohne Leerequipment kostspielig positionieren oder gar zusätzliche Container anmieten zu müssen.

Äußerlich unterscheidet sich eine TWORTY BOX von einem 20-Fuß-Standardcontainer lediglich durch die der Standardtür gegenüberliegende Stirnseite, wo sich ebenfalls eine allerdings nach innen und oben schlagende Tür befindet, die auch nur von innen verriegelt werden kann. Sollen zwei Tworties an ihren Stirnseiten zu einer 40-Fuß-Einheit gekoppelt werden, werden diese Türen geöffnet, um einen durchgehenden 40-Fuß-Raum zu schaffen. Gekoppelt werden die Tworties über eine einfache form- und kraftschlüssige Verbindung in der Form von neben den Eckbeschlägen angeordneten Bolzen. Die Wasserdichtigkeit wird durch besondere Dichtelemente gewährleistet. Im gekoppelten Zustand ergibt sich ein 40-Fuß-Container mit Standardtüren an beiden Stirnseiten. Als 20-Fuß-Box im Einsatz erfolgt der Zugang wie gewohnt über die Standardtür.

Das neuartige Konzept ist durch internationale Patente geschützt. Ein Prototypenpaar wurde bei Drehtainer GmbH in Zarrentin gefertigt. Es hat das Testprocedere zum Container Safety Certificate (CSC) sowohl einzeln als auch gekoppelt erfolgreich durchlaufen (inkl. Zoll-Zertifikat). Für den Bonner Logistikriesen DHL wurden die TWORTY BOX-Prototypen im Rahmen einer Nordatlantik-Rundreise zunächst einem erfolgreichen Praxistest mit kommerzieller Ladung unterzogen. In China sind nunmehr für eine große osteuropäische Spedition die ersten kommerziellen Tworties in Lizenz gefertigt worden. Zu den weiteren Kooperationspartnern gehören DNV-GL, die deutsche Niederlassung der Reederei OOCL aus Hong Kong, Hapag-Lloyd sowie die Hochschule Bremen – Centre of Maritime Studies. Die hohe regionale Bedeutung des Projektes zeigt sich vor allem an der großen Zahl der teilnehmenden Akteure aus der Metropolregion. „Das Konzept der TWORTY BOX GmbH & Co. KG überzeugte die Jury nicht nur bei den Kriterien Innovationsgehalt, Übertragbarkeit und Nutzen sondern ist auch ein ausgezeichnetes Beispiel für eine unternehmerische Innovation, die in Kooperation mit regionalen Akteuren entwickelt und umgesetzt wurde“, fasst Dr. Jürgen Glaser, Prokurist bei der Süderelbe AG und Leiter der Geschäftsstelle Süd der Logistik-Initiative Hamburg, das Votum der Jury zusammen.

Die Jury des ZUKUNFTSPREIS LOGISTIK
Heinrich Ahlers, Geschäftsführer Buss Ports, Buss Group GmbH; Arndt Brücker, Geschäftsführer EVB Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH; Dr. Jürgen Glaser, Prokurist der Süderelbe AG/Leiter der Geschäftsstelle Süd der Logistik-Initiative Hamburg; Prof. Dr.-Ing. Carlos Jahn, Leiter Fraunhofer Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen CML; Hubertus Kobernuß, Geschäftsführer J. Kobernuss Spedition, Präsident Transfrigoroute Deutschland; Robert Kümmerlen, Chefredakteur der Deutschen Verkehrszeitung DVZ; Mathias Krage, Geschäftsführender Gesellschafter Krage Speditionsgesellschaft mbH, Präsident Deutscher Speditions- und Logistikverband e. V. (DSLV); Joachim Thomas, Vorstandsvorsitzender FILog Forschungsgemeinschaft Innovative Logistik e. V.; Prof. Dr. Kirsten Wegner, Fakultät Handel und Logistik, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Campus Suderburg (Vorsitzende der Jury).

Partner im Wettbewerb ZUKUNFTSPREIS LOGISTIK
Die Ausschreibung des ZUKUNFTSPREISES LOGISTIK erfolgt im Rahmen der Logistik-Initative Hamburg und ist Teil des EFRE-Projekte "Innovationsmanagement in der Logistik". Projektpartner des ZUKUNFTSPREISES LOGISTIK ist die Süderelbe AG. Sponsoren und Unterstützer des Wettbewerbs sind die ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG, die BUSS Port Logistics GmbH & Co. KG, Forschungsgemeinschaft Innovative Logistik e.V. sowie die Deutsche Verkehrs-Zeitung DVZ.

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    Pressekontakt
  • Süderelbe AG
    Dr. Jürgen Glaser
    Tel. +49 (40) 355 10 3410
    E-Mail: glaser@suederelbe.de

    Logistik-Initiative Hamburg
    Christina Gesekus-Berndt
    Tel: +49 (40) 22 70 19 83
    E-Mail: cgb@hamburg-logistik.net