• 29. November 2017
  • 14:57
  • Wirtschaft

Windpark-Flotte im Hamburger Hafen wächst

Kräne, Frachter, Container – und immer mehr Windkraftanlagen prägen das Panorama des Hamburger Hafens.  Mit dem heute eingeweihten Windpark des städtischen Ökostromversorgers HAMBURG ENERGIE auf dem Stahlwerksgelände von ArcelorMittal sind drei neue Anlagen entstanden: Sie setzen ein weiteres Zeichen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und festigen Hamburgs Rolle als Windhauptstadt. Die Doppelnutzung der Industriefläche bedeutet Herausforderungen bei Bau und Betrieb – durch die erfolgreiche Umsetzung steigert HAMBURG ENERGIE die Produktion von sauberem Strom im städtisch verdichteten Raum.  

Jetzt sind drei neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von jeweils 3 MW am Netz. Mit dabei waren Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und Umweltsenator Jens Kerstan, HAMBURG ENERGIE-Geschäftsführer Michael Prinz, der Luxemburger Botschafter Jean Graff und Lutz Bandusch, CEO ArcelorMittal Europe, long products, bars and rods.

Die drei Windenergieanlagen ragen rund 180 Meter hoch in den Himmel. Beachtlich ist der Rotordurchmesser von etwa 117 Metern. Zum Vergleich: Die Elbphilharmonie misst eine Höhe von 110 Metern.  Die Rotorfläche zur Windernte beträgt mehr als 10.700 Quadratmeter – umgerechnet sind das etwa anderthalb Fußballfelder. Die drei Anlagen produzieren im Jahr gut 23 GWh – das entspricht dem Strombedarf von mehr als 8.000 Haushalten.  Bau und Betrieb der Windenergieanlagen auf einer industriell genutzten Fläche stellen die Projektbeteiligten vor besondere Herausforderungen:  Die Standorte unterliegen Sicherheitsauflagen, die sowohl dem außergewöhnlichen Standort im industriellen Umfeld als auch dem geforderten Sicherheitskonzept Rechnung tragen müssen. Mit dem regionalen Hersteller Nordex hatte HAMBURG ENERGIE einen kompetenten Partner an der Seite, der komplexe Brandschutzlösungen entwickelt hat. Zudem sorgen Kamerasysteme zur Sichtprüfung, eingebaute Eissensoren und spezielle Schutzdächer für Sicherheit. Diese Maßnahmen stellen in der konkreten Umsetzung sicher, dass Mitarbeiter, Betriebe oder Industrie-anlagen nicht gefährdet werden können. Die drei Windenergieanlagen sind technisch exakt zugeschnitten auf den Ort, an dem sie stehen und bieten eine individuelle Ausstattung, die in dieser Zusammenstellung bei Onshore-Anlagen bislang einmalig ist.

Mit dem Bau außergewöhnlicher Projekte hat HAMBURG ENERGIE bereits Erfahrung: Schon Anfang des Jahres konnte der städtische Ökostromversorger den ersten Windpark im Hamburger Hafen in Betrieb nehmen. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Anlagen auf dem ArcelorMittal-Gelände  produzieren beim Aluminiumherstellers Trimet ebenfalls drei Windenergieanlagen Ökostrom.

Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Diese drei neuen Windkraftanlagen sind ein Beweis dafür, dass Hamburg und seine Unternehmerinnen und Unternehmer den Ausbau der erneuerbaren Energien, sogar im Herzen des Hafens, aktiv unterstützen, ja es zu ihrer Sache machen. Dass es zudem ArcelorMittal als weltweit größter Stahlproduzent ist, der dieses Projekt möglich gemacht hat, ist ein weiteres deutliches Signal. In einem solch zentralen industriellen Bereich das Prinzip der Erneuerbaren Energie zu verorten, das ist eine zukunftsweisende Verbindung.“

Umweltsenator Jens Kerstan: „Ich freue mich sehr darüber, dass mit den drei neuen Windkraftanlagen bei ArcelorMittal in unserer Stadt jetzt 65 Windkraftanlagen fast 115 MegaWatt regenerativer Energie produzieren. Das würde ausreichen, 100.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Hier speist die Energie das werkseigene Netz und entlastet das energieintensive Stahlwerksunter-nehmen. Ein guter, ein richtiger Schritt auf dem Weg in Richtung Energiewende. Das Projekt belegt erfolgreich, was auch auf schwierigem Terrain für Windkraftanlagen besonders hier im Hafen möglich ist, wenn Antragsteller, Nachbarbetriebe und Genehmigungsbehörde an einem Strang ziehen.“

Michael Prinz, Geschäftsführer HAMBURG ENERGIE GmbH: „Unsere Priorität und unser Auftrag ist es, die Energiewende im Norden – und insbesondere hier in Hamburg – voranzubringen. Auch im urbanen, verdichteten Raum ist das umsetzbar, wie HAMBURG ENERGIE mit diesem Projekt erneut zeigt. Wir brauchen flexible, individuelle Lösungen für die Herausforderungen eines jeden Standorts; dann sind selbst industriell genutzte Flächen  mit sensiblen Betriebsanlagen als Windpark geeignet.  Zur Umsetzung braucht es darüber hinaus engagierte Partner, die mit viel Erfahrung und Know-How zum Erfolg beitragen – ihnen gilt mein besonderer Dank. Inzwischen kann HAMBURG ENERGIE in eigenen regenerativen Anlagen einen Großteil des eigenen Strombedarfs produzieren, den unsere Kundenhaushalte benötigen. Das ist eine stolze Bilanz und ein wichtiger Beitrag für die Klimaschutzziele der Stadt Hamburg.“

Jean Graff, Botschafter des Großherzogtums Luxemburg: „Der in Luxemburg beheimatete ArcelorMittal-Konzern, heute weltweit führender Stahlhersteller, zeigt, dass er mit der Herstellung innovativer Produkte den Anforderungen der Digitalisierung voll gerecht wird. Des Weiteren untermauert der Konzern, dass er sowohl mit Walzdraht aus Hamburg oder Stahl für Windräder, aber auch mit klimafreundlichen und energieeffizienten Produktionsprozessen – wie der Nutzung von Strom aus Windkraft – seinen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leistet. Dass ArcelorMittal dies sowohl in den deutschen, als auch den luxemburgischen Produktionsstätten tut, unterstreicht die gemeinsame Vorreiterrolle, welche Luxemburg und Deutschland auf diesen Feldern spielt und beweist, dass Industrieproduktion und Klimaschutz zu einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten werden können.“

Lutz Bandusch, CEO ArcelorMittal Europe, long products, bars and rods: „ Mit der Installation der drei Windräder leistet ArcelorMittal in Hamburg einen weiteren Beitrag zu nachhaltiger Stahlproduktion. Wir sind bereits jetzt mit der Direktreduktionsanlage ein besonders umweltfreundlicher und energieeffizienter Stahlhersteller. Investitionen in die Zukunft treiben wir kontinuierlich voran. Als Industrieunternehmen beteiligen wir uns auch an dem neuen Fernwärmeprojekt zur Versorgung der Stadt Hamburg.“

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