• 03. September 2019
  • 13:50
  • Wirtschaft

Weltleitmesse: SMM 2020 veröffentlicht Leitmotiv und Maritime Industry Report

„Driving the maritime transition“ – in Zeiten globaler Klimadebatten und Digitaler Transformation wird die SMM 2020 erneut zum Hotspot für Entscheider in der maritimen Wirtschaft. Welche Themen die Branche aktuell besonders umtreiben, zeigt die neue Ausgabe des SMM Maritime Industry Report: Alternative Antriebe und attraktive Nischenmärkte stehen bei Schifffahrt, Schiffbau und Zulieferern stark im Fokus.
 
Das Jahr 2020 markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der internationalen Schifffahrt: Von Jahresbeginn an gilt weltweit ein niedrigerer Grenzwert für den Schwefelanteil im Schiffsbrennstoff: Statt bisher 3,5 Prozent werden nur noch 0,5 Prozent erlaubt sein. Jahrzehntelang war Schweröl für Reeder die erste Wahl – mit Inkrafttreten des „Sulphur Caps“ darf es nur noch verwendet werden, wenn auf dem Schiff aufwendige Abgasreinigungssysteme (Scrubber) installiert sind. Ein weiterer Meilenstein der International Maritime Organization (IMO) ist die Halbierung der CO2-Emissionen bis 2050. Mit ihrem Leitmotiv „SMM 2020 – Driving the maritime transition“ spannt die Weltleitmesse den Bogen weiter: Gezeigt werden sämtliche Trends und Innovationen der Branche im Kontext von Digitalisierung und Umweltschutz.
 
Maritime Industry Report bestätigt technologisches Wettrennen
LNG-Antrieb, Batterietechnik, Brennstoffzelle, synthetische Kraftstoffe, Power-to-X-Technologie: Zahlreiche vielversprechende Lösungen sind bereits auf dem Markt oder in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium. „Der Wettbewerb um die besten Konzepte hat gerade erst begonnen“, sagt Dr. Uwe Lauber, Chef von MAN Energy Solutions und Vorstandsvorsitzender VDMA Motoren und Systeme.
Welche Technik liegt in der Gunst der Reeder vorn? Auf welche Brennstoffe bauen sie? Wie steht es um die Investitionsbereitschaft? Um das herauszufinden, hat die Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) zum zweiten Mal Verantwortliche in Reedereien, Schiffbauunternehmen und Zuliefererbetrieben aus aller Welt nach ihren Einschätzungen zur wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung gefragt. Am SMM Maritime Industry Report (MIR) nahmen insgesamt mehr als 1.400 Akteure teil – der Großteil bekleidet führende Positionen in den Unternehmen. Damit ist der SMM MIR 2019 eine der umfassendsten maritimen Branchenbefragungen weltweit.
 
Retrofit statt Neubau
Eines der Ergebnisse: Beim Brennstoff favorisieren die Reeder LNG (45 Prozent). Eine Vorreiterrolle nehmen hier die Kreuzfahrtreedereien ein, die sich damit ihrer Verantwortung für die Umwelt stellen. Laut Kreuzfahrtverband CLIA stehen derzeit 26 Schiffe mit LNG-Antrieb in den Auftragsbüchern.
Auch Hybridlösungen kommen für immer mehr Reeder infrage – insbesondere Batterietechnik in Kombination mit Marinediesel (48 Prozent) und LNG (39 Prozent). Beides sind geeignete Optionen, um den immer strengeren Umweltauflagen gerecht zu werden. Insgesamt gaben über zwei Drittel der Reeder an, ihre bestehende Flotte entsprechend umrüsten zu müssen. Lediglich 29 Prozent haben vor, die Schiffe durch Neubauten zu ersetzen. Generell ist die Baubereitschaft der Reeder eher gering: So plant weniger als ein Drittel bis zum Ende des nächsten Jahres neue Schiffe zu ordern. Auf der Einkaufsliste ganz oben stehen LNG-Tanker (15 Prozent).
 
Boom-Branchen sorgen für Auftragsplus
Scrubber, Ballastwassermanagement, Antriebstechnik: Laut SMM MIR sind die Werften in der Handelsschifffahrt vor allem mit umfangreichen Schiffsüberholungen, Reparaturen, Nachrüstungen oder Umbauten erfolgreich. Bis Ende 2020 rechnen 53 Prozent der Werft-Betreiber bei Tankern mit einem höheren Instandsetzungsbedarf, bei Containerschiffen sind es 48 Prozent. Der Markt für Neubauten wächst hingegen an anderer Stelle: So glauben 64 Prozent der Schiffbauer bei RoPax-Fähren und Expeditionscruisern an ein Auftragsplus, bei Marineschiffen erwarten 59 Prozent mehr Aufträge. Von den vollen Orderbüchern profitierten auch die Zulieferer. Sie blicken von allen Teilnehmergruppen am positivsten in die Zukunft: Über ein Drittel der Lieferanten sieht sehr gute Absatzmöglichkeiten. 74 Prozent geben an, ihre Innovationen zumindest gelegentlich verkaufen zu können. Das beeinflusst auch den Maritime Industry Score: Die gegenüber 2017 verbesserte Stimmung der Branche (56,8 zu 54,6 Zähler) fußt vor allem auf den guten Geschäftserwartungen der Zulieferer.
 
Innovationsplattform SMM
In Zeiten von globalem Umweltschutz und digitaler Transformation ist die maritime Industrie besonders gefordert, der Strukturwandel gewaltig. Die Weltleitmesse SMM zeigt vom 8. bis 11. September 2020 was technologisch alles möglich ist, um langfristig erfolgreich und ressourcenschonend zu wirtschaften. Ob Hardware oder Software: Mehr als 2.200 Aussteller aus allen Bereichen der maritimen Wirtschaft werden dem Fachpublikum ihre zukunftsweisenden Technologien und Dienstleistungen präsentieren. Über 90.000 Quadratmeter Fläche stehen Weltmarktführern, Start-ups und Hidden Champions dafür zur Verfügung. Das Thema Green Shipping spiele dabei bereits seit Jahren eine besonders große Rolle, sagt Claus Ulrich Selbach, Geschäftsbereichsleiter Maritime und Technologiemessen bei der HMC: „Ob gmec, grüne Themenroute oder die Sonder-Halle A5 zum Thema nachhaltige Antriebstechnologien – als Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft liefern wir der Branche alle zwei Jahre die wichtigsten Impulse und präsentieren sämtliche State-of-the Art-Lösungen für eine grünere Schifffahrt.“
 
Eigene Messe zum Megathema Kreuzfahrt
Ihr Gespür für aktuelle Trends beweist die Hamburg Messe auch beim neuen SMM-Ableger MARINE INTERIORS Cruise & Ferry Global Expo. Die auf die Inneneinrichtung von Kreuzfahrtschiffen spezialisierte Messe findet parallel zur Seatrade Europe vom 11. bis zum 13. September 2019 statt. Damit reagiert die SMM auf den boomenden Markt und das große  Interesse an den darauf spezialisierten Zulieferern, die 2018 bereits Teil der neuen Cruise & Ferry Route auf der SMM waren. Die große Nachfrage spiegelt sich zudem in den Ergebnissen des SMM MIR, der erstmals um das Themenfeld Interieur erweitert wurde: So gab mehr als ein Drittel der Befragten an, Bedarf an Produkten und Dienstleistungen für die Schiffsinnenausstattung zu haben. Schlüsselfertige Angebote liegen dabei besonders hoch im Kurs. „Mit der MARINE INTERIORS haben wir eine neue Messe, die hervorragend in das Profil der Hamburg Messe und Congress passt. In Kombination mit der SMM 2020 stehen der Schifffahrtsmetropole Hamburg spannende und aufschlussreiche zwölf Monate bevor. Ich bin mir sicher, dass viele Marktteilnehmer enorm davon profitieren werden – gerade auch in Hinblick auf den Weg in eine klimaneutrale Schifffahrt“, so Selbach.

Pressekontakt

SMM
Nora Hirschfeld
Tel: +49 40 3569 2445;
E-Mail: nora.hirschfeld@hamburg-messe.de
 
 

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