• 13. November 2017
  • 15:40
  • Wirtschaft

Welthafenstadt Hamburg – innovative Konzepte als Reaktion auf veränderte Märkte

Die Logistikunternehmen des Hamburger Hafens müssen sich in einem herausfordernden Umfeld behaupten. Zunehmende Konzentrationsprozesse im Containersegment, die ausstehende Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe und die Inbetriebnahme zusätzlicher Terminalkapazitäten in den Westhäfen erfordern immer wieder eine Anpassung der Unternehmensstrategien auf die sich verändernden Märkte auch im natürlichen Hinterland des Hamburger Hafens.

Dieses Thema stand im Mittelpunkt des Hamburger Hafenabends in Berlin, auf dem sich am 8. November fast 140 Fachleute aus Wirtschaft und Politik der Metropolregion Hamburg und Deutschland-Ost auf Einladung von Hafen Hamburg Marketing e.V. in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg trafen.

In seinem Grußwort betonte Staatsrat Wolfgang Schmidt, Bevollmächtigter der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund, bei der Europäischen Union und für auswärtige Angelegenheiten, die Bedeutung Hamburgs für die deutsche Wirtschaft. „Auch in entfernteren Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfahlen hat Hamburg große Marktanteile.“ Hinsichtlich der Fahrrinnenanpassung für die Unter- und Außenelbe gibt sich Schmidt zuversichtlich, dass die im Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes geforderten Anpassungen im Planfeststellungsverfahren mit den inzwischen gefundenen Lösungen bzw. Untersuchungen geliefert werden und mit dem notwendigen Ausbau der Zufahrt zum Hamburger Hafen endlich begonnen werden kann.

Mit Spannung erwarteten die Teilnehmer den Vortrag von Angela Titzrath, Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). Nach fast einem Jahr im Amt nutzte sie die Gelegenheit, um Bilanz zu ziehen, aber vor allem einen Ausblick auf die weitere Ausrichtung der HHLA zu geben. Dabei konnte sie auf die Stärkung und sogar den Ausbau der Marktposition der HHLA verweisen, was durch aktive Vertriebsaktivitäten im Frühjahr erreicht werden konnte. Dennoch muss davon ausgegangenen werden, dass der Druck auf die Terminalbetreiber durch die Entwicklung in der Reederbranche weiter zunimmt.

Neben der Konzentration auf wenige Allianzen ist vor allem die Schiffsgrößenentwicklung    eine große Herausforderung. „Wir verfügen in Hamburg nun über drei hoch effiziente Liegeplätze mit jeweils fünf Containerbrücken zur Abfertigung der größten Schiffsklasse der Welt“, informierte Titzrath. Neben den technischen und infrastrukturellen Anpassungen des Hafens steht auch Prozessoptimierung im Zentrum der Unternehmensstrategie. „Unser Anspruch ist es, Motor des digitalen Wandels im Hafen zu sein“, so die HHLA-Chefin zum Thema Industrie 4.0 und Digitalisierung. Dabei konnte sie darauf verweisen, dass die HHLA eigentlich immer wieder ein Start-up war. So zum Beispiel 1885 beim Aufbau der Hamburger Speicherstadt; 1968 als das erste Containerfrachtschiff am Burchardkai gelöscht wurde; aber auch mit der Entwicklung der Hamburger HafenCity im Jahr 1996 und 2002 mit der Inbetriebnahme des weltweit ersten fast vollautomatischen Containerterminals Altenwerder. Als weiteres Beispiel nannte sie das Hamburg Vessel Coordination Center HVCC, das gemeinsam mit Eurogate betrieben wird und die Anläufe von Seeschiffen, Feedern und Binnenschiffen optimiert. Auch auf das neueste Projekt ging sie ein: „Mit Start des Slotbuchungsverfahrens ‚Fuhre2.0‘ wollen wir Wartezeiten an Terminals und Staus auf der Straße reduzieren.“ Die künftige strategische Ausrichtung der HHLA umriss Titzrath mit den Worten: „Wir wollen die HHLA zu einem digital-innovativen Knotenpunkt auf der maritimen Seidenstraße entwickeln.“
 
Abschließend richtete Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V., eine deutliche Botschaft an die Vertreter des deutschen Bundestags: „Wir erwarten, dass das, was im Bundesverkehrswegeplan beschlossen wurde, auch umgesetzt wird. Der Ansatz von Minister Dobrindt, den Seehafenhinterlandverkehr zu stärken war richtig und muss weiterverfolgt werden.“ Dabei richtete er das Augenmerk auf den Ostkorridor im Schienengüterverkehr, die Realisierung der Schleuse Lüneburg am Elbeseitenkanal als Ersatz für das Schiffshebewerk Scharnebeck sowie die Umsetzung des Gesamtkonzepts Elbe für die Oberelbe. „Wenn wir in Deutschland wettbewerbsfähig bleiben wollen, können wir nicht alle vier Jahre das Rad neu erfinden, nur weil die Regierung wechselt“, forderte Egloff.

Im Anschluss nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit zum lebhaften Austausch zwischen maritimer Wirtschaft, Logistik, produzierendem Gewerbe und Politik.
 
 

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