18. April 201615:58Wirtschaft

Weitere Entlastung für Hafenstraßen: „Virtuelles Depot“ hilft Leercontainertransporte zu reduzieren

Schätzungen der Hamburg Port Authority (HPA) zufolge entfallen mehr als eine Million Lkw-Fahrten jährlich im Hamburger Hafen allein auf die Leercontainerlogistik. Bereits seit geraumer Zeit erarbeitet die HPA daher gemeinsam mit Hafenunternehmen und Verbänden Konzepte zur Verbesserung der logistischen Prozesse mit dem Ziel, die stark beanspruchte Straßeninfrastruktur zu entlasten.

„Neben Maßnahmen wie der Verlagerung von Leercontainermengen auf andere Verkehrsträger, wie zum Beispiel das Binnenschiff, ist das Projekt ‚Virtuelles Depot‘, das in Zusammenarbeit mit dem Fachverband der Containerpackbetriebe und IBM entstand, ein weiterer Ansatz, um die Logistikprozesse und damit letztlich den Verkehrsfluss zu verbessern. Man kann sagen: Ein virtuelles Depot, aber ein realer Erfolg.“, sagt Jens Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der HPA.

Das sogenannte ‚Virtuelle Depot‘ ist eine Plattform für die Leercontaineroptimierung, die Lkw-Verkehre bei den Packbetrieben synchronisiert. Mittels eines IT-Systems findet nach Freigabe durch die beteiligte Reederei ein interner Austausch zwischen den Packbetrieben statt. „Das cloudbasierte System ermöglicht Packbetrieben, verfügbare Leercontainer anderer kooperierender Packbetriebe, die an ein Depot zurückgeliefert werden sollen, zu finden und für einen direkten Tausch, zu reservieren.. Durch den transparenten Datenaustausch zwischen den Projektteilnehmern werden nicht nur unnötige Leercontainerfahrten reduziert und die Hafenstraßen entlastet, sondern auch eine kostengünstigere Leercontainerlogistik ermöglicht“, sagt Christian Schultze-Wolters, Geschäftsbereichsleiter Nord & Ost bei IBM.

Nach einer Testphase im vergangenen Jahr startete das Pilotprojekt im März dieses Jahres.
„Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projekts“, sagt Thomas Wolnewitsch, Vorsitzender des Fachverbands der Containerpackbetriebe. „Derzeit nehmen bereits über die Hälfte der Mitgliedsunternehmen unseres Fachverbands sowie elf Reedereien am Projekt ‚Virtuelles Depot‘ teil. Je mehr Teilnehmer sich dem Projekt anschließen, desto größer wird der positive Effekt sein.“
Wirtschaftssenator Frank Horch: „Der Hamburger Hafen ist ein Vorreiter im Bereich der Digitalisierung. Mit Hilfe des ‚Virtuellen Depots‘ können künftig unnötige Transporte von Leercontainern vermieden werden. Das ist ökonomisch sinnvoll und auch gut für die Umwelt.“
 

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