27. Oktober 201411:57Wirtschaft

Wallmann & Co. erhöht durch einen neuen Liebherr-Hafenmobilkran seine Kranlastkapazität auf 406 Tonnen

Das Hamburger Hafenumschlagunternehmen Wallmann & Co. (GmbH & Co. KG) hat seine Krankapazität durch einen neuen Hafenmobilkran vom Kranhersteller Liebherr erweitert. Es ist bereits der zweite LHM 600-Hafenmobilkran, der auf dem Multi-Purpose-Terminal am Reiherstieg in Hamburg-Wilhelmsburg in Betrieb genommen wird. Im Tandembetrieb können diese beiden Mobilkräne jetzt Schwergut von bis zu 406 Tonnen bewegen. Nur auf dem Wallmann-Terminal in Hamburg können derart schwere Lasten in einem Seehafen in Deutschland verladen werden.

Den neuen 590 Tonnen schweren Hafenmobilkran mit einer Turmhöhe von 38 Metern nahm Wallmann am 24. Oktober 2014 in Empfang. Der Ausleger kann auf eine maximale Höhe von 80 Metern aufgestellt werden und hat in dieser Position bei einer Verladung am Seil eine maximale Hebelast von 208 Tonnen. Die Ausleger-länge von 58 Metern ist für die Abfertigung von Super Post-Panamax Schiffen geeignet. Insgesamt verfügt Wallmann & Co. über sieben Kräne für den Umschlag von konventionellem Stückgut.

Bereits am 20. Oktober war der Kran im Rostocker Hafen auf einen Ponton der Bugsier-, Reederei- und Bergungs-Gesellschaft mbH & Co. KG übergesetzt. Zwei Tage später startete dann der Transport von Rostock durch den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) nach Hamburg. Der Bugsier-Schlepper „Arion“ bewältigte die Strecke auf der Ostsee, durch die beiden NOK-Schleusen in Kiel-Holtenau und Bunsbüttel sowie die Passage elbaufwärts in 36 Stunden. In den Morgenstunden des 24. Oktober wurde der Kran dann in Hamburg entlascht und setzte am Nachmittag auf die Kaimauer des Wallmann-Terminals über. Hans-Dieter Wilde, geschäftsführender Gesellschafter von Wallmann & Co.: „ Mit dem neuen Hafenmobilkran von Liebherr haben wir unsere Leistungsfähigkeit weiter erhöht. Das ist nicht nur gut für uns und unsere Kunden, sondern stärkt auch den Standort Hamburg und macht ihn für import- und exportierende Unternehmen aus dem Hinterland attraktiver. Die Terminals sind inzwischen wasserseitig hoch gerüstet. Jetzt müssen aber auch schnellstens die Versäumnisse bezüglich der Infrastruktur – vorrangig auf den Hauptrouten – behoben werden. Insbesondere die entsprechenden abgelasteten Brückenbauwerke müssen instandgesetzt werden, damit die deutschen Seehäfen auch für Großraum- und Schwertransporte erreichbar bleiben.“

Wallmann & Co. ist spezialisiert auf den Umschlag von Schwergut- und Projekt-ladung. Auf dem Universal-Terminal werden moderne Logistik-Lösungen rund um Warenumschlag und -lagerung aus einer Hand angeboten. Zu den Dienstleistungen des vor 92 Jahren gegründeten mittelständischen Hafenunternehmens mit 80 Mitarbeitern gehören neben dem Umschlag auch die Zwischenlagerung sowie seemäßige Verpackung von Maschinen und Anlagenkomponenten. Bestandteil des Leistungskatalogs sind zudem Stauereiarbeiten, Seegüterkontrollen oder Lasch-Arbeiten. Das Terminal umfasst 130.000 Quadratmeter. Darauf befinden sich mehrere Lager- und Logistikhallen mit einer Gesamtfläche von rund 55.000 Quadratmetern. Die 640 Meter lange Kaimauer erlaubt die gleichzeitige Abfertigung von bis zu drei Seeschiffen. Das Wallmann-Terminal ist auch landseitig per Bahn und Lkw gut erreichbar.

Der Hamburger Hafen wird regelmäßig von Liniendiensten aus dem Bereich Schwergut- und Projektladung angelaufen. Für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer ist der Elbehafen deshalb ein wichtiger Umschlagplatz für ihre Exportgüter. Von den 1,9 Mio. Tonnen konventionellem Stückgut, die 2013 in Hamburg umgeschlagen wurden, entfielen 642.000 Tonnen auf dieses Segment, davon waren 503.000 Tonnen für den Export bestimmt.