• 28. Juni 2017
  • 12:12
  • Schifffahrt

Volldampf für den maritimen Denkmalschutz - Wiederinbetriebnahme der OTTO LAUFFER zum 40. Jubiläum der Museumshafen-Eröffnung

Am kommenden Sonntag, 02.Juli 2017 gibt es ab 12:00 Uhr im Museumshafen Oevelgönne viel Grund zur Freude: Der Verein feiert die Eröffnung seines Hafens, im Mai vor 40 Jahren, mit der feierlichen Wiederinbetriebnahme seiner frisch restaurierten Polizeidampfbarkasse OTTO LAUFFER.

Schon bei der Hafeneröffnung 1977 dampfte die ehem. Hafenpolizeibarkasse, damals noch unter der Flagge des „Museum für Hamburgische Geschichte“ in den Museumshafen ein. Es war der Beginn einer breiten privaten Initiative zur Bewahrung des maritimen Erbes unserer Stadt an dem Hamburg heute erfreulich reich ist und die OTTO LAUFFER war noch vor Gründung des Museumshafen Oevelgönne e.V., seit 03.10.1969 das erste fahrbereite Museumsschiff Deutschlands.

Frank Horch, Senator der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: „Hamburg verfügt über eine bedeutende Flotte an historischen Arbeitsschiffen, die mit ihren Mannschaften einst zum wirtschaftlichen Erfolg des Hamburger Hafens und damit zum Wohle der Stadt beitrugen. Fünfzehn Schiffe – darunter die OTTO LAUFFER – sind eingetragene Denkmäler. Ich freue mich, dass die OTTO LAUFFER wieder dampft und Zeitreisen ermöglicht. Herzlichen Dank allen, die dazu beigetragen haben!“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Mitglieder des Vereins haben auch mit der Sanierung der OTTO LAUFFER Pionierarbeit für den denkmalgerechten Erhalt von Schiffen geleistet. Der Museumshafen Oevelgönne wird im 40. Jahr seines Bestehens immer mehr zu einem lebendigen Ort unseres maritimen Gedächtnisses. Ich danke dem Verein für seine hervorragende Arbeit.“


Der Museumshafen Oevelgönne e.V. ist eine gemeinnützige und private Vereinigung, die sich zur Aufgabe gemacht hat ehemalige Berufsfahrzeuge zu restaurieren und in Fahrt zu erhalten. Diese stammen überwiegend aus dem Zeitabschnitt zwischen 1880 und 1960 und waren ausnahmslos für die norddeutsche Region und den Hamburger Hafen in Hinblick auf Versorgung, Infrastruktur und Dienstleistungen bedeutsam.

Viele der im Museumshafen liegenden Schiffe wurden als verrottete Wracks an entlegenen Orten entdeckt und meist in jahrelanger mühsamer Arbeit originalgetreu restauriert. Sie sind heute entsprechend ihrer ehemaligen Aufgabe funktionstüchtig wiederhergestellt und seetauglich. Insofern ist der Museumshafen Oevelgönne nicht als totes „Schiffsmausoleum“, sondern als lebendiges und mobiles Museum zu verstehen. Die Infahrthaltung und Nutzung der Schiffe zu repräsentativen und privaten Zwecken wird dabei als wesentliche Voraussetzung für die gesicherte Pflege und Erhaltung dieses Kulturgutes angesehen.

Seit 1978 ist es dem Verein hauptsächlich durch Spenden gelungen acht eigene Schiffe zu erwerben und mit dem Engagement seiner ehrenamtlich aktiven Mitgliedern zu restaurieren: den Schleppdampfer „TIGER“ (1978), das Feuerschiff „ELBE 3“ (1979), den Finkenwerder Hochseefischkutter „PRÄSIDENT FREIHERR VON MALTZAHN“ (1983), den Dampfschlepper „CLAUS D.“ (1983), den Besanewer „MOEWE“ (1997), die Polizeidampfbarkasse „OTTO LAUFFER“ (2004), die Dampfpinasse „MATHILDA“ (2006) und die Hafenbarkasse „ALTONA“ (2017). Auch wenn der Verein zusätzlich die Pflege von Schiffen aus Hamburger Museen übernommen hat: Schwimmkran HHLA I (2005) vom Hamburgmuseum, Ewer „ELFRIEDE“ (2006) vom Altonaer Museum, ist der Museumshafen Oevelgönne e.V. dennoch kein staatlicher Museumsbetrieb, sondern ein Verein, der hauptsächlich von der ehrenamtlichen Tätigkeit seiner Mitglieder, von Beiträgen und Spenden getragen wird.

Die Polizeibarkasse OTTO LAUFFER ist nach dem Verlust zahlreicher Dampfschiffe heute ein seltenes Beispiel für den Dampfschiffbau der 1920er-Jahre und ist als Dampfbarkasse bundesweit einzigartig. Gebaut wurde das Schiff 1928 im Auftrag der Finanzdeputation in Hamburg bei der Hamburger Werft H.C. Stülcken & Sohn als HAFENPOLIZEI VI. In genau 40 Einsatzjahren als Polizeibarkasse wurde sie zu einem wichtigen Zeugnis des Hamburger Hafenbetriebs von den 1920er bis 1960er Jahren. Nach der Ausmusterung wurde sie dem Museum für Hamburgische Geschichte übergeben. Bei der Inbetriebnahme als Museumsschiff erhielt sie zu Ehren des ersten Direktors des Museums den Namen Otto Lauffer. Nach einer ersten aufwändigen Restaurierung Anfang der 1980er Jahre und vielen Jahren Fahrbetrieb als damals bestrestauriertes Dampfschiff Deutschlands, erlosch 2003 die Betriebserlaubnis des Dampfkessels. Zwei Jahre später übereignete das Museum das nicht mehr fahrbereite Schiff dem Museumshafen Oevelgönne e.V., der mit der Komplettsanierung begann und das Schiff 2010 in die Denkmalliste der Stadt Hamburg aufnehmen ließ.

Die Finanzierung
Ende 2015 wurden die Vereinsmitglieder vom Museumshafen Oevelgönne e.V. mit der Zusage beglückt, dass die seit Jahren in Wartestellung befindliche Restaurierung ihrer denkmalgeschützten Dampfbarkasse OTTO LAUFFER, mit insgesamt 890.000 Euro von Bund und Land, finanziert werden kann. Die Hamburger Wirtschaftsbehörde und die Kulturbehörde einigten sich auf einen Finanzierungsbeitrag von 490.000 Euro zur Restaurierung der ehemaligen Polizeidampfbarkasse OTTO LAUFFER. Die Wirtschaftsbehörde steuerte davon 400.000 Euro, die Kulturbehörde 90.000 Euro bei. Auf Initiative der Hamburger Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs und Dr. Matthias Bartke (beide SPD) hatte der Bund bereits aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien400.000 Euro für die notwendige Generalrestaurierung zur Verfügung gestellt. Damit war endlich die Zukunft des Museumsschiffes gesichert. Es sollte sich um die erste Zuwendung öffentlicher Mittel dieser Größenordnung in 40 Jahren Vereinsgeschichte handeln. „Anerkennung, Herausforderung und Verantwortung - alles zugleich“, sagt der Vereinsvorsitzende Andreas Schildhauer „und wir danken den Hamburger Behörden und den Abgeordneten Johannes Kahrs und Dr. Matthias Bartke sehr für ihr erfolgreiches Engagement“, so Schildhauer weiter.

Die Restaurierung
Nach einer rund sechsmonatigen Planungsphase, in der u.a. ein genaues Leistungsverzeichnis mit über 200 Einzelpositionen ehrenamtlich erarbeitet wurde, begann die Restaurierungsmaßnahme OTTO LAUFFER am 01.09.2016 auf der Hitzler Schiffswerft, die seit 1885 in Lauenburg/Elbe ansässig ist. Das Schiff war komplett entkernt und in seine Einzelteile zerlegt als es an die Schiffswerft, mit ausgewiesener Erfahrung beim Bau von Binnenschiffen und der Restaurierung von historischen Dampf- und Motorschiffen verholt wurde. In Nach zehn Monaten Bauzeit mit vielen traditionellen Gewerken, unter der fachlichen Aufsicht des Denkmalschutzamtes Hamburg sowie dem Projektleiter und freien Sachverständigen für Traditionsschiffe, Dipl.-Ing. Andreas Westphalen aus Hamburg, kehrt die OTTO LAUFFER am 02.Juli 2017 erstmals nach insgesamt 14 Jahren wieder in die Öffentlichkeit im Museumshafen Oevelgönne zurück. Die Restaurierung der Dampfbarkasse OTTO LAUFFER wurde gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Freie und Hansestadt Hamburg.

Pressekontakt

Museumshafen Oevelgönne e.V.
Bjørn Nicolaisen
Anleger Neumühlen
22763 Hamburg

Tel.: 0179 -45 66 99 2
mailto: b.nicolaisen@museumshafen-oevelgoenne.de

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