• 12. April 2019
  • 08:34
  • Wirtschaft

Verladertag 2019 Dresden – „Wachstumshemmer Logistik? Mit innovativen Lösungen zu Ihren Absatzmärkten“

Unter diesem Motto stand der traditionelle Verladertag, der am 4. April von der Industrie- und Handelskammer Dresden und Hafen Hamburg Marketing in Dresden stattfand. Fast 80 Experten aus Industrie und Logistik informierten sich über aktuelle Entwicklungen in der Transportwirtschaft.

Im ersten Themenkomplex stand die Optimierung von Verkehrswegen im Mittelpunkt. Auf großes Interesse stieß der Vortrag von Charlotte Hein und Marian Lüdecke, die als Vertreter der Cosco Shipping Lines (Germany) die „Neue Seidenstraße“ sowohl aus maritimer als auch kontinentaler Sicht eines Großreeders darstellten und Angebote für die Kunden vorstellten. „Hamburg ist und bleibt Deutschlands wichtigster Hub der Neuen Seidenstraße“, betonte im Anschluss Ingo Egloff, Vorstand HHM, und verwies auf das große Angebot sowohl von maritimen Liniendiensten als auch von Bahnangeboten nach China, welche bereits heute genutzt werden können. Zusätzlich wird die Realisierung der Fahrrinnenpassung der Unterelbe die Leistungsfähigkeit des größten deutschen Seehafens deutlich verbessern. Einen etwas längeren Atem wird die Binnenschifffahrt benötigen, führte Stefan Kunze, Repräsentant HHM und Vorstandsvorsitzender der Elbe Allianz, in seinem Vortrag über die Umsetzung des Gesamtkonzepts Elbe aus. „Allerdings wird es mit einigen kleinen Lösungen und besseren Informationen über die Wasserstraße auch vor den eigentlichen Baumaßnahmen möglich werden, die Leistungsfähigkeit der Elbe zu erhöhen“, schätzte er ein und unterstrich das mit konkreten Beispielen. Abschließend informierte Petra Heldt, Referentin im sächsischen Verkehrsministerium, über den Planungsstand der Neubaustrecke Dresden-Prag (Erzgebirgstunnel), mit der sich ab Mitte der 2030er Jahre die Schienenverbindung zwischen Sachsen und der Tschechischen Republik und Südosteuropa deutlich verbessern und das hoch frequentierte Elbtal entlastet wird.

Im zweiten Themenkomplex wurden Lösungen zur Optimierung logistischer Prozesse vorgestellt. So stellte Denise Holfeld, Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI, Tools zur Planung und Optimierung von Transportketten sowie zur Laderaumoptimierung für nicht standardisierte Güter vor. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Brexits ist die Zollthematik in den Fokus geraten. Wie Unternehmen sicherer mit dieser Frage umgehen können, erläuterte Martin-Thomas Stolley, Porath Customs Agents Hamburg, mit seinen Ausführungen zur Digitalisierung von Zollprozessen. Etwas handfester wurde die Präsentation von Jan Chum, Metrans Prag, der neben dem Produktionssystem von Metrans im Schienentransport zwischen den deutschen Seehäfen und ihrem Hinterland auch technische Eigenentwicklungen für Containertragwagen vorstellte. „Damit können wir in unserem Netzwerk sehr flexibel auf die aktuellen Kundenanforderungen reagieren“, fasste Chum zusammen.

Die Vorträge gaben genügend Input für den Austausch in den Pausen und beim Get-together im Anschluss. „Wir sind auf den Verladertag 2020 gespannt“, so die Meinung vieler Teilnehmer.

Pressekontakt

  • Bengt van Beuningen

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