• 05. Februar 2018
  • 09:56
  • Hinterland

Verladertag 2018 in Dresden – „Von der Küste nach Mitteldeutschland – Häfen als trimodale Schnittstellen für die Wirtschaft“

Der traditionelle Verladertag in der IHK Dresden, der im Zweijahresrhythmus gemeinsam von der Industrie- und Handelskammer Dresden und Hafen Hamburg Marketing (HHM) veranstaltet wird, wurde in diesem Jahr um einen Veranstalter erweitert. Durch die Beteiligung des Landesverbandes Hafenwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern (LHMV) konnten sich am 1. Februar 2018 rund 100 Teilnehmer über die deutschen Häfen an der Elbe, dem Nord-Ostsee-Kanal und der Ostsee informieren. „Mit diesem Spektrum beweisen wir das Motto unseres Vereins: Port of Partnership“ betonte Ingo Egloff, Hafen Hamburg Marketing Vorstand. „Gemeinsame Themen sind neben dem Ausbau der Hinterlandanbindung auch die Bündelung von Aktivitäten zur Verbesserung der Wahrnehmung der maritimen Wirtschaft Deutschlands in der Bundespolitik“, so Egloff weiter. Am Beispiel der Hinterlandverkehre des Hamburger Hafens verwies er auf die gute Entwicklung der Verkehre mit Mitteldeutschland und insbesondere Sachsen.

Die Leistungspalette der Häfen in Mecklenburg-Vorpommern stellte der Vorsitzende des LHMV, Sören Jurrat, in seinem Vortrag dar. „Es ist allen Häfen gelungen, die Einbrüche nach der Wende zu kompensieren und durch systematischen Ausbau des Leistungsportfolios sogar zu erweitern“, erläuterte Jurrat. Der Geschäftsführer von Rostock Port, Dr. Gernot Tesch, untermauerte diese Feststellung in seinem Vortrag und nahm dabei besonders Bezug auf die sehr positive Entwicklung des kombinierten Verkehrs in seinem Hafen. Leistungsfähige Seehäfen benötigen im Hinterland leistungsfähige Terminals. Frank Thiele, Leiter Vertrieb der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe, legte in seinem Vortrag dar, dass Binnenhäfen als GVZplus ein idealer Partner für Seehäfen sein können und in der Praxis bereits sind. „Seit fast 20 Jahren organisieren wir Containerverkehre zwischen Riesa und Hamburg per Binnenschiff und Bahn“, betonte Thiele und hat damit auch das Rezept für eine hohe Transportsicherheit auch bei Niedrigwasser verraten.

Die Zugangsmöglichkeiten der sächsischen Wirtschaft zu internationalen Märkten standen im Mittelpunkt eines weiteren Vortragsblocks. Dabei informierte Steffen Engelke, Vertrieb DB Netz, über aktuelle Bauvorhaben im Streckennetz der Deutschen Bahn in Mitteldeutschland. Ein wesentlicher Schwerpunkt ist der Bau des Ostkorridors von den deutschen Seehäfen über Stendal-Halle-Hof, von der auch die mitteldeutsche Wirtschaft profitieren wird. Mit der Fertigstellung der Strecke Knappenrode-Horka steht Ende des Jahres auch eine Alternativroute für Verkehre aus dem Elbtal und über Frankfurt/Oder zur Verfügung. Ein weiteres Bahnprojekt stellte Henrik Saske, Referent im sächsischen Verkehrsministerium, vor: die Neubaustrecke Dresden-Prag, vielen bekannt als Erzgebirgstunnel. Woran 2008 außer ein paar Enthusiasten kaum einer geglaubt hat, ist durch systematische und gründliche Planung und der darauf basierenden Aufnahme in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans im Jahr 2017 in den Bereich des Realisierbaren gerückt. „Durch die Neubaustrecke wird die Kapazität um 100 Güterzüge pro Tag im Elbtal erhöht, gleichzeitig sinkt die aktuelle Belastung der alten Elbtalstrecke deutlich“, so Saske zu den Vorteilen des Projekts.

Mit Informationen über weitere Bauabschnitte der A14 zwischen Haldensleben und dem Kreuz Schwerin informierte Wolfgang Mihlan, Verkehrsreferent der IHK Magdeburg. „Der Lückenschluss der A14 ist nicht nur eine deutliche Verbesserung der Verbindung Sachsens zu den Häfen zwischen Hamburg und Wismar, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Altmark enorm wichtig“, betonte Mihlan. Nicht zu verstehen sei daher die Haltung von Umweltverbänden, die durch Klagen das Projekt immer wieder verzögern. Ein Thema, das auch bei Stefan Kunze, Vorsitzender der Elbe Allianz und Repräsentant von Hafen Hamburg Marketing in Dresden, eine große Rolle spielt. Er stellte die Anbindung Sachsens an das europäische Wasserstraßennetz vor, wobei das Gesamtkonzept Elbe dabei eine wesentliche Voraussetzung sei, dass sächsische Waren überhaupt per Binnenschiff transportiert werden können – „vor allem für Produzenten des Anlagenbaus zwingende Voraussetzung für den Transport ihrer Produkte“, fasste Kunze zusammen.

In den Pausen nutzten die Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Logistik ausgiebig die Möglichkeiten zum Meinungsaustausch sowie zu weiteren Informationen an den Ständen der beteiligten Häfen.
 

Pressekontakt

  • Bengt van Beuningen

    Bengt van Beuningen

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