24. Januar 201413:34

Verkehrsbilanz Nord-Ostsee-Kanal 2013

Unerwartete Reparaturen an den Schleusen Brunsbüttel, von ver.di ausgerufene Streiks und eine Havarie führten im Jahr 2013 zu Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs und zu mehrtägigen Sperrungen des Nord-Ostsee-Kanals.

Die insgesamt 18 Tage andauernden Einschränkungen auf dem Nord-Ostsee-Kanal bilden sich in der Jahresbilanz 2013 im Rückgang des Schiffsverkehrs und in der transportierten Ladungsmenge ab. Besonders betroffen waren die Monate März (achttägige Sperrung von drei Schleusenkammern in Brunsbüttel) und August (Nachwirkungen des Streiks im Juli) sowie das dritte Quartal des Jahres 2013 (viertägige starke Beeinträchtigungen bzw. zeitweise Komplettsperrung des Kanals wegen Havarie im Oktober). Auch die von den Sturmtiefs „Christian“ und „Xaver“ auf der Elbe verursachten Hochwasser legten die Schifffahrt auf dem NOK tageweise lahm.

Jörg Heinrich, Leiter des Dezernats Schifffahrt in der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) in Kiel: „Trotz der Beeinträchtigungen hat der Verkehr auf dem NOK ein ordentliches Ergebnis eingefahren.“ Die Gesamtbeeinträchtigung des Schiffsverkehrs lag bei ca. 5 Prozent. Die Ladungsmenge blieb nur ca. 9 Prozent hinter den Vorjahreswerten zurück.

„Das ist selbstverständlich kein befriedigendes Ergebnis, lässt aber hoffen, dass nach dem Abschluss der Reparaturen der Großen Nordkammer in Brunsbüttel im Jahr 2014 wieder positive Wachstumssignale zu erwarten sind.“

Insgesamt passierten 2013 31.097 Schiffe den NOK. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 2012 10,8 Prozent weniger (34.879 Schiffe).

Im Teilstreckenverkehr waren es 7.289 Schiffe. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 9,7 Prozent.

Die insgesamt transportierte Ladungsmenge liegt mit 94,8 Mio. Tonnen etwa auf dem Niveau des Jahres 2006 . Damit lag das Jahresergebnis 2013 um gut 10 Prozent unter dem des Rekordjahres 2008 (105,8 Mio.Tonnen).

„Im Vergleich zu der moderaten Entwicklung der Umschlagszahlen in den norddeutschen Seehäfen, konnte der NOK trotz der Verkehrsrestriktionen ein adäquates Ergebnis erreichen“, so Jörg Heinrich weiter.

Bemerkenswert ist, dass die Entwicklung des sog. Mittelschiffs (die durchschnittliche Schiffsgröße) mit über 6.000 BRZ im Durchschnitt in den ersten beiden Monaten des Jahres 2013 so gut war wie nie zuvor und sich diese Tendenz im 4. Quartal stabilisierte. Jörg Heinrich: „Die größeren Schiffe nutzen den Kanal also trotz eingeschränkter Verfügbarkeit der Großen Schleusen weiterhin mit steigender Tendenz.“ Insgesamt betrug die BRZ 2013 150.335.781, im Vorjahr lag die BRZ bei 166.134.880.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hat in den vergangenen Jahren jährlich im Schnitt ca. 60 Mio. Euro in den Substanzerhalt des Nord-Ostsee-Kanals investiert. Dazu zählen u.a. Reparaturen an den Schleusen Kiel-Holtenau und Brunsbüttel, Grundsanierungsarbeiten im Straßentunnel und an der Eisenbahnhochbrücke Rendsburg sowie die Dalbenerneuerung in den Weichen des NOK und die Auftragsvergabe zum Neubau eines Leitungstunnels in Kiel- Holtenau. Karsten Thode, Leiter des Dezernats Regionales Management der GDWS in Kiel: „Diese Beispiele zeigen, dass wir das ganze Jahr über auf der gesamten Strecke des NOK dabei sind, den Kanal für die Schifffahrt leistungsfähig zu erhalten. Das kommt der Schifffahrt zugute!“

In den letzten drei Monaten des Jahres 2013, insbesondere im Dezember erholte sich der Schiffsverkehr wieder.

Jörg Heinrich: „Da die Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Europa für das Jahr 2014 überwiegend positiv ausfallen, wird davon auch der Seeverkehr zwischen Nord- und Ostsee profitieren.“

Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV):         

Die WSV ist verantwortlich für die Unterhaltung, den Ausbau und Neubau der Bundeswasserstraßen einschließlich der entsprechenden Genehmigungsverfahren. Bei der Aufgabenwahrnehmung werden die Belange des Naturhaushalts und der Erholungswert der Gewässerlandschaft einbezogen. Es gehört zu unseren Hauptaufgaben für einen sicheren und reibungslos funktionierenden Schiffsverkehr zu sorgen. Die Experten in unseren Verkehrs- und Revierzentralen an den See- und Binnenwasserstraßen sorgen rund um die Uhr für die Sicherheit der Schifffahrt und den Schutz der Menschen und der Natur.  www.wsv.de

Pressekontakt: Wasser und Schifffahrtsverwaltung des Bundes | Pressesprecherin | Claudia Thoma claudia.thoma@wsv.bund.de | Tel. +49 (0)431 3394 6150

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