06. Januar 201413:09

Unternehmen des ChemCoast Park Brunsbüttel erarbeiten notwendige Maßnahmen zur Stärkung und Weiterentwicklung des bedeutenden Industriestandortes

ChemCoastPark Brunsbüttel stellt Maßnahmen- und Forderungskatalog für das größte Industriegebiet Schleswig-Holsteins vor. Ausbau der Infrastruktur und Sicherstellung der Energieversorgung stehen im Fokus.

Die Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel, vertreten durch die Werkleiter bzw. Geschäftsführer der ansässigen Unternehmen im Industriepark Brunsbüttel, hat sich der Fragestellung angenommen, mit welchen Maßnahmen der ChemCoast Park langfristig weiter als Industriestandort gestärkt werden kann und dazu einen detaillierten Maßnahmen- und Forderungskatalog erstellt.

Die Unternehmensvertreter haben die übergreifenden Themen gebündelt und die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbssituation herausgestellt.

Der ChemCoastPark Brunsbüttel ist das größte Industriegebiet in Schleswig-Holstein. Chemie- und Mineralölwirtschaft, Energieerzeuger, Logistiker und weitere Industriezweige leisten hier einen entscheidenden Beitrag zur Wertschöpfung des Landes und für Norddeutschland. Ziel der Werkleiterrunde ist es, neben dem internen Informations- und Wissensaustausch, die Attraktivität des ChemCoastParks zu steigern, um Neuansiedlungen zu fördern und bestehende Unternehmen zu stärken. Mit dem Blick auf die bevorstehenden Aufgaben kristallisiert sich die Optimierung der Infrastrukturanbindung als vordringliches Handlungsfeld heraus.

„Auf allen Verkehrswegen – Straße, Schiene und auch Wasser – sind Ausbau- und Verbesserungsmaßnahmen dringend erforderlich. Eine funktionierende Infrastruktur ist erfolgsentscheidend“, erklärt Frank Schnabel, der im Oktober die Funktion des Sprechers der Werkleiterrunde des ChemCoastParks übernahm. Der Geschäftsführer von Brunsbüttel Ports folgte damit Morten Holpert, der zuvor sechs Jahre lang dieses Amt ausübte und nun Schnabels Stellvertreter ist. Eine bedeutende Rolle bei der Verkehrsanbindung der Industrie übernimmt die Schiene. Die wichtigsten Projekte hierbei sind der zügige zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke vom Industriegebiet Brunsbüttel bis Wilster/Itzehoe sowie die dringend notwendige Sanierung des Güterbahnhofs Brunsbüttel. Für das Werk der Total Bitumen Deutschland ist darüber hinaus die Verlegung der Bahntrasse aus dem Werk heraus relevant, um die Sicherheit im Werk zu erhöhen und möglichen Gefahren vorzubeugen. Für die Straße gilt es wiederum, zwischen Itzehoe und Brunsbüttel die B5 dreispurig auszubauen und dafür entsprechende Planungskapazitäten beim Land vorzuhalten, sowie die A20 inklusive der westlichen Elbquerung bei Glückstadt fortzuführen. Die A20 ist für Schleswig-Holstein und insbesondere für die Westküste eines der herausragenden Infrastrukturprojekte und muss ohne weitere Verzögerungen umgesetzt werden.

Der Forderungskatalog umfasst in puncto Infrastrukturoptimierung auch das Wasser als Verkehrsweg. Erster Agendapunkt ist darunter der Nord-Ostsee-Kanal. Sein reibungsloser Verkehrsfluss ist überlebenswichtig für die regionale Industrie, die Kanalhäfen, aber auch für die Transitverkehre von und nach Hamburg. Seine Sanierung und Zukunftssicherung wirkt weit über die Grenzen von Schleswig-Holstein hinaus. Erneuten Verkehrsunterbrechungen gilt es vorzubeugen und unverzüglich mit dem Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel zu beginnen und die bestehenden Schleusen in Brunsbüttel und Kiel umgehend zu sanieren. Ebenfalls setzt die Werkleiterrunde auf eine positive Entscheidung und den zügigen Beginn der Fahrrinnenanpassung der Unterelbe. Vor dem Hintergrund einer optimierten wasserseitigen Anbindung, wird sich die Errichtung der geplanten Multi-Purpose-Pier östlich des Elbehafens auf den gesamten Wirtschaftsstandort Brunsbüttel positiv auswirken und den Standort unter anderem im Offshore Windmarkt weiter etablieren.

Zu den weiteren Kernthemen für den ChemCoast Park gehört die dauerhafte Sicherstellung der wirtschaftlichen und ausreichenden Energieversorgung. Neben der Gewährleistung einer kosteneffiziente Stromversorgung, liegt es auch an den Gasversorgern, dauerhaft den Bedarf zu decken und möglichen Engpässen vorzubeugen. Eine alternative und zusätzliche Gasversorgung über LNG, dem Flüssigerdgas, soll dabei in Betracht gezogen werden.

Innerhalb der Werkleiterrunde wollen die Beteiligten dem demographischen Wandel und der damit einhergehenden Problematik des Fachkräftemangels gemeinsam begegnen. Dazu ist eine Strategieentwicklung für die Unternehmen am Industriestandort vorgesehen, mit der neue Fachkräfte gewonnen und die Auswirkungen des Fachkräftemangels gehemmt werden können. Um sich frühzeitig die Mitarbeiter von morgen zu sichern, ist unter anderem die Einrichtung von außerschulischen Lernorten in den Betrieben sowohl schon in der Umsetzung als auch in der Planung der ansässigen Firmen.

Im Hinblick auf die allgemeine Lage des Schleswig-Holsteinischen Wirtschafts- und Industriezweigs, wird die Werkleiterrunde des ChemCoastParks gemeinsam mit der Landesregierung Maßnahmen zur Vereinfachung von Genehmigungsverfahren untersuchen und erarbeiten. Beispielsweise könnte ein zentraler Ansprechpartner für Fragen zu Genehmigungsverfahren geschaffen werden, um diese zügiger abschließen zu können. Zudem fordert die Werkleiterrunde optimale Bedingungen für die egeb:Wirtschaftsförderung für Neuansiedlungs-Akquisition und Bestandspflege durch ausreichende Ressourcen.

Über den ChemCoastPark Brunsbüttel:

Mit einer Fläche von 2.000ha ist der ChemCoast Park Brunsbüttel das größte Industriegebiet in Schleswig-Holstein. Seit mehr als 30 Jahren produzieren und handeln hier Unternehmen aus der Chemie- und Mineralölwirtschaft, Energieerzeuger und Logistiker. Sie alle profitieren von der strategischen Lage an Elbe und Nord-Ostsee-Kanal und der Nähe zur sich dynamisch entwickelnden Metropole Hamburg. Über 12.500 Arbeitsplätze in der Region werden von den Unternehmen am Standort beeinflusst, mehr als 4.000 davon direkt in Brunsbüttel.

Über die Werkleiterrunde:

Die Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel vertritt die gemeinsamen Interessen der im Industriepark Brunsbüttel ansässigen Unternehmen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. In der Werkleiterrunde, die sich regelmäßig zusammensetzt, werden die Unternehmen durch die Werkleiter bzw. Geschäftsführer vertreten.Folgende Unternehmen gehören der Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel an:

Unternehmen vertreten in der Werkleiterrunde

Bayer MaterialScience AG

BEBC (Bioenergie Brunsbüttel Contracting GmbH & Co. KG)

Brunsbüttel Ports GmbH

Chemische Fabrik Brunsbüttel GmbH

E.ON Kernkraft GmbH (Brokdorf)

egeb:Wirtschaftsförderung.

Friedrich A. Kruse jun. Internationale Spedition

Holcim (Deutschland) AG (Lägerdorf)

IZET Innovationszentrum (Itzehoe)

Kernkraftwerk Brunsbüttel GmbH & Co. oHG

Mercuria Biofuels Brunsbüttel GmbH & Co. KG

Nordsee Gas Terminal GmbH & Co. KG

Raffinerie Heide GmbH

RWE Dea AG (Friedrichskoog)

Sasol Germany GmbH

SAVA GmbH & Co. KG

Total Bitumen Deutschland GmbH

Wilckens Farben GmbH

Yara Brunsbüttel GmbH

 

Quelle: Brunsbüttel Ports GmbH

 

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