• 03. April 2020
  • 08:59
  • Wirtschaft

Ungarn: Güterverkehr bislang ohne große Einschränkungen

Unsere Kollegin Krisztina Kovacs aus der Repräsentanz in Budapest berichtet über die neuen Entwicklungen in Ungarn im Zuge der Corona-Krise.

Seit dem 28. März und bis vorerst 11. April gilt die Ausgangsbeschränkung. Die Corona Virus-Epidemie hat die ungarische Fertigungsindustrie an zwei Fronten getroffen: Einerseits hat die Pandemie in China zu einer Unterbrechung der Lieferketten geführt, was zu einer stagnierenden oder in vielen Fällen vollständigen Unterbrechung der Versorgung geführt hat. Andererseits war der Sektor von einem großen Nachfragerückgang betroffen, infolgedessen mehrere Fabriken in Ungarn temporär schließen mussten. Darunter auch die großen Automobilwerke und eine Reihe wichtiger Zulieferer. Hunderttausende von Arbeitsplätzen sind gefährdet, da in Ungarn die Kurzarbeit weitestgehend unbekannt ist.

Die Exporte laufen trotz der anfänglichen Befürchtung einer geringen Leercontainerverfügbarkeit noch immer gut.

Die Importe aus Fern-Ost werden erwartungsgemäß in zwei bis drei Wochen über die Adria-Häfen wieder anlaufen. Über den Norden werden auf Grund der Blank Sailings weniger Schiffe erwartet.

Auch die Transportnachfrage beim Hinterlandverkehr auf der Schiene ist wegen der zeitraubenden LKW-Kontrollen an den Grenzen auch in Ungarn gestiegen. Lange Wartezeiten im Straßenverkehr machen den Gütertransport auf der Schiene noch attraktiver, weil er bislang nicht von Grenzsperrungen betroffen ist. So meldet das Eisenbahnverkehrsunternehmen Metrans, dass es nicht erforderlich sei, die Ausweichroute über Čunovo/Rajka zu nehmen. Die KV-Terminals BILK, Metrans und Mahart sind voll im Betrieb. Die Container-Blockzüge verkehren in alle Richtungen. Die Auslastung der Züge ist jedoch unterschiedlich.

Die Transportgüter haben sich ebenfalls geändert. Das ist hauptsächlich auf den Rückgang des Waren- und Rohstoffvolumens zu erklären, der sich durch das stagnierende Baugewerbe sowie die Produktionsstopps in der Automobilindustrie ergeben hat.

Pressekontakt

  • Bengt van Beuningen

    Bengt van Beuningen

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