• 18. März 2020
  • 15:00
  • Wirtschaft

Ungarische Wirtschaft schwer von Coronavirus getroffen

Auch Ungarn hat in der Nacht auf den 17.03. seine Staatsgrenzen für den Personenverkehr geschlossen. Der Gütertransport ist nicht betroffen. Im Transitverkehr dürfen LKW nur vorgegebene Strecken und zugewiesene Rastplätze und Tankstellen befahren.

Viele Bereiche des öffentlichen Lebens sind eingeschränkt und Firmen richten sich auf die Arbeit aus dem Homeoffice ein.

In Anbetracht der aktuellen Problematik haben wir mit Krisztina Kovacs, Leiterin der Hafen Hamburg Repräsentanz Budapest, gesprochen. Wie unsere Kollegin berichtet, leidet die ungarische Wirtschaft sehr unter den Auswirkungen des Coronavirus.

Zu vermerken ist bereits ein starker Rückgang im Import aus dem Fernen Osten. Durch Blank Sailings fehlen außerdem Leercontainer für den Warenexport. Zudem sei der Schiffsraum sehr knapp, da auch aus Süddeutschland aufgrund des verminderten Schiffsverkehrs der Nordhäfen nun Exportware Richtung Adriahäfen strömt. Auch auf der Schiene ist der Güterverkehr eingeschränkt, viele Bahnanbieter haben die Blockzugabfahrten verringern müssen.

Obwohl der Warenverkehr von der Grenzschließung nicht betroffen ist, fürchten Logistikanbieter einen Totalausfall der LKW-Fahrer, welche sich nach Rückkehr von internationalen Transporten in zweiwöchige freiwillige Quarantäne begeben müssen. Es dürfen außerdem nur noch bestimmte Autobahnen genutzt und zugewiesene Tankstellen angefahren werden.

Die hervorragende Anbindung im Hinterlandverkehr und die gut eingespielten Logistikketten machen den Hamburger Hafen in Ungarn zu einem attraktiven Marktpartner. Ungarn ist eine zentrale Drehscheibe bei der Verteilung internationaler Warenströme innerhalb Europas. In 2019 wurden etwa 119.000 TEU zwischen Hamburg und Ungarn transportiert, davon rund 118.000 TEU auf der Schiene. Durch die Auswirkungen des Coronavirus ist hier ein Einbruch zu erwarten.

Wie hoch der Schaden für Gütertransport und Wirtschaft ausfallen wird, lässt sich derzeit aber nur schwer abschätzen.

Aktuelle Infos zu Auswirkungen auf die einzelnen Marktregionen finden Sie außerdem auf den Seiten der deutschen Außenhandelskammer


 

Pressekontakt

  • Bengt van Beuningen

    Bengt van Beuningen

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