• 09. April 2020
  • 12:23
  • Wirtschaft

Tschechische Automobilbranche unter Druck

Vladimir Dobos leitet die Repräsentanz des Hamburger Hafens in Prag. Angesichts der besonderen Situation informiert er aktuell zur Lage in seiner Marktregion Tschechien.

Die tschechische Automobilbranche ist mit insgesamt 170.000 Beschäftigten eine der wichtigsten Industrien des Landes. Laut offiziellen Zahlen verantwortet sie fast ein Viertel (23 Prozent) der tschechischen Gesamtausfuhren. Für viele Ausfuhren nutzen Unternehmen in Tschechien die hervorragende Hinterlandanbindung des Hamburger Hafens per Eisenbahn. Die 140 Mitgliedsunternehmen im Verband der tschechischen Automobilindustrie (AutoSAP) erwirtschaften insgesamt einen Jahresumsatz von 1 Billion Kronen (40 Milliarden Euro). Aufgrund der Corona-Pandemie musste laut AutoSAP ein Drittel der Unternehmen den Betrieb vorläufig einstellen. Diese schwierige Lage gefährde bis zu 150.000 Arbeitsplätze und damit verbunden rund acht Prozent des tschechischen BIP.

Zur Sicherung der Liquidität der betroffenen Unternehmen fordert der Verband AuroSAP schnelle Maßnahmen. Die Unterstützungsleistungen, insbesondere für Exporteure, gelte es bis ins 3. Quartal zu verlängern. AutoSAP schlägt vor, in Abstimmung mit den Nachbarstaaten die geltenden Einreise-Beschränkungen an den tschechischen Grenzen für internationale Fachkräfte und Arbeitspendler aufzuheben.

Tschechiens umfangreiches Notstandsgesetz wurde jetzt vorerst bis zum 30. April verlängert. Die tschechischen Oppositionsparteien verhinderten mit ihren Stimmen die vom Premierminister und seinem Minderheitskabinett gewünschte Verlängerung bis zum 11. Mai.
 

Pressekontakt

  • Bengt van Beuningen

    Bengt van Beuningen

    +49 40 37709 102
Loading