27. März 201514:18Hinterland

Trimodale Verkehrsentwicklung im Unterelberaum – Das Binnenschiff muss stärker wahrgenommen werden

Ob auf Straße, Schiene oder Wasser – in Norddeutschland reihen sich entlang der Unterelbe zahlreiche dringend erforderliche Infrastrukturmaßnahmen aneinander. Eine Situation, die sich auf die Supply Chain auswirkt und den Wettbewerbsdruck erhöht. Die norddeutsche Wirtschaft will gemeinsam ihr Engagement gegenüber der Bundesregierung erhöhen, damit die Potenziale der Elbe endlich erkannt werden und entsprechende Finanzmittel bereitgestellt werden. Wo die größten Herausforderungen gesehen werden und wie die Infrastruktur für Bahn und Binnenschiff ertüchtigt werden muss, um eine Verkehrsentlastung auf den Straßen zu erzielen, darüber wurde am 26. März im Elbehafen Brunsbüttel diskutiert.

Die Brunsbüttel Ports GmbH und Hafen Hamburg Marketing e.V. haben den gemeinsamen Informationsabend ausgerichtet, um über aktuelle Aktivitäten an der Unterelbe zu informieren. Im Fokus lagen vor allem das Binnenschiff und die Bahn als Alternativen und Ergänzung zu den überlasteten Straßentransporten. Neben Hafen Hamburg Marketing Vorstand Axel Mattern, begrüßten auch der Bürgermeister der Stadt Brunsbüttel, Stefan Mohrdieck, sowie der stellvertretende Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein, Kurt-Christoph von Knobelsdorff, rund 80 Gäste im Elbehafen Brunsbüttel. Sie betonten die Bedeutung des Industriestandortes Brunsbüttel als Drehscheibe für die Schleswig-Holsteinische Industrie und die Wichtigkeit einer funktionierenden Trimodalität bei der Abwicklung der wachsenden Verkehrsströme.

Das Binnenschiff bietet besonders im Hinterlandverkehr für Transporte von Massen- und Stückgut große Entwicklungspotenziale. Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH, betonte, dass Brunsbüttel trimodal angebunden sei und die Verkehrsträger Schiene und Binnenschiff am Standort optimal miteinander verknüpft werden können. Bereits heute gibt es tägliche Verkehre zwischen Brunsbüttel und Hamburg mit Binnenschiffen. Die Binnenschiffe „Sophia Soraya“ und „Kaja Josephine“ pendeln abwechselnd nach einem der Tide angepasstem Zeitplan die 60 Kilometer zwischen Brunsbüttel und der Entladestelle im Müggenburger Kanal. Die Potenziale des Binnenschiffes sind derweil aber noch nicht ausgeschöpft. Aufgrund der zu erwartenden Verkehrssituation rund um Hamburg im Zuge der Bauarbeiten auf der A7 in den kommenden Jahren, wird zurzeit an der Aufnahme eines Binnenschiff-Shuttles für Container an der Unterelbe gearbeitet. „Die Herausforderung besteht darin, dass das Binnenschiff im Wettbewerb mit dem Lkw attraktive Transportpreise bieten muss“, so Schnabel. Er zeigte sich grundsätzlich zuversichtlich „dass Transporte mit dem Binnenschiff wirtschaftlich und konkurrenzfähig sind.“

In der von Melanie Graf, charakter PR, moderierten Podiumsdiskussion bestätigte Stefan Kunze, Vorsitzender der ElbeAllianz e.V. und Hafen Hamburg Marketing Repräsentant in Dresden, dass das Binnenschiff zu wenig wahrgenommen würde und mehr Werbung für diesen Verkehrsträger erforderlich sei. Dafür engagiert sich auch die ElbeAllianz, ein Zusammenschluss von etwa 100 Unternehmen aus der verladenden Wirtschaft und der Verkehrswirtschaft, Landes- und Kommunalbehörden sowie regionalen Industrie- und Handelskammern entlang Elbe, bis zur Tschechischen Republik. Ziele des Vereins sind die Förderung der Wasserstraßen und Häfen im Stromgebiet der Elbe, ihrer schiffbaren Nebenflüsse und angrenzenden Kanäle. „Wir fordern eine stabile und durchgängige Fahrrinnentiefe der gesamten Elbe für Binnenschiffe durch entsprechenden Unterhaltungsaufwand und umweltverträgliche sowie kosteneffiziente Ausbaumaßnahmen“, so Kunze.

Frank Schnabel sieht auch den Modernisierungsbedarf für die norddeutsche Schieneninfrastruktur. So ist der Hafen Brunsbüttel mit dem größten zusammenhängenden Industriegebiet Norddeutschlands bisher nur eingleisig angebunden und nicht mit elektrischer Traktion erreichbar. Für Schnabel ist es nicht verständlich, dass für diese Maßnahmen bisher noch keine Finanzmittel bereitgestellt wurden und dass nicht vorausschauend in die Infrastruktur investiert wird. Brunsbüttel ist ein in Norddeutschland einzigartiger Industriestandort, der eine entsprechende infrastrukturelle Anbindung benötigt, um weiter entwickelt werden zu können.

Multimodale Transportketten beschäftigen auch die DB Schenker Rail Deutschland AG. Der Hafenbeauftragte Nord, Dr. Bernd Pahnke, sieht zwischen der Bahn und dem Binnenschiff keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Er bedauere, dass sich die politischen Rahmenbedingungen für Schienengüterverkehre verschlechtert hätten und der Ausbau der Straßeninfrastruktur in der Bundesregierung finanziell deutlich besser gestellt sei als die Modernisierung der umweltfreundlicheren Bahntrassen und Wasserstraßen.

Die Hamburg Port Authority, so Geschäftsführer Wolfgang Hurtienne, setze darauf, die Verkehrsträger durch moderne Informationstechnik besser miteinander zu verknüpfen und den Dialog zwischen Terminals, Verladern, Speditionen, Behörden und der Politik weiter anzukurbeln. Wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, kann es nach Meinung aller Podiumsteilnehmer gelingen, mehr Trimodalität im Unterelberaum zu erreichen.

 

Über die Brunsbüttel Ports GmbH:

Die Brunsbüttel Ports GmbH, ein Unternehmen der SCHRAMM group, ist Eigentümer und Betreiber der Brunsbütteler Häfen sowie Betreiber weiterer Terminals in Glückstadt, Hamburg und Rendsburg. Die SCHRAMM group ist ein strategischer Verbund aus spezialisierten Einzelunternehmen, die gemeinsam alle wichtigen Facetten der maritimen Wirtschaft abdecken: Schleppschifffahrt, Hafenbetrieb, Transportlogistik und maritimes Engineering - in diesen Bereichen bietet jedes Unternehmen der SCHRAMM group kundenorientierten, flexiblen Service und baut auf langjährige Erfahrungen und gewachsene Kundenbeziehungen.

Über Hafen Hamburg Marketing e.V.:

Der Hafen Hamburg Marketing e.V., kurz HHM, übernimmt als privatrechtlicher Verein das Standort-Marketing für den Hamburger Hafen, die Partner und Häfen entlang der Transportkette sowie für die Mitgliedsunternehmen des Vereins. Satzungsgemäß sind die Aktivitäten innerhalb Hamburgs unternehmens- und wettbe¬werbsneutral. Weltweit sind HHM-Hamburg und die Repräsentanzen für Fragen zum Hamburger Hafen die ersten Ansprechpartner.

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