• 20. April 2020
  • 17:40
  • Hinterland

Tankbehälter für die Pilsner Urquell Brauerei auf Elbe transportiert: Nicht nur zum Bierbrauen braucht es ausreichend Wasser

Eine Lieferung von zwölf riesigen Biertanks für die Pilsener Brauerei befindet sich auf dem Weg von Hamburg nach Lovosice. „Aufgrund der Abmessungen ist dabei das Binnenschiff die einzige Alternative“, betont Lubomir Fojtu, Direktor der tschechischen Wasserstraßendirektion. Der Transport der Biertanks wird durch Niedrigwasser behindert. Um den kritischen Abschnitt von der deutschen Grenze bis zur Staustufe Usti nad Labem zu überwinden, musste der Heckradschlepper Beskydy eingesetzt werden. Der einzige Schlepper dieser Bauart in Europa befindet sich im staatlichen Eigentum und unterstützt die Schifffahrt in solchen Situationen. „Wenn wir endlich die Schleuse in Decin bauen könnten, müssten die Schiffe nicht auf Wasser warten“, zeigt Fojtu eine Alternative auf.

Während die ersten vier Tanks mit dem Schubboot Andrea 2 der Reederei EVD wohlbehalten in Lovosice angelangt sind, warten noch jeweils vier Tanks in Hamburg und Aken auf ihre Verschiffung. Aufgrund einer Novellierung der deutschen Binnenschifffahrtsstraßenordnung sind dafür nur noch wenige Schiffe zugelassen, die über einen ausreichend hochfahrbaren Steuerstand verfügen. „Diese neuen Regelungen für die Elbe verzögern durch aufwendige Genehmigungsverfahren die Transportplanung. Es gibt kaum flachgehende Schiffe mit entsprechender Ausrüstung – und bis diese einen Rundlauf gefahren haben, ist das Wasser häufig schon weggefallen“, beklagt Lukas Hradsky, Geschäftsführer der EVD Prag. „Dazu dürfen technische Hilfsmittel wie Radar und Videokamera am Bug nicht eingesetzt werden, obwohl wir damit in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen machen konnten“, erläutert er und äußert gleichzeitig sein Unverständnis darüber, dass die Umsetzung der gleichen EU-Verordnung am Rhein anders gelöst ist.
 

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  • Bengt van Beuningen

    Bengt van Beuningen

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