08. September 201510:08Wirtschaft

Süderelbe AG kürt drei Finalisten für den Zukunftspreis Logistik – Know-how im Dreierpack

Auch in diesem Jahr haben sich wieder zahlreiche neue Unternehmen um den Zukunftspreis Logistik beworben, mit dem die Logistik-Initiative Hamburg gemeinsam mit der Süderelbe AG innovative und zukunftsgerichtete Logistikprojekte aus der Metropolregion Hamburg prämiert.

Die drei Finalisten sind nun bekannt: Die Hamburg Port Authority, RailRunner Europe GmbH und TWORTY BOX GmbH & Co. KG können auf die Auszeichnung hoffen, die am 21. September in Hamburg-Harburg übergeben wird. Gastredner ist Professor Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund. Bereits zum fünften Mal vergibt die Süderelbe AG im Rahmen der Logistik-Initiative Hamburg diesen bedeutenden Logistik-Preis.

Bis Ende August hatte die Logistik-Initiative Hamburg gemeinsam mit der Süderelbe AG Unternehmen und Dienstleister aus der Logistikbranche dazu aufgerufen, sich um den Zukunftspreis zu bewerben. „Auch in diesem Jahr sind zahlreiche innovative Bewerbungen von mittelständischen Unternehmen eingegangen“, so Dr. Jürgen Glaser, Prokurist der Süderelbe AG und Leiter der Geschäftsstelle Süd der Logistik-Initiative Hamburg. Die Projekte wurden von einer hochkarätigen Jury, bestehend aus Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden und Fachmedien nach den Kriterien Innovationsgehalt, Übertragbarkeit und Nutzen bewertet. „Die Finalisten in diesem Jahr konnten uns besonders mit ihren smarten und innovativen Konzepten in den Bereichen Verkehrsoptimierung und Technik beeindrucken“, erklärt Dr. Glaser.

Die Hamburg Port Authority (HPA) wurde mit ihrem seit 2014 im Betrieb befindlichen „SPL - smartPORT logistics“ für den Zukunftspreis nominiert. Um die wachsenden Verkehrs- und Warenströme im Hafen künftig noch effizienter zu koordinieren, vernetzt die App smartPORT logistics alle Beteiligten der Logistikkette zu ihrem gemeinsamen Nutzen: Verkehre werden besser planbar und können effektiver koordiniert werden. Auf diese Weise unterstützt SPL die Entwicklung des Hafens zum smartPORT und damit die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsmotors Hamburger Hafen.
Das cloudbasierte Informations- und Kommunikationssystem wurde mit dem Ziel entwickelt, das tägliche hohe Fahrzeugaufkommen im Hafen sowie im Vor- und Nachlauf zu entzerren und die Güterströme zu optimieren. Über eine zentrale Public Cloud führt die HPA alle relevanten Echtzeit-Informationen zusammen und ermöglicht allen an der Transportkette Beteiligten – Fuhrunternehmern, Transporteuren, Parkraumbetreibern, Port Road Manager und Hafenbetrieben – flexibel auf die Verkehrssituation zu reagieren.
Die zentrale, flächendeckende Informationslage hilft, Lkw- und Containerbewegungen vorausschauend effizienter zu koordinieren. Insbesondere Spediteure profitieren von SPL, indem sie sich mit Partnern vernetzen und durch Nutzung internetbasierter Frachtenbörsen flexibel auf Nachfrageschwankungen in der Lieferkette reagieren können. In der Folge reduzieren sich Leerfahrten und die daraus resultierenden Staus und Wartezeiten – der Hafen wird insgesamt leistungsfähiger. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit T-Systems und SAP.

Mit einem internationalen Unternehmen bzw. Kooperationsprojekt hat sich die Hamburger RailRunner Europe GmbH beworben. Projektziel ist die Adaption und Zulassung der in den USA im Einsatz befindlichen bi-modalen Transporttechnologie RailRunner® sowie der Aufbau und Betrieb von RailRunner basierten Logistiksystemen in Europa. Der Clou: das weltweit erste Drehgestell im Schienengüterverkehr ermöglicht technologische Innovationen mit zahlreichen Vorteilen, u.a.:
  • eine Luftfederung sorgt für ruhiges Fahrverhalten mit reduzierten vertikalen und lateralen Kräften und ermöglicht Kombinierten Verkehr mit Sattelaufliegern in Bereichen und an Standorten, die bisher nicht dafür erschlossen werden konnten
  • selbstlenkende Achsen sorgen für geringere Reibung zwischen Rad und Schiene und eine
  • geringere Abnutzung von Radkranz und Schiene und reduzierter Lärm
  • intensivere Kollaboration von Straßen- und Schienengüterverkehr führen zu einer höheren Akzeptanz von Bahntransporten
  • Kapazitätserhöhung des Schienennetzes ohne zusätzliche Netzinvestitionen
  • der Umschlag „unter dem Fahrdraht“ erlaubt die Bedienung bestehender Bahnhöfe ohne teure Umschlageinrichtungen und Terminalzufahrt/Rangieren ohne Lokomotivwechsel
RailRunner befördert mehr Einheiten, mehr Nutzlast und weniger Eigengewicht in einem Zug mit geringerem Lärm und bietet 20% bis 40% mehr nutzbare Transportkapazität und ein ähnlich hohes Emissionsreduktionspotenzial im Schienengüterverkehr in Europa. Kooperations- und Dienstleistungspartner sind u.a. aus Polen die Wielton S.A., Knorr Bremse GmbH aus München, DEKRA Industrial International GmbH, Bonn, GOMULTIMODAL GmbH aus Hamburg oder die TU Berlin, Geschäftsbereich Land und See Transportsysteme.

Nominiert wurde auch das TWORTY BOX-Konzept aus Hamburg: hierbei geht es um effiziente und kostengünstige Containerlogistik, um die Anzahl der Leercontainertransporte nachhaltig zu verringern. Dabei handelt es sich um einen neuartigen 20-Fuß-ISO-Container, der sich mit einer weiteren Tworty Box zu einem vollwertigen 40-Fuß-Iso-Container zusammensetzen lässt (Twenty + Forty = Tworty) und dabei einen durchgehenden Innenraum aufweist. Containerlinien können somit eine Über- und Unterversorgung mit beiden Größen durch einfaches Zusammen- und Entkoppeln von zwei Tworties ausgleichen, ohne Leerequipment kostspielig positionieren und/oder Container anmieten zu müssen. Zudem lassen sich bei Leertransporten die Handling-Kosten in den Häfen durch Zusammenkoppeln halbieren. Der Aufwand für das Koppeln liegt dabei weit unter den gesparten Handling-Kosten. Das neuartige Konzept ist durch internationale Patente geschützt. Das Zarrentiner Unternehmen Drehtainer hat bereits ein Prototypenpaar gefertigt. Diese haben das Testprocedere zum Container Safety Certificate (CSC) sowohl einzeln als auch gekoppelt erfolgreich durchlaufen. Auch das erforderliche Zoll-Zertifikat liegt vor. Die Tworty Box wurde im Rahmen einer Nordatlantik-Rundreise erfolgreich einem Praxistest unterzogen. In China sind für eine große osteuropäische Spedition die ersten kommerziellen Prototypen unter Lizenz gefertigt. Zu den Kooperationspartner gehören auch die Germanischer Lloyd AG (heute DNV-GL), DHL, Bonn, OOCL Ltd., Hong Kong, Hapag-Lloyd sowie die Hochschule Bremen – Centre of Maritime Studies.

In den kommenden Wochen wird sich die Jury für eines der drei Projekte entscheiden und den Sieger am 21.09.2015 in Hamburg-Harburg küren. Sponsoren und Unterstützer des Wettbewerbs sind die Buss Port Logistics, ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG, die Forschungsgemeinschaft Innovative Logistik e.V. sowie die Deutsche Verkehrs-Zeitung DVZ.

Über die Süderelbe AG
Die Süderelbe AG versteht sich als regionaler Ansprechpartner für Unternehmen, Investoren und Kommunen im Hamburger Süden. Die Gesellschaft bietet zahlreiche Dienstleistungen in den Bereichen Immobilien und in den Zukunftsbranchen der Region an: Logistik und Hafen, Ernährungswirtschaft und Luftfahrt. Die Süderelbe AG leitet die Geschäftsstelle Süd der Logistik-Initiative Hamburg. Die Süderelbe AG stärkt die südliche Metropolregion Hamburg mit der Entwicklung und Umsetzung grenzübergreifender Konzepte und Projekte. Hamburg und die niedersächsischen Landkreise Harburg, Lüneburg und Stade sowie die Hansestadt Lüneburg sind ebenso Aktionäre wie die Sparkassen der Region sowie weitere Unternehmen.
 

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  • Logistik-Initiative Hamburg
    c/o Süderelbe AG, Dr. Jürgen Glaser
    Tel. 040 - 355 10 355, glaser@suederelbe.de
    www.zukunftspreis-logistik.de