• 28. August 2019
  • 15:08
  • Hinterland

Studie der „Allianz pro Schiene“ zu externen Folgekosten des Verkehrs in Deutschland: Umweltfreundlichkeit der Binnenschifffahrt klar bestätigt

Der Güterverkehr per Binnenschiff trägt lediglich mit 0,8 % (1,1 Mrd. Euro) – und damit so wenig wie kein anderer Verkehrsträger – zu den jährlichen externen Gesamtkosten des Verkehrs in Deutschland in Höhe von 149 Mrd. Euro bei. Darunter versteht man jene Kosten, die durch die Mobilitätsteilnehmer verursacht, aber nicht von ihnen getragen werden, z.B. durch Klimabelastung, Luftverschmutzung, Unfälle oder Lärm. Negativer „Spitzenreiter“ ist der Straßengüterverkehr, der allein für 141 Mrd. Euro (94,5 %) der Kosten verantwortlich ist. Mit großem Abstand folgen der Schienenverkehr mit 5,7 Mrd. Euro (3,8 %) und der inländische Luftverkehr mit 1,3 Mrd. Euro (0,9 %).
 
Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie mit dem Titel „Externe Kosten des Verkehrs in Deutschland – Straßen-, Schienen- und Binnenschiffverkehr 2017“, die im Auftrag des Verkehrsbündnisses „Allianz pro Schiene e.V.“ vom Züricher Institut INFRAS durchgeführt wurde. Damit wird bestätigt, dass die Binnenschifffahrt ein effizienter und umweltfreundlicher Verkehrsträger ist.
 
Untersucht wurden auch die Durchschnittskosten des Güterverkehrs in Deutschland im Jahr 2017. Eingeflossen in die Berechnung sind die für die Ermittlung der externen Verkehrskosten maßgeblichen Kostenbereiche „Vor- und nachgelagerte Prozesse“, „Natur und Landschaft“, „Lärm“, „Unfälle“, „Luftschadstoffe“ und „Klima“. Die Binnenschifffahrt liegt dabei mit 2,19 Cent pro tkm nur kurz hinter der Güterbahn (2,04 Cent pro tkm). Die mit Abstand höchsten Durchschnittskosten des Güterverkehrs verursacht der Lkw mit 4,46 Cent pro tkm.
 
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) begrüßt, dass die „Allianz pro Schiene“ mit der vorliegenden Studie eine profunde und verkehrsträgervergleichende wissenschaftliche Untersuchung zu den Kosten des Verkehrs in Auftrag gegeben hat. Immerhin datiert die letzte Studie dieser Art, das sog. „Planco-Gutachten“, das seinerzeit vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegeben worden war, aus dem Jahr 2007, das Bezugsjahr für die Datengrundlagen war das Jahr 2005. Somit bestand immenser Bedarf, endlich einen aktuellen Verkehrsträgervergleich zu erstellen.
 
Der BDB hatte in den vergangenen Jahren, gerade vor dem Hintergrund einer immer intensiver geführten Umweltdebatte um die Emissionen des Verkehrs, gegenüber dem BMVI immer wieder angeregt, die Planco-Studie zu aktualisieren. Nur mit fundiertem und aktuellem Datenmaterial ist eine fachliche Diskussionsführung über die Umweltbilanz von Verkehrsträgern überhaupt möglich. Diese Bemühungen waren leider vergeblich. Umso erfreulicher ist es, dass INFRAS nun entsprechende Berechnungen veröffentlicht hat.
 
Die Ergebnisse der nun vorliegenden Studie zu den externen Verkehrskosten in Deutschland zeigen deutlich auf, wie unsachlich in jüngster Vergangenheit geäußerte Vorwürfe in Richtung der Binnenschifffahrt waren. Beispielhaft genannt seien die Behauptung, Binnenschiffe würden maßgeblich zur Schadstoffbelastung in Innenstädten beitragen oder die daraus abgeleitete unsinnige Forderung nach einem „Tempolimit“ auf dem Rhein. Dies wird umso deutlicher, wenn man die nun errechneten externen Folgekosten ins Verhältnis mit der transportierten Gütermenge der einzelnen Verkehrsträger im Bezugsjahr 2017 setzt. Demnach verursacht die Binnenschifffahrt mit lediglich 4,93 Euro pro Tonne die geringsten Folgekosten. Zum Vergleich: Die externen Folgekosten pro Tonne betragen bei der Güterbahn 14,22 Euro, beim Lkw 44,59 Euro pro Tonne.
 
Trotz des guten Ergebnisses für die Binnenschifffahrt ist das Gewerbe bestrebt, künftig noch umweltfreundlicher zu werden, beispielsweise durch Investitionen in moderne und emissionsärmere Antriebe.

Zur Studie geht es hier

Pressekontakt

Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB)
Fabian Spieß
Tel.: 0203 80006-49
E-Mail: presse@Binnenschiff.de
 

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