02. März 201608:54Hinterland

Starkes Wachstum im Containerverkehr zwischen Österreich und Hamburg

Auf der umweltfreundlichen Schiene wurden zwischen dem Hamburger Hafen und KV-Terminals in Österreich 2015 rund 295.000 TEU (20-Fuß-Standardcontainer) transportiert. Das ist ein Plus von 9,26 Prozent und im Seehafenhinterlandverkehr Hamburgs mit Österreich ein neuer Rekord. Der Anteil der auf dieser Relation per Eisenbahn transportierten Container liegt über 90 Prozent und macht die Eisenbahn zum führenden Verkehrsträger. „Österreich ist eine Paradedestination im effizienten und umweltfreundlichen Hinterlandtransport über den Hamburger Hafen. Aktuell verkehren wöchentlich circa 40 Container-Ganzzüge zwischen Hamburg und Wien. Insgesamt verbinden mehr als 80 Containerzüge jede Woche KV-Terminals in Österreich mit Deutschlands größtem Hafen“, sagt Alexander Till, Leiter der Hafen Hamburg Marketing-Repräsentanz in Wien.

Die Hafen Hamburg Repräsentanz in Wien und die enge Zusammenarbeit mit dem Partner Hafen Wien fördert die Kooperation mit den Verkehrsunternehmen und Verladern in Österreich. Das ist in dem durch starken Wettbewerb geprägten österreichischen Markt von großer Bedeutung für den Hamburger Hafen, der die Position als führender Containerhafen für die österreichische Wirtschaft einnimmt. Die im Norden gelegenen Containerhäfen Bremerhaven und Rotterdam folgen auf den Plätzen zwei und drei. Südhäfen an der Adria, wie Koper und Venedig, waren bisher weniger bedeutend. „Auch wenn die Südhäfen im Umschlag mit Wien bislang noch nicht aus ihrer eher untergeordneten Rolle herauswachsen konnten, sind besonders in anderen Teilen Österreichs sowie in Ungarn, Tschechien und der Slowakei deutliche Steigerungen der Containertransporte über den Hafen Koper in Slowenien zu erkennen. Nach der im Jahr 2026 geplanten Fertigstellung des Semmering-Basistunnels wird auch die alpenquerende Anbindung der Südhäfen an die österreichische Hauptstadt verbessert. Passend dazu investieren die Südhäfen in ihre Gleisanbindung ins europäische Binnenland und in größere Terminalkapazitäten“, erläutert Till. Die Planung einer verstärkten Kooperation zwischen den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und der Slowenischen Eisenbahn (SŽ) wurde zudem vor kurzem verkündet, um Transportzeiten zwischen Häfen und Terminals zu verkürzen sowie die Nutzung des Schienennetzes zu verbessern. „Die geographisch günstigere Lage der Südhäfen für Fernost-Verkehre lässt vermuten, dass Hamburg und die anderen Nordrange-Häfen in den kommenden Jahren Marktanteile verlieren werden. Das ist aber nur auf den ersten Blick der Fall, denn eine immer noch geringe Anzahl an direkten Schiffsanläufen in diesen Häfen erfordert Transhipment für einen Großteil der Ladung. Am Ende sind über die komplette Transportkette gerechnet die durchschnittlichen Reisezeiten über Nord- und Südhäfen gleich und der etwas längere Seeweg nicht von Bedeutung. Mit gutem Service, pünktlichen Verkehren und günstigen Transportraten positioniert sich der Hamburger Hafen auch langfristig erfolgreich im Markt“, ergänzt Till.

Till ist überzeugt, dass Hamburg auch weiterhin im Bereich der Containerverkehre der wichtigste Hafen für die österreichische Wirtschaft bleiben wird: „Der Hafen Hamburg ist seit über 30 Jahren im Bereich der containerisierten Ladung der umschlagstärkste Hafen für die österreichische Wirtschaft. Hamburg verfügt über eine hohe Zahl an weltweiten direkten Schiffsdiensten und Österreich ist auf der Schiene ausgezeichnet an Hamburg angebunden. Die Strecke Hamburg – Wien ist um circa 150 km kürzer als vergleichsweise zu den Westhäfen Rotterdam oder Antwerpen. Dadurch sind die Raten für den Vor- oder Nachlauf zum Hamburger Hafen für unsere österreichischen Hafenkunden preislich sehr attraktiv.“

Networking in der Wiener Hafen-Lounge
Um die Stärken des Hamburger Hafens stetig zu verdeutlichen, ist die Beziehungspflege mit Speditionen, Hafenbetreibern und Verladern im österreichischen Markt besonders wichtig. So lud Hafen Hamburg Marketing (HHM) in der zweiten Februarwoche gemeinsam mit dem Hafen Wien zu einem Informationsabend in die Hafen-Lounge des Wiener Hafens ein. Zahlreich folgten Kunden und Partner der beiden Häfen sowie viele HHM-Mitglieder aus Deutschland und Österreich der Einladung. Die Gastgeber, die Geschäftsführer des Wiener Hafens, Mag. Doris Pulker-Rohrhofer, und Mag. Friedrich Lehr, sowie HHM-Vorstand Axel Mattern und sein Kollege Alexander Till, empfingen ihre Gäste mit kurzen Grußworten. Mag. Dieter Pietschmann, Marketing- und Kommunikationsleiter des Wiener Hafens, führte als Moderator durch den Abend. Jens Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Port Authority, informierte die Gäste über aktuelle Entwicklungen und geplante Ausbaumaßnahmen im Hamburger Hafen. Die immer größeren Containerschiffe bringen neben den durch die Reeder erhofften Economies-of-Scale gleichzeitig große Herausforderungen für die Hafenbetreiber und Terminals aufgrund von nur begrenzt erweiterbarer Infrastruktur. In seiner Präsentation brachte Jens Meier Lösungsansätze insbesondere im Bereich der Digitalisierung, mit Hilfe derer beispielsweise die intelligente Verkehrssteuerung weiter optimiert werden könne. Ziel ist es laut Meier, die Effizienz des Hamburger Hafens noch weiter zu steigern. Als Schlüssel zur Lösung der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen sieht Jens Meier den offenen Dialog mit allen Hafenakteuren sowie eine verstärkte Zusammenarbeit auf internationaler Ebene.
 
    Pressekontakt
  • Bengt van Beuningen

    Bengt van Beuningen

    +49 40 37709 110
  • Julia Delfs

    Julia Delfs

    +49 40 37709 118