18. Juni 201512:43Hinterland

Starkes Bündnis für Elbe-Seiten-Kanal: Länder, Kammern und Umweltverbände fordern erstmals gemeinsam Neubau der Schleuse Lüneburg

Eine besondere Allianz aus Wirtschaft - Umwelt - Politik hat sich jetzt für den Elbe-Seiten-Kanal formiert. In einem breiten Bündnis für den Elbe-Seiten-Kanal fordern die Länder Niedersachsen und Hamburg erstmals mit Umwelt- und Wirtschaftsverbänden geschlossen einen Neubau der Schleuse Lüneburg am Elbe-Seiten-Kanal.

In einem gemeinsamen Schreiben fordern die IHK Lüneburg, die Handelskammer Hamburg, der BUND – Landesverband Niedersachsen –, der WWF sowie die Bundesländer Niedersachsen und Hamburg die Bundesregierung auf, den Neubau der Schleuse Lüneburg in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes 2015 aufzunehmen. Dadurch soll ein Engpass im norddeutschen Wasserstraßennetz beseitigt werden.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Lies: „Die niedersächsischen Wirtschaftsregionen Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Hannover sind auf einen leistungsfähigen Wasserstraßentransport sowohl für Massengüter als auch für Container angewiesen. Wenn jetzt nicht schnell gehandelt wird, wird sich das Schiffshebewerk in Scharnebeck in den nächsten Jahren zum absoluten Nadelöhr in Norddeutschland entwickeln. Wir können nicht bis zum Jahr 2052 warten, wenn das heutige Schiffshebewerk ohnehin ersetzt werden soll. Deshalb fordern wir den Bund auf, den Neubau der Schleuse Lüneburg in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2015 aufzunehmen. Wir sind froh, dass wir für diesen Vorstoß eine breite Allianz bilden konnten und von Umweltverbänden und Kammern die notwendige Unterstützung bekommen. Dieser Schulterschluss ist etwas ganz Besonderes.“

Senator Horch: „Hamburg braucht als drittgrößter deutscher Binnenhafen und größter deut-scher Seehafen leistungsfähige Hinterlandanbindungen, um das Wachstum der kommen-den Jahre zu bewältigen. Eine neue Schleuse Lüneburg ermöglicht durch ihre Zuverlässigkeit und die größeren Abmessungen technisch und wirtschaftlich einen Quantensprung für die Binnenschifffahrt.“

BUND und WWF unterstützen das Vorhaben ausdrücklich: „Der Transport der Güter über die Wasserstraße ist ein ökologisch sinnvoller Weg, wenn mit dem Elbe-Seiten-Kanal die vorhandenen künstlichen Wasserstraßen genutzt werden. Hiervon profitieren alle Güterarten, sowohl der Massenguttransport als auch der Containertransport.“

Die IHK Lüneburg-Wolfsburg und die Handelskammer Hamburg erwarten durch den Neu-bau der Schleuse deutlich niedrigere Transportpreise und eine Attraktivitätssteigerung für den Binnenschiffstransport. Damit werden flächendeckend die Standortbedingungen der Wirtschaft entlang der norddeutschen Wasserstraßen verbessert.

Das Umschlagvolumen der Seehäfen wird in den nächsten Jahren drastisch ansteigen. Mit die größten jährlichen Zuwachsraten wird der Hamburger Hafen verzeichnen. Allein beim Containerumschlag wird eine Mengensteigerung von 10 Mio. TEU auf über 16 Mio. TEU in 2030 erwartet. Aus diesem Grund muss der Verkehrsträger Binnenschiff eine größere Rolle im Hinterlandverkehr der norddeutschen Seehäfen einnehmen.

Die Leistungsfähigkeit des gesamten Elbe-Seiten-Kanals ist durch das Schiffshebewerk in Scharnebeck begrenzt. Mit seiner Troglänge von nur 100 m ist die Passage von Großmotorgüterschiffen (Länge = 110 m) und übergroßen Großmotorgüterschiffen (Länge = 135 m) nicht möglich. Diese Schiffsgrößen sind heute Standard in der Binnenschifffahrt, wenn die Infrastruktur es zulässt.

Durch den Neubau der Schleuse Lüneburg mit einer Länge von 225 m wird die Leistungsfähigkeit der Wasserstraßenverbindung über den Elbe-Seiten-Kanal im Hinterlandverkehr verbessert, da dann alle Schiffsgrößen verkehren können. Größere Binnenschiffe sind deutlich wettbewerbsfähiger. Hinzu kommen weitere Vorteile durch die höhere Zuverlässigkeit der Schleuse sowie die Verringerung von Warte- und Schleusungszeiten. Insgesamt werden Impulse zur Stärkung der Binnenschifffahrt im gesamten norddeutschen Wasserstraßennetz erwartet, da in den nächsten Jahren auch weitere Wasserstraßenabschnitte wie z.B. dem Stichkanal Salzgitter fertiggestellt werden sollen.

Zurzeit werden die angemeldeten Projekte der Länder in einem abschließenden Schritt der Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans 2015 den Prioritätskategorien zugeordnet. Niedersachsen hat hierbei den Neubau eines zweiten Abstiegsbauwerks (Schleuse Lüneburg) bei der Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans 2015 angemeldet, um den bestehenden Engpass am Schiffshebewerk Scharnebeck zu beheben.


 

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