• 07. April 2020
  • 17:19
  • Wirtschaft

Shanghai: Hoher Umschlag in chinesischen Häfen

Unsere Kollegin Pan Hua, Leiterin des Hamburg Liaison Office China (HLO), schildert die aktuelle Situation in wichtigen chinesischen Häfen.
 
Als Folge der wirtschaftlichen Einschränkungen durch COVID-19 liefen im Hafen von Tianjin, dem größten Nordchinas und Haupthafen der Region Peking, ungewöhnlich viele Kühlcontainer auf. Mit Investitionen von etwa 13 Millionen Chinesischen Yuan (ungefähr 1,7 Millionen Euro), wurde kurzfristig durch den Aus- und Umbau verfügbarer Flächen die Kühlcontainerkapazität des Hafens um 80 Prozent erhöht. Im Februar und März wurden dort 43.000 importierte Kühlcontainer und damit mehr als in jedem anderen chinesischen Hafen umgeschlagen. Der Hafenbetrieb in Tianjin erreicht wieder Vorkrisenniveau. Tägliche, kostenfreie Binnenschiff-Shuttles unterstützen seit Ende Februar die Unternehmen im Hinterland. Seit dem 27. März gibt es weitere Vergünstigungen im Feederverkehr. Ein neuer Dienst verbindet Tianjin und Ho Chi Minh City in Vietnam.
 
Der Hafen von Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong zeigt sich weitestgehend ungerührt von der Epidemie: Bis zum 26. März wuchs das diesjährige Umschlagvolumen des automatisierten Terminals um 6,5 Prozent im Vergleich zu 2019. Das Transportvolumen auf der Bahn erreichte im Februar 138.000 TEU, was einem Zuwachs von 31,2 Prozent zum Vorjahr entspricht. Als Reaktion auf die Coronakrise digitalisierte der Hafen von Qingdao viele seiner Dienstleistungen. Seit Anfang März wurden 143 internationale Liniendienste wiedereingesetzt.

Der Ningbo-Zhoushan-Hafen in der ostchinesischen Provinz Zhejiang dokumentiert ebenfalls Krisensicherheit. Während der Coronausbreitung in China operierte der Hafen im Normalbetrieb. Das Umschlagvolumen des ersten Quartals entspricht jenem von 2019. In Folge seines Fokus auf die Entwicklung des multimodalen Transports wurden im Ningbo-Zhoushan-Hafen vom 21. Februar bis zum 21. März 28,4 Prozent mehr Container als im Vorjahr zwischen Bahn und Schiff umgeschlagen, insgesamt 71.838 TEU. Der vom Hafen eingesetzte Krisenstab organisierte bis zum 20. März den Wiedereinsatz von ungefähr 18.000 Lkw-Fahrern aus etwa 1.600 Lkw-Logistikfirmen. Der Gesamtumschlag des ersten Quartals beträgt Schätzungen zufolge in Ningbo Zhoushan mit 252 Millionen Tonnen ungefähr 99 Prozent der Produktion vom Vorjahresmonat.

Der Hafen von Shanghai meldet eine Steigerung beim Umschlag zwischen See- und Binnenschiff als Folge der landseitigen Transportbeschränkungen zu Beginn der Corona-Epidemie. So erhöhte sich für die Terminals in Yangshan im Februar der Anteil des Binnenschiffes im Hinterlandverkehr von 50 auf 70 Prozent.
 

Pressekontakt

  • Bengt van Beuningen

    Bengt van Beuningen

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