08. Juni 201515:53Schifffahrt

Seemännisches Know-How für den Standort Deutschland

4. Schifffahrtsdialog in Hamburg

Heute fand in Hamburg der vierte Schifffahrtsdialog statt. Es eine gemeinsame Veranstaltung der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, dem Bundeswirtschaftsministerium, der Handelskammer, dem Verband Deutscher Reeder und in diesem Jahr erstmalig dem Zentralverband Deutscher Schiffsmakler. Zukunftsfähigkeit der Seeschifffahrt und des Schifffahrtsstandortes Deutschland standen  auf der Tagesordnung. Ebenso das Maritime Bündnis für Ausbildung und Beschäftigung in der Seeschifffahrt. Aufgrund des anhaltenden Kostendrucks in der internationalen Schifffahrt können Reedereien die Mehrkosten der deutschen Flagge zunehmend nicht mehr tragen und flaggen aus. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Umweltstandards in der Seeschifffahrt.

Senator Frank Horch sagte in seiner Rede: „Hochqualifizierte Arbeitsplätze auf See und in der Folge auch an Land gehen verloren. Mit dem Rückgang von Schiffen unter deutscher Flagge droht der Verlust des seemännischen Know-hows. Die norddeutschen Länder sind die zentralen Standorte der Seeschifffahrt und sehen diese Entwicklung mit Sorge. Wir brauchen seemännischem Know-how – aber nicht nur hier in Hamburg und in den norddeutschen Ländern, sondern am gesamten Schifffahrtsstandort  Deutschland.“

Exzellentes Know-how und hohe Innovationskraft sind Schlüsselkompetenzen für die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten maritimen Wirtschaft.  Die maritime Wirtschaft ist eine Zukunftsbranche und für die Exportnation Deutschland von zentraler Bedeutung. Aus- und Weiterbildung sind Voraussetzungen dafür, dass das Wissen und die Kompetenz auch in der Zukunft erhalten bleiben. Das sind auch wesentliche Voraussetzungen dafür, dass Forschung und Entwicklung im Bereich der Umwelttechnologien in der Seeschifffahrt weiter vorangetrieben werden. 

„Nur wer auch in schwierigen Zeiten ausbildet, wird in Zeiten des Aufschwunges über die erforderlichen hochqualifizierten Mitarbeiter verfügen können,“ so der Wirtschaftssenator in seiner Rede.

Die norddeutschen Länder haben sich von Beginn an aktiv in das Maritime Bündnis eingebracht und werden dieses Engagement fortsetzen. Es wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, die maritimen Ausbildungseinrichtungen im Bereich Nautik und Schiffsbetriebs-technik zu modernisieren. Die Studienangebote wurden optimiert und bieten ein international hervorragendes Niveau. Gleichzeitig können Ausbildung und Studium nur so attraktiv sein, wie die Chancen, die sich am Arbeitsmarkt eröffnen. 

Auch wenn die Seeschifffahrt eine Zukunftsbranche ist, muss die Wettbewerbsfähigkeit von Schifffahrtsunternehmen mit Schiffen unter deutscher Flagge deutlich gesteigert werden.

Horch zeigte in seiner Rede einige Lösungsansätze auf: „Vielfach wird ein stärkeres Ausschöpfen des durch die EU-Leitlinien vorgegebenen Förderrahmens gefordert – insbesondere in Form einer Erhöhung des Lohnsteuereinbehalts von derzeit 40 auf 100%. Die Wettbewerbsfähigkeit von Schifffahrtsunternehmen, die Schiffe unter deutscher Flagge betreiben, würde dadurch gesteigert werden. Damit könnte ein wesentlicher Beitrag für Ausbildung und Beschäftigung unter deutscher Flagge geleistet werden. Derzeit prüfen wir die Möglichkeit einer befristeten Erhöhung des Lohnsteuereinbehalts. Ich möchte hier klar zum Ausdruck bringen, dass Hamburg hinter diesem Vorhaben steht und es gemeinsam mit den norddeutschen Ländern voranbringen möchte.“


 

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