18. September 201510:26Wirtschaft

Scholz: „Hamburg und St. Petersburg sind Partnerstädte und Partnerhäfen“ - Die Zusammenarbeit der Häfen von Hamburg und St. Petersburg und die langjährige Städtepartnerschaft waren die wichtigsten Themen des zweiten Tages der Bürgermeisterreise.

Am Anfang des zweiten Tages der Reise von Bürgermeister Olaf Scholz stand ein Treffen mit dem Gouverneur von St. Petersburg, Gorgij Poltawtschenko, auf dem Programm. Der Erste Bürgermeister und der Gouverneur unterzeichneten am Ende ihres Gesprächs ein Protokoll zu Fragen der Städtepartnerschaft und zum Ausbau der bilateralen Beziehungen. Darin wurde unter anderem vereinbart, die Feierlichkeiten anlässlich von 60 Jahren Städtepartnerschaft im Jahr 2017 gemeinsam ein Jubiläumsprogramm zu erarbeiten: „Die Städtepartnerschaft ist lebendiger Ausdruck der besonderen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland, die auf den Prinzipien der Kooperation, des Respekts und der Gleichberechtigung beruhen und der Achtung der Menschenrechte eine besondere Bedeutung zumessen.“ heißt es in dem Protokoll (in der Anlage).
 
Im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung mit Journalistikstudenten, bei der die Herausforderungen durch globale Veränderungen für die Partnerstädte Hamburg und St. Petersburg im Mittelpunkt standen, sagte Scholz: „Das Wachstum von Städten sollte niemand schrecken, es ist vielmehr ein enormes Potential. Die Aufgabe der Politik ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass dieses Potential sich auch entwickeln kann. Dabei können wir uns ganz hervorragend auf Traditionen und Erfahrungen beziehen, die in den Städten bereits vorhanden sind.“ Weiter führte er aus: „Um die Potenziale zu nutzen, die eine große Stadt erfolgreich machen, müssen Zugänge geschaffen werden. Zugänge zu den Ideen, Zugänge zu den Möglichkeiten, die in der urbanen Vernetzung liegen. Von guter Bildung bis zur sicheren Einfahrt eines großen Containerschiffs in den Hafen, von effizienter öffentlicher Verwaltung bis zu den Parks und Freiräumen.“ Der Hamburger Senat unterstützt seit 2010 den Austausch zwischen den St. Petersburger Studentinnen und Studenten und den Studierenden der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
 
Gemeinsam mit Wirtschaftsvertretern erhielt Scholz bei einer Rundfahrt einen Überblick über den St. Petersburger Hafen. Dieser ist für Hamburg der wichtigste Hafen im Seecontainerverkehr mit Russland. Etwa 95 Prozent des über Hamburg direkt laufenden Russlandverkehrs wird über den Seehafen St. Petersburg, Russlands „Fenster nach Europa“ abgewickelt. Bei dem anschließenden Gespräch mit Vertretern der norddeutschen und russischen Transport- und Logistikwirtschaft wurde die hohe Bedeutung der Logistik für Handel und wirtschaftlichen Beziehungen betont. Die Beteiligten äußersten ihre Sorge über die rückläufige Umschlagsentwicklung. Der Erste Bürgermeister betonte, dass St. Petersburg für Hamburg das Fester nach Nordrussland bleibe, ebenso wie Hamburg für Russland ein wichtiger Zugang zu den Weltmeeren. „Hamburg und St. Petersburg sind Partnerstädte und Partnerhäfen. Das soll auch weiterhin so bleiben.“ fügte Scholz hinzu.

„Hafenstädte wie Hamburg und St. Petersburg haben manches gemein: Beide definieren sich stark über Wasser und Schifffahrt, welche die Wirtschaft genauso wie das Lebensgefühl prägen. Und sie taugen nicht zum Solo-Dasein, sondern brauchen die Verbindung zu anderen Häfen: Wer am Fluss liegt, muss die Dinge im Fluss halten und immer wieder auf andere zugehen. Das ist auch gut für die Wirtschaft.“ sagte Scholz am Abend bei der Begrüßung auf dem „Hafenabend“ von Hafen Hamburg Marketing e.V. Seit 2003 vertritt Hafen Hamburg Marketing in St. Petersburg die Interessen der Hamburger Seehafenverkehrswirtschaft in Russland.
 
 
 
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