27. November 201409:58Schifffahrt

Schiffsmaklerverband lehnt Befahrensabgaben ab

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion zur Einführung von Befahrensabgaben wiederholt der Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. (ZVDS) seine Ablehnung solche Pläne.

„Die Vorhaltung einer funktions- und leistungsfähigen Infrastruktur ist eine klassische Staatsaufgabe, die vorrangig aus Steuermitteln zu finanzieren ist.“, so fasst der ZVDS-Vorsitzende, Christian Koopmann, die Verbandsmeinung zusammen. Daher lehnen die Schiffsmakler und Schiffsagenten das mit der neuen Bundesgebührenordnung verfolgte Ziel, dass alle Gebühren, auch solche für die Benutzung der Infrastruktur, dem Vollkostenansatz folgen sollen.

Koopmann weiter: „Diese uns nur aus Deutschland bekannten Pläne würden eine erhebliche Kostensteigerung für die Binnen- sowie Seeschiffe nach sich ziehen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes weiter verzerren. Solange auf dem Rhein aufgrund völkerrechtlicher Verträge keine Befahrensabgaben eingeführt werden können, darf dieses auch nicht auf der Elbe oder Weser geschehen. “

Für den ZVDS ist der Ausbau sowie Erhalt von, Kanälen, Wasserstraßen und Hinterlandanbindungen ein echtes Marktbedürfnis, dass es im Interesse der gesamten Volkswirtschaft zu erhalten gilt.

„Wenn die Bundesregierung es mit dem politischen Ziel der Verlagerung des Güterverkehrs - weg von der Straße, hin auf das Wasser - wirklich ernst meint, dann muss sie auch alles tun, um den Verkehrsträger Schiff zu entlasten. Neue und höhere Gebühren für Kanäle, den NOK und die Bundeswasserstraßen erhöhen nur den Kostendruck auf die Binnen- und Seeschifffahrt und würden dieses Ziel konterkarieren. Zudem wäre es den überwiegend ausländischen Kunden der deutschen Häfen nicht vermittelbar, warum sie hier im Zweifel höhere Gebührenzahlen soll, während andere Länder, wie z.B. Finnland gerade die Gebühren senken, um die Schifffahrt zu entlasten“, so Koopmann abschließend.

Der im Jahr 1918 gegründete Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. (ZVDS) vertritt als nationale Branchenorganisation die Interessen der Schiffsmakler und Linienagenten in Deutschland. Bundesweit existieren derzeit zehn örtliche Maklerverbände mit insgesamt rund 315 Mitgliedern. Diese Regionalverbände gehören als Mitglieder dem ZVDS an, der die Interessen der Schiffsmakler auf nationaler und auch auf europäischer und weltweiter Ebene vertritt. Für Rückfragen steht Ihnen der Geschäftsführer des ZVDS, Dr. Alexander Geisler, unter der Rufnummer 040/326082 gern zur Verfügung.