19. März 201508:49Wirtschaft

Schiffsmakler treffen sich zur Jahreshauptversammlung

Die Mitgliederversammlung des Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. (ZVDS) erwartet vom Bundesverkehrswegplan ein klares Bekenntnis zum Ausbau der maritimen Infrastruktur sowie der Hinterlandanbindungen.

Mit Sorge blickten die Schiffsmakler und Schiffsagenten auf den Zustand der Infrastruktur. „Ob an der Elbe, Ems oder Weser überall stockt der notwendige Ausbau der maritimen Infrastruktur, und das, obwohl die Schiffe immer größer werden und das Ladungsvolumen stetig steigt,“ so fasst der Vorsitzende des ZVDS, Christian Koopmann, die gegenwärtige Lage zusammen. Alle Prognosen und Gutachten zeigen, der Ausbau von Wasserstraßen und Hinterlandanbindungen ist ein echtes Marktbedürfnis.

Koopmann weiter: „Wenn der Bund seine eigenen Prognose zur Entwicklung des Güteraufkommens wirklich ernstnimmt, dann muss dem Ausbau der Verkehrswege von und zu den Seehäfen höchste Priorität eingeräumt werden und zwar unabhängig davon, ob sie an der Nord- oder Ostsee liegen. Dabei darf sich die Politik nicht nur auf die Realisierung der bekannten Großprojekte reduzieren, sondern muss kleinere Projekte wie, z.B. den Elbe-Seiten-Kanal oder den Elbe-Lübeck-Kanal, mit einschließen. Denn wenn wir das politische Ziel, die Güter runter von der Straße auf das Schiff bekommen zu wollen, erreichen möchten, müssen wir auch die notwendige Infrastruktur schaffen.“

Aus Sicht des ZVDS macht es keinen Sinn, in Reden und auf Kongressen die Förderung des Seeverkehrs und insbesondere des Kurzstreckenseeverkehrs zu fordern, wenn de facto die Anbindung von Seehäfen, wie z.B. Lübeck oder Hamburg, an das Binnenwasserstraßennetz abgeschnitten wird.

Koopmann weiter; „Durch die Vernachlässigung von vermeintlichen Nebenstrecken, wie dem Elbe-Seitenkanal oder dem Elbe-Lübeck-Kanal nimmt man den Seehäfen den Zugang zum Binnenwasserstraßennetz und lädt geradezu zu einer Güterverlagerung - weg vom Schiff, hin zur Straße - ein, was politisch nicht gewollt sein kann. Wer also eine Güterverlagerung auf das Schiff möchte, muss auch die notwendige Infrastruktur schaffen und bestehende Wettbewerbsnachteile, die sich z.B. durch die SECA-Regeln für die Schifffahrt ergeben, ausgleichen.“

Aber nicht nur die Infrastruktur bereitet den Schiffsmaklern Sorge, sondern auch die zunehmende Bürokratie. Koopmann abschließend: „Leider müssen wir feststellen, dass immer mehr Aufgaben auf die Makler und Agenten, insbesondere im Zollrecht, abgewälzt werden, obwohl dies oftmals nicht in deren Verantwortungsbereich liegt. Hier gilt es einen fairen Aus-gleich zwischen den Interessen der Zollbehörden und der Wirtschaft zu finden.“

Als diesjähriger Gastredner sprach der Präsident des Europäischen Reederverbands (ECSA), Thomas Rehder über die europäische Schifffahrtspolitik.

Bereits einige Stunden zuvor trafen sich die Mitglieder der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V. (VHSS) zu ihrer Mitgliederversammlung und berieten dort unter anderem über die Auswirken der Olympiabewerbung Hamburgs auf den Hafen. Ein weiteres Thema war der Ausbau der Eisenbahnanbindungen an die deutschen Häfen. Positiv aufgenommen wurde die Aussage der Grünen, einer möglichen Elbvertiefung politisch nicht im Weg stehen zu wollen. Aus Sicht der VHSS sollte der geplanten Ökologisierungsinitiative für die Elbe ein Maßnahmenpaket zur Senkung der Anlaufkosten an die Seite gestellt werden, damit der Hamburger Hafen für den zunehmenden Wettbewerb mit anderen Hafenstandorte bestehen kann.

Bei den turnusgemäßen Wahlen wurden die Herren Jan Bartels (Hansa Chatering), Klaus-Peter Barth (NYK), Peter Eckhardt (Martini Chartering), Christian Koopmann (Peter W. Lampke) und Dr. Martin Röttig (Frachtcontor Junge) in den Vorstand wiedergewählt. Zum Vorsitzenden wurde Christian Koopmann gewählt, zum Schatzmeister Dr. Martin Röttig.

Der im Jahr 1918 gegründete Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. (ZVDS) vertritt als nationale Branchenorganisation die Interessen der Schiffsmakler und Linienagenten in Deutschland. Die VHSS e.V. ist mit rund 160 Mitgliedern die größte regionale Schiffsmaklervereinigung Deutschlands. Bundesweit existieren derzeit zehn örtliche Maklerverbände mit insgesamt rund 315 Mitgliedern. Diese Regionalverbände gehören als Mitglieder dem ZVDS an, der die Interessen der Schiffsmakler auf nationaler und auch auf europäischer und weltweiter Ebene vertritt. 

Für Rückfragen steht Ihnen der Geschäftsführer des ZVDS, Dr. Alexander Geisler, unter der Rufnummer 040/326082 gern zur Verfügung.

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