08. April 201512:12Wirtschaft

Schichtbeginn für Hapag-Lloyd-Azubis im Museumshafen Oevelgönne

Am 7. April um 8:00 Uhr war Schichtbeginn für 15 angehende Schiffsmechaniker, darunter zwei Frauen, im Museumshafen Oevelgönne, während gerade die “Shanghai Express“ von Hapag Lloyd in den Hamburger Hafen einlief. „Zur Tradition wird in Hamburg alles, was mehr als Zweimal stattfindet“ so Jürgen Angerer, stellvertretender Vorsitzender vom Museumshafen, der bereits im dritten Jahr den Einsatz der jungen Leute auf den alten Schiffen koordiniert. Und Tradition passt genauso zu Deutschlands größter Linienreederei Hapag-Lloyd wie zum ältesten Museumshafen Deutschlands, dem Museumshafen Oevelgönne e.V., die gemeinsam eine Woche traditionelle Seemannschaft und altes Handwerk an die Seeleute von morgen weitergeben.

Tobias Albert, 24 Jahre, Nautischer Wachoffizier und Ausbilder bei Hapag-Lloyd, ist in diesem Jahr schon zum zweiten Mal mit dabei. „Mir ist diese Art der Vermittlung von Können und Wissen sehr wichtig“, sagt Albert. Im Gegensatz zur Elektronik auf modernen Containerschiffen lässt sich auf den historischen Schiffen die Mechanik im wahrsten Sinne begreifen und es ist noch viel Handarbeit gefragt: Gute Voraussetzungen um zu Lernen.

In der Woche vom 07. - 11.04.15 wiederholt sich nun die Kooperation einer ungewöhnlichen Partnerschaft: Fünfzehn Hapag-Lloyd-Azubis arbeiten fünf Tage lang am Anleger Neumühlen, um auf den Traditionsschiffen viel über die Geschichte von Dampf- und Segelschiffen zu lernen. Gleichzeitig unterstützen sie die Besatzungsmitglieder vom Museumshafen-Verein dabei, ihre derzeit zehn Schiffe fahrbereit für die anstehende Saison zu machen.

Die Oevelgönner Traditionsschiffer, allesamt ehrenamtlich tätig, zeigen den Azubis auf dem alten Schwimmkran HHLA I, dem Feuerschiff ELBE 3, den Frachtseglern und Dampfschleppern, wie es früher in der Seefahrt zugegangen ist und was es bedeutet, Rost zu klopfen.

Der Museumshafen Oevelgönne e.V. ist eine 1976 gegründete gemeinnützige und private Vereinigung, die sich zur Aufgabe gemacht hat, ehemalige Berufsschiffe zu restaurieren und in Fahrt zu halten. Er ist der älteste deutsche Museumshafen in privater Trägerschaft und mit Schiffen in Vereinseigentum. Der Verein finanziert sich nur durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.

 

 

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