• 30. Oktober 2019
  • 15:07
  • Wirtschaft

Russland wirbt für den Ausbau von Häfen und Schifffahrt entlang der Northern Sea Route (NSR)

Die bestehenden guten Kontakte zwischen Hafen Hamburg Marketing und russischen Häfen sowie der maritimen Wirtschaft von Hamburgs zweitwichtigstem Handelspartner im Seegüterverkehr waren Anlass für eine Expertenrunde zum Thema Nutzung der Northern Sea Route (NSR) und Entwicklung des Transitgüterverkehrs zwischen Europa und Asien. Delegationsteilnehmer des russischen Unternehmens Rosatom informierten in Hamburg interessierte Vertreter aus Wirtschaft und Schifffahrt ausführlich über die Planungen zum Ausbau der NSR und die wirtschaftliche Erschließung der arktischen Region. Der kürzere Seeweg zwischen Europa und Asien entlang der russischen Nordmeerküste wird bereits in ersten Testfahrten als Alternative zum herkömmlichen Seeweg durch das Mittelmeer, den Suezkanal und den Indischen Ozean genutzt.

Die Route durch die Nordostpassage ist für Transitschiffe mit Hilfe von vier besonders leistungsstarken Rosatom-Eisbrechern mit Atomantrieb befahrbar. Aufgrund von Änderungen der Eisbedingungen wird die Nutzung der NSR für die Schifffahrt ganzjährig möglich. Allein im vergangenen Jahr habe man 27 Transitschiffe auf der Passage entlang der russischen Nordküste begleitet, sagte Mikhail Belkin, State Policy Director von Rosatom, anlässlich des Expertengesprächs. Rosatom plant bis 2024 eine Vervierfachung der bisher auf der NSR transportierten Ladungsmenge. Im Rahmen der Konferenz präsentierte Rosatom das Investitionsprojekt „Northern Sea Transit Corridor“ zum Ausbau der Transitgüterverkehre zwischen Nordeuropa und Ostasien. Von Rosatom wird auch der Bau einer eigenen Flotte von Spezialschiffen für die Transitschifffahrt in Erwägung gezogen. „Dies ist ein großes Projekt. Wir möchten für die Realisierung internationale Partner und Co-Investoren gewinnen“, sagte Alexander Neklyudov, CEO von Rusatom Cargo.

Für Hamburg ist nach Auffassung von Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V., die zukünftige Nordostpassage ebenfalls von großer Bedeutung. Der Hamburger Hafen ist als Universalhafen hervorragend zur Abfertigung aller Güterarten ausgestattet und liegt verkehrsgünstig als zentraler Hub Port für die NSR. Die an der Informationsveranstaltung teilnehmenden Referenten und Gäste betonten in ihren Beiträgen, dass neben der Sicherheit des Seeverkehrs auch die im Eismeer besonderen Anforderungen im Bereich Umwelt- und Meeresschutz zu berücksichtigen seien. Für Investoren bieten die reichen Vorkommen an Rohstoffen in der arktischen Region Russlands enorme Möglichkeiten. Der Gütertransport per Seeschiff zwischen Asien und Europa könnte im Vergleich zur Route um Südostasien, vorbei an Indien und durch den Suezkanal um 5.200 Kilometer auf der Nordroute verkürzt werden und damit ebenfalls in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
 

Pressekontakt

  • Bengt van Beuningen

    Bengt van Beuningen

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