• 18. März 2020
  • 11:47
  • Wirtschaft

Russland: Aktuelle Auswirkungen durch das Coronavirus

Die Russische Föderation ist einer der wichtigsten Handelspartner für den Hamburger Hafen und dominiert den Containerverkehr der Ostseeregion. Angesichts der aktuellen Lage haben wir uns bei unserer Kollegin Natalia Kapkajeva, Leiterin der Hafen Hamburg Repräsentanz in St. Petersburg, nach Auswirkungen auf die dortige Wirtschaft durch das Coronavirus erkundigt.

Der Warenverkehr sei derzeit nur in geringem Maße betroffen. Allerdings kann bereits ein Rückgang bei Import-Export-Operationen mit den Ländern vermerkt werden, wo der Ausnahmezustand erklärt und Quarantänemaßnahmen ergriffen wurden, so wie zum Beispiel in China und Italien. So komme es zwar zu spürbaren Verzögerungen im direkten Güterverkehr mit China und dem Fernen Osten, im europäischen Teil der Russischen Föderation jedoch hielten sich die Einschränkungen noch in Grenzen.

Am stärksten betroffen seien zurzeit die Tourismus- und Veranstaltungsbranchen. Hier hat die russische Regierung strenge Präventivmaßnahmen ergriffen und jegliche Freizeitveranstaltungen untersagt, sowie Zusammenkünfte von mehr als 50 Personen in geschlossenen Räumen. Die geplante TransRussia Messe in Moskau kann dementsprechend leider nicht stattfinden. Ein neuer Termin ist noch nicht bekannt. 

Ab Mittwoch, heißt es, sollen auch die Staatsgrenzen für nicht-russische Bürger geschlossen werden, um die Verbreitung des Coronavirus weiter einzudämmen. Auch der Flugverkehr, insbesondere nach Europa, sei bereits jetzt stark eingeschränkt. Eine Einschätzung der tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen sei daher schwer vorzunehmen.   

Währenddessen habe die Regierung trotz steigender Umschlagzahlen der Ostseehäfen mit einer aufkommenden Finanz- und Wirtschaftskrise aufgrund der Ölpreise zu kämpfen. Der sowieso schon schwache Rubelkurs würde weiter sinken und die inländische Kaufkraft reduziert werden.

In Verbindung mit weiteren Einschränkungen durch das Coronavirus könnte dies schwere Folgen für die russische Wirtschaft mit sich bringen.

Aktuelle Infos zu Auswirkungen auf die einzelnen Marktregionen finden Sie außerdem auf den Seiten der deutschen Außenhandelskammer:



 

Pressekontakt

  • Bengt van Beuningen

    Bengt van Beuningen

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