• 07. April 2017
  • 10:20
  • Wirtschaft

Positive Erwartungen für 2017: Umsatzsteigerungen und Neueinstellungen bei Hamburgs Spediteuren

  • JOB-Motor Spedition - 30 Prozent der VHSp-Mitgliedsunternehmen planen Neueinstellungen.
  • Stiftung Lebensraum Elbe pflanzt und züchtet Schierlings-Wasserfenchel
  • Gastvortrag von Enak Ferlemann MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.
  • Tempo-30 auf Hamburger Hauptstraßen - Branche blickt kritisch auf die Regelung für Großstädte.
Der Verein Hamburger Spediteure e.V. empfängt über 260 Gäste aus Politik und Wirtschaft zu seiner 133. Ordentlichen Mitgliederversammlung im Hotel Hafen Hamburg.

„2017 wird voraussichtlich nach einem freundlichen Auftakt ein gutes Jahr“, eröffnet der Vorsitzer des Verein Hamburger Spediteure, Johan P. Schryver, die Mitgliederversammlung und berichtet über die aktuelle Lage des Hamburger Speditionsgewerbes. Dabei hebt er hervor, dass rund ein Drittel der Mitgliedsunternehmen Einstellungen für das laufende Jahr planen und sogar über 40 Prozent der Speditionen mit steigenden Umsätzen rechnen. Das ergab die jährliche Umfrage unter den 350 Mitgliedern des VHSp. Mit einer Beteiligungsquote von 50 Prozent gilt dieser Konjunkturindikator als das Barometer für das Speditions- und Logistikgewerbe der Hansestadt. „Vor dem Hintergrund der derzeitigen Hürden und Herausforderungen stellen Hamburgs Spediteure mit diesen Ergebnissen ihre Kompetenz und Reaktionsfähigkeit unter Beweis“, so Schryver. Der Vorsitzer zielt damit auf Themen wie die verzögerte Fahrrinnenanpassung und die Bildung von Allianzen unter den Linienreedereien ab.
 
Das Gerichtsurteil zur Elbvertiefung wurde vom Verein mit Enttäuschung zur Kenntnis genommen. Johan P. Schryver erklärt: „Der Schutz des Schierlings-Wasserfenchels ist ein maßgeblicher Auslöser für die erneute Verzögerung der Fahrrinnenanpassung. Eine Ironie, denn der Schierlings-Wasserfenchel lässt sich züchten und auch an anderen Stellen in der Elbe einpflanzen. So züchtet und pflanzt die unter anderem durch Hafengelder finanzierte Stiftung Lebensraum Elbe den Schierlings-Wasserfenchel seit Juni 2016 in der Elbe“.
 
In diesem Zusammenhang beschäftigt sich die aktuelle Fragestellung des Konjunkturindikators mit den Seehafenkooperationen und hinterfragt, ob eine politische Einflussnahme zu begrüßen wäre. Drei Viertel der Mitgliedsunternehmen sind der Auffassung, dass der Hafen auch weiterhin nach Effizienzkriterien gewählt wird, da die Ladung sich sprichwörtlich den schnellsten Weg sucht.
 
Der diesjährige Hauptredner der Jahreshauptversammlung, Enak Ferlemann MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, betont die Relevanz der durch den Bundesverkehrswegeplan beschlossenen Ausbauvorhaben: „Die Hamburger Metropolregion profitiert genauso wie der gesamte Norden von dem Bundesverkehrswegeplan 2030. Die Erreichbarkeit des Hafens und seine Hinterlandanbindungen werden sich wesentlich verbessern und die zum Teil angespannte Verkehrssituation spürbar entlasten. Die Infrastrukturprojekte sind gesichert und finanziert. Das gilt auch für die Elbvertiefung, für die 400 Millionen Euro im Bundeshaushalt reserviert sind. Wenngleich das Projekt mit Verzögerung umgesetzt wird.“
 
Mit großen Bedenken wird die neue Tempo-30-Steckenregelung gesehen, die eine Einrichtung von Tempo-30-Abschnitten vor Schulen, Kitas und Altenheimen ohne bürokratische Hürden zulässt. In Hamburg liegen zirka 550 dieser Einrichtungen an Hauptverkehrsstraßen. Das wird in einem Stadtstaat wie Hamburg den Wirtschafsverkehr stilllegen!
 
In Hamburg beschäftigen die Spediteure die jüngsten Entwicklungen in der Handelskammer. Willem van der Schalk, erster stellvertretender Vorsitzer, erläutert: „Mit der neuen Besetzung des Plenums wird die Hamburger Wirtschaft nicht mehr hinreichend repräsentiert. Es ist absehbar, dass in der Konsequenz die Bedeutung der Berufsverbände zukünftig steigen wird.“
 
Das Thema Ausbildung spielt unter den Hamburger Spediteuren eine große Rolle. Rund drei Viertel der Unternehmen bieten Ausbildungsplätze an, von denen jedoch im vergangenen Jahr 12 Prozent nicht besetzt werden konnten. Um den Nachwuchs für die verschiedenen Ausbildungsberufe in Spedition und Logistik zu begeistern, wirbt der VHSp aktiv in den Schulen, organisiert Betriebsbesichtigungen für Schulklassen und vermittelt Praktikumsbetriebe. Zusätzlich arbeitet der Verein eng mit den Berufsberatern der Agentur für Arbeit zusammen, mit deren Unterstützung eine jährliche Ausbildungsmesse ins Leben gerufen wurde.
 
In Bezug auf die zu erwartenden Transportpreise und Frachtraten rechnet die weit überwiegende Zahl der Unternehmen aus den Bereichen Straßengüterverkehr, Lager- und Distributionslogistik sowie Bahnverkehr mit einer stabilen Entwicklung. Hingegen prognostizieren 66 Prozent der Seefrachtspediteure und 38 Prozent der Speditionen aus der Luftfracht steigende Transportpreise und Frachtraten.
 
Über den Verein Hamburger Spediteure
Der Verein Hamburger Spediteure e.V. (VHSp) wurde bereits 1884 in der Hansestadt gegründet und hat rund 340 Mitglieder. Der VHSp vertritt die Interessen der Hamburger Spediteure auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene gegenüber anderen Wirtschaftsverbänden, der Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Neben einem umfangreichen und vielfältigen Informationsangebot bietet der VHSp seinen Mitgliedern auch Beratungen und regelmäßige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Als Tarifvertragspartner verhandelt der VHSp als Arbeitgebervertretung mit der zuständigen Gewerkschaft über Lohn-, Gehalts- und Manteltarifverträge.
 

Pressekontakt

Verein Hamburger Spediteure e.V.
Stefan Saß
Tel:  040 / 37 47 64 – 20
E-Mai: info@vhsp.de
www.vhsp.de
 

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