• 25. April 2019
  • 11:01
  • Wirtschaft

„Port of Hamburg“-Messebeteiligung auf der TransRussia in Moskau: viele neue Kontakte und zwei neue Kooperationen

Auf der größten in Russland stattfindenden Logistikmesse TransRussia ist der direkte Kontakt zwischen deutschen und russischen Partnern ein wichtiger Faktor, um im Geschäft zu bleiben.

Der von Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM) organisierte „Port of Hamburg“-Gemeinschaftsstand kam im neuen Design bei den zahlreichen Messebesuchern und den Vertretern der sich präsentierenden Unternehmen HHLA Hamburger Hafen- und Logistik AG, LHG Lübecker Hafengesellschaft, ECL European Cargo Logistics GmbH, METRANS a.s. und SAMSKIP GmbH sehr gut an. Zur offiziellen Eröffnung der Messe hielt Hamburgs Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Dr. Torsten Sevecke, ein Grußwort. Im Anschluss konnte der Staatsrat seine Kontakte zur russischen Seite in einem intensiven Gedankenaustausch vertiefen. Sehr erfolgreich verlief auch für die Gastgeber Logistics Alliance Germany e.V., die BVL Bundesvereinigung Logistik und HHM das „Deutsch-Russische Logistikforum“ zum Thema „Deutsch-Russische Kooperationen – Perspektiven im Verkehr und in der Logistik“. Mehr als 220 Gäste folgten mit großem Interesse den Fachbeiträgen. Besondere Aufmerksamkeit fanden die Fachvorträge über Logistik 4.0, Kontraktlogistik und die Neue Seidenstraße.

Die 24. internationale Messe TransRussia vom 15. bis 17. April war für die beiden Organisationen „Digital Transport and Logistics“ (DTL) und Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM) auch der passende Rahmen, um eine Kooperationsvereinbarung zu unterzeichnen. Der Verein DTL wurde 2018 durch die Russische Eisenbahn (RZD), Aeroflot, RT-Invest Transport Systems, Avtodor, Glosav, ZashchitaInfoTrans und Digital Radio Engineering Systems gegründet. DTL ist ein Kompetenzzentrum für gleichnamige Projekte des russischen Verkehrsministeriums.

Die neue Partnerschaft soll die Zusammenarbeit im Bereich Digitalisierung und die Entwicklung von Informationsdiensten unter Berücksichtigung internationaler Normen, Erfahrungen und geschäftlicher Bedürfnisse fördern. Der stellvertretende Verkehrsminister Russlands, Alexei Semenov, unterstrich bei der Unterzeichnung der Vereinbarung die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen DTL und dem größten Seehafen Deutschlands. "Der Erfahrungsaustausch zwischen den führenden Unternehmen der russischen Transportbranche und den Hafenunternehmen aus der Metropolregion Hamburg ist deshalb so wichtig, weil heute schon in Hamburg sehr viele digitale Lösungen und Dienstleistungen erfolgreich genutzt werden. Anwendungen, die auch zur Entwicklung der multimodalen Güterverkehre zwischen Russland und Deutschland beitragen können."

Ingo Egloff, Vorstand des Vereins Hafen Hamburg Marketing e.V., betonte in seiner Rede, dass für den Hamburger Hafen Russland einer der größten Partner im seeseitigen Güterumschlag sei. „Die Unterzeichnung des Memorandums und unsere vielversprechende Zusammenarbeit mit dem Verein „Digital Transport and Logistics“ ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer für beide Seiten auf geschäftlicher Ebene nutzbringenden Zusammenarbeit. Unsere Länder haben bereits heute bei der Digitalisierung im Transport- und Logistikbereich hohe Standards. Austausch und Kooperation können uns dabei helfen, schneller und einfacher neue Logistikketten zu bilden und digitale internationale Transportkorridore zu optimieren“, erklärte Egloff.

Anton Zamkov, Direktor von DTL und Generaldirektor von „RT-Invest Transport Systems“, sagte anlässlich der Unterzeichnung der Vereinbarung mit HHM, dass in Russland aus Sicht von Großspediteuren, Frachtführern und Einzelhandelsunternehmen die Bildung von digitalen Plattformen für den gesamten russischen Transportkomplex zwingend erforderlich sei. „Eine deutliche Kostenreduzierung im Transport- und Logistiksektor, eine Optimierung der staatlichen Vorschriften zur Regulierung der Verkehrsprozesse und die Automatisierung aller Verwaltungsvorgänge sind Herausforderungen, die es anzugehen gilt", erläuterte Zamkov.

Eine weitere Vereinbarung wurde im Rahmen des „Deutsch-Russischen Logistikworkshop“ in Moskau, auf dem sich Hafen Hamburg Marketing und Unternehmen der Logistik- und Verkehrswirtschaft präsentierten, zwischen der Unternehmensgruppe Rosatom, vertreten durch Alexandr Neklyudov, Direktor des Projekts AO Atomenergoprom bei Rosatom, und Ingo Egloff unterzeichnet. Rosatom ist von der russischen Regierung beauftragt worden, die Gebiete entlang der „Nördlichen Seeroute“ (NSR) zu entwickeln. Beide Seiten wollen die Zusammenarbeit zwischen den Häfen entlang der NSR und den Häfen der Metropolregion Hamburg stärken und ausbauen. Für das russische Staatsunternehmen Rosatom bietet die insgesamt rund 4800 Kilometer lange NSR ein enormes Potenzial für den Schiffsverkehr und den Transport von Gütern. So wurden im Jahr 2018 nach Auskunft von Rosatom rund 20,2 Millionen Tonnen Güter auf dem arktischen Seeweg transportiert. Die ganzjährige Schiffbarkeit entlang der NSR soll nach Vorstellung der russischen Entwicklungsbehörde bis 2030 erreicht werden. Dann könnte auch containerisierte Fracht und Massengut auf der NSR zum Beispiel von China und Russland die kürzere Route nach Hamburg nehmen. Erste Testtransporte verliefen erfolgreich. Die russische Seite rechnet bereits bis 2024 mit einer Steigerung der transportierten Güter auf 92,6 Millionen Tonnen. Für Rosatom ist Hafen Hamburg Marketing der richtige Partner, um durch eine konstruktive Zusammenarbeit die Regionen entlang der NSR mit dem größten deutschen Seehafen zu verbinden. HHM-Repräsentantin, Natalia Kapkajewa, sagte: „Handel und Schifffahrt verbinden Hamburg und Russland schon seit der Hanse. Die an Rohstoffen reichen Regionen Polar Ural, Yamal und Krasnojarsk werden sich durch einen leistungsfähigen Anschluss an die internationale Schifffahrt gut entwickeln. Unsere vielfältigen Kontakte und Verbindungen auf deutscher und russischer Seite werden dazu einen positiven Beitrag leisten“.

An der Schnittstelle zu den weltweiten Überseeverkehren übernimmt Hamburg heute bereits die Position eines zentralen Hubs für die Ostseeregion und ist für die Aufnahme von Verbindungen zu Verkehrsregionen entlang der NSR verkehrsgeografisch in Nordeuropa bestens positioniert.
 

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  • Bengt van Beuningen

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