• 27. März 2020
  • 13:30
  • Wirtschaft

Polen: Containerschiff- und Schienenverkehr fast nach Plan

Polen ist eine wichtige Marktregion für den Hamburger Hafen. Über Binnenschiff, Bahn und Lkw ist das Nachbarland hervorragend angebunden. Beim seeseitigen Containerverkehr mit Hamburg stand Polen 2019 mit über 200.000 TEU auf Platz 10 der wichtigsten Handelspartner.

Die Containerschifffahrt Polens zeigt sich bisher weitestgehend robust angesichts der Corona-Krise. Wenngleich der Umschlag in polnischen Seehäfen im Februar um knapp 2 Prozent abnahm, ergibt sich für Januar und Februar insgesamt eine Zunahme um 4,4 Prozent. Den stärksten Containerrückgang im Februar verzeichnete das BCT Terminal in Gdynia mit einem Rückgang von 10 Prozent. Grund hierfür ist nach Auffassung von Maciej Brzozowski, Leiter der Hafen Hamburg Marketing Repräsentanz in Warschau, vermutlich das starke Vorjahresergebnis und nicht die Corona-Krise. Der Containerumschlag des BCT Terminal lag im Februar noch bei 6 Prozent über dem Januar-Wert. Wie unser Kollege Maciej Brzozowski berichtet, können im April deutlichere Verluste entstehen, wenn Unternehmen in Polen und in anderen Ländern ihre Produktion einstellen. Derzeit kommt es bei der Abholung einzelner Exportcontainer bereits zu Verzögerungen. Eine große Mehrheit der vom Unternehmen Optibuy befragten Beschaffungsmanager meldet Lieferverspätungen. Die Verzögerungen betragen durchschnittlich 28 Tage. Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich angesichts der aktuellen Entwicklungen aber noch gut gewappnet.

Polen ist mit einem Marktanteil von 29,5 Prozent im Jahr 2018 Spitzenland der EU beim internationalen Straßengüterverkehr. Eine Blitzumfrage vom Verein der Internationalen Straßenfuhrunternehmen vom 9. März ergab, dass einige polnische Lkw-Transportunternehmer in den vergangenen Wochen die Hälfte ihrer Frachtaufträge einbüßten. Hiervon betroffen sind besonders Transporte von/nach Italien aber auch in andere südeuropäische Länder und Deutschland. Auslandsreisen werden vor dem Hintergrund von sich fast täglich ändernden Einreisebestimmungen  in Polen ungern durchgeführt. Die Generaldirektion der Landesstraßen und Autobahnen (GDDKiA) meldet für Polen einen Rückgang des Güterverkehrsaufkommens um 30 Prozent werktags und 50 Prozent am Wochenende im Vergleich von Kalenderwoche 12 zu 10.

Maciej Brzozowski sieht keine Einschränkungen im Güterverkehr per Eisenbahn. Die Verbindungen zwischen polnischen KV Terminals und dem Hamburger Hafen laufen. Wie andere Länder war Polen im Februar und noch Anfang März von ausbleibenden Lieferungen aus China betroffen. Aktuell gibt es wieder ein ansteigendes Ladungsaufkommen im Import und Export der Chinaverkehre. Viele Unternehmen beginnen bereits, ihre Lager wieder mit Ware aus China aufzufüllen.
 

Pressekontakt

  • Bengt van Beuningen

    Bengt van Beuningen

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