• 15. Juni 2017
  • 09:02
  • Hinterland

Österreichische Transportwirtschaft und Verladerschaft setzen auf den Hamburger Hafen

Österreich ist und bleibt einer der wichtigsten europäischen Hinterlandmärkte des Hamburger Hafens. Und das Bundesland Salzburg ist eine der Regionen mit dem stärksten Verkehrsaufkommen in den Bereichen containerisiertes Stückgut. Vor diesem Hintergrund veranstaltete die Repräsentanz von Hafen Hamburg Marketing am 8. Juni zum fünften Mal eine Informationsveranstaltung in Anif bei Salzburg, um über die neuesten Entwicklungen im Seehafenhinterlandverkehr zwischen Hamburg und Österreich zu unterrichten.

Zahlreiche Kunden und Partner aus der Transportwirtschaft und Verladerschaft aus Österreich, Deutschland und Tschechien folgten der Einladung. Mit 80 Teilnehmern war die Veranstaltung im Hotel Friesacher, zu der Hafen Hamburg Marketing gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Container Terminal Salzburg (CTS) einluden, restlos ausgebucht. CTS ist das wichtigste Umschlagterminal in der Region Salzburg und einer der umschlagstärksten Knotenpunkte für Bahnverkehre von und nach Hamburg.

Alexander Till, Leiter der Hafen Hamburg Repräsentanz Wien, verkündete erneut ein Rekordergebnis für den Hamburger Hafen in Österreich – rund 296.000 TEU wurden 2016 zwischen dem Hamburger Hafen und den österreichischen KV-Terminals transportiert, etwa 98 Prozent davon auf der umweltfreundlichen Schiene. Insgesamt entfallen rund 42 Prozent des österreichischen Containergesamtvolums auf Verkehre via Hamburg.

Till unterstrich zudem die Bedeutung der intensiven Zusammenarbeit des Hafen Hamburg mit den Hinterlandterminals in Österreich, wie dem CTS, und ging auf die Besonderheiten des österreichischen Marktes ein: Auf Grund seiner geografisch zentralen Lage werde Österreich von vielen Häfen bearbeitet. Die dominierende Stellung Hamburgs im Bereich des containerisierten Stückguts sei das Resultat einer hohen Frequenz an Containerganzzügen, die Österreich mit Hamburg verbinden, und der zahlreichen weltweiten Linienverbindungen, die Hamburg bietet. Zudem seien die Warenströme im Import und Export zwischen Österreich und Hamburg perfekt ausgewogen, sodass die Bahnoperateure in beide Richtungen voll ausgelastet sind. Till ist optimistisch, dass Hamburg seinen Platz an der Spitze halten kann. „Da es auf der Strecke Österreich-Hamburg keine nennenswerten Steigungen gibt, können die Züge mit nur einer Lok bis zu 92 TEU transportieren. Und das ermöglicht sehr attraktive Raten im Vor- und Nachlauf.“

Zum Abschluss seines Vortrags beleuchtete der österreichische Hafen Hamburg Repräsentant noch die Wettbewerbssituation. In den vergangenen Jahren haben die Westhäfen Rotterdam und Antwerpen im Bereich Container ständig Marktanteile in Österreich verloren. Dies sei zumal auf die größere Entfernung zurückzuführen und darauf, dass in den Niederlanden und Belgien die Stromversorgung für die Eisenbahn mit einer anderen Frequenz erfolgt als in Deutschland und Österreich. Das bedeutet: Entweder müssen spezielle Mehrsystemlokomotiven im grenzüberschreitenden Verkehr eingesetzt werden, oder das Umspannen auf eine geeignete Lok ist an der Grenze erforderlich. Beides ist mit deutlichen Mehrkosten verbunden. Die Südhäfen, hier vor allem der slowenische Hafen Koper, konnten ihre Stellung im österreichischen Hinterlandverkehr ausbauen. So rangiert Koper mittlerweile hinter Hamburg auf dem zweiten Platz.

Als weiterer Referent informierte Axel Mattern, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing, über die aktuellen Umschlagzahlen aus der Jahrespressekonferenz des Hamburger Hafens. Dabei hob er insbesondere die steigenden Volumen im Seehafenhinterlandverkehr beim Containertransport mit der Eisenbahn hervor. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Smart Port-Initiative des Hamburger Hafens. Mattern erläuterte die Ansätze, die Hamburg im Bereich der Digitalisierung verfolgt und zeigte die Optimierungspotenziale auf.

Andreas Stepan, ehrenamtlicher Präsident der Vereinigung österreichischer Schifffahrtsagenten ging in seinem spannenden Vortrag auf die Situation in der Seeschifffahrt ein. Dabei erläuterte er insbesondere die Neuausrichtung der Reedereiallianzen in der Containerschifffahrt und die Schiffsgrößenentwicklung sowie die möglichen Auswirkungen für die Beteiligten in der Transportkette.

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Teilnehmer bei einem Abendessen intensiv die Gelegenheit zu Fachgesprächen und zur Erweiterung des persönlichen Netzwerks.

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