11. Februar 201414:07

Oberelbe-Häfen trotzen den Wetterkapriolen: Schiffsumschlag steigt um 8,3 %

Trotz eingeschränkter Transportbedingungen auf deutschen Wasserstraßen (Hochwasser, Niedrigwasser, Schleusenstreiks) konnten in den 6 Binnenhäfen des SBO-Hafenverbundes (Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH) im Jahr 2013 insgesamt 2,67 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen werden. Das entspricht einem Zuwachs von 26.000 Tonnen bzw. einer Steigerung von 1 % gegenüber dem Vorjahr 2012. Zum Hafenverbund gehören die Binnenhäfen in Dresden, Riesa, Torgau, Decin, Lovosice und Dessau-Roßlau.

Obwohl das Junihochwasser den Umschlagbetrieb in den Oberelbe-Häfen nahezu vier Wochen behinderte und auch ca. 6 Wochen danach noch für Einschränkungen sorgte, stieg der Binnenschiffsumschlag des Hafenverbundes im Jahr 2013 um 8,3 % auf über 497.000 Tonnen. Vor allem die Binnenhäfen Riesa, Torgau und Roßlau konnten eine deutliche Steigerung des Schiffsumschlages um 49 % (Riesa), 18 % (Torgau) und 21 % (Roßlau) erzielen. Zu den im Hafenverbund transportierten Gütern gehörten Container, Getreide, Düngemittel, Stahlprodukte, Stammholz, Flussspat, Schrott und Projektladungen.

Der Güterumschlag per Eisenbahn des Hafenverbundes betrug im Jahr 2013 knapp 651.000 Tonnen (- 9,8 %). Dabei konnten die Häfen Dresden und Torgau Zuwächse beim Eisenbahngüterverkehr von 3,6 % (+ 6.280 Tonnen; Dresden) und 289 % (+ 3.734 Tonnen; Torgau) verzeichnen. Hier wurden zum Beispiel Schrott, Düngemittel, Kalk, Splitt und Kohle umgeschlagen.

Durch die Vernetzung der drei Verkehrsträger Binnenschiff, Bahn und LKW konnten die Binnenhäfen der verladenden Wirtschaft auch im Jahr 2013 zuverlässige Transportketten anbieten. Die seit 1995 bestehende Elbe-Container-Linie (ECL2000) verkehrt zweimal wöchentlich zwischen den Häfen Riesa, Aken, Magdeburg und dem Seehafen Hamburg. Die mit der ECL2000, aber auch mit der Ganzzugverbindung Albatros-Express ab dem Hafen Riesa (4 Abfahrten pro Woche) transportierten Container trugen im Jahr 2013 wesentlich zum Erfolg des Hafenverbundes bei. Insgesamt wurden über 37.000 TEU (Containereinheiten) in den Binnenhäfen umgeschlagen.

In den Häfen Dresden, Lovosice und Roßlau wurden auch im Jahr 2013 wieder zahlreiche Anlagen wie Module, Maschinenteile, Turbinen, Transformatoren, Rotoren, Motoren, Kisten und Generatoren umgeschlagen. Damit haben sich diese Standorte als hervorragender Dienstleistungsstandort für den Umschlag von Projektladungen etabliert. Die SBO konnte ihren anteiligen Umsatz im Projektladungsbereich um 20 % steigern. Zu den Bestimmungsländern der Projektladungen gehörten zum Beispiel Saudi-Arabien, Malaysia, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Niederlande, Frankreich und die Türkei.

 

Für den Ausbau des Dienstleistungsangebotes investierte der Hafenverbund im Jahr 2013 in zwei wichtige Projekte: Im Alberthafen Dresden-Friedrichstadt wurde die Gleis- und Straßenanbindung Richtung Flügelwegbrücke ausgebaut und ertüchtigt. Der Neubau eines Gleises und einer Weiche sowie die Anpassung der vorhandenen Kurvenradien der Hafenstraße wurden aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Investition der SBO ging mit der Errichtung einer Dieseltankstelle für Lokomotiven durch eine im Hafen Dresden ansässige Firma einher.

Im Hafen Riesa konnte die SBO die Qualität ihrer Dienstleistungen mit der Erweiterung des Logistikgeschäftes erhöhen. Seit Oktober 2013 führt die SBO den LKW-Transport der Container vom Hafen zu den Kunden in der Region im Auftrag der TFG Transfracht in Eigenregie durch. Dafür kommen zwei eigene Fahrzeuge der SBO sowie weitere Fahrzeuge von Logistikpartnern zum Einsatz. Bisher hat die SBO in der Transportkette lediglich die Containertransporte vom Hafen Riesa zu den deutschen Seehäfen und retour per Binnenschiff oder Bahn organisiert.

Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO) – Dresden, Riesa, Torgau

Česko-saské přístavy s.r.o. (CSP) – Děčín, Lovosice

Industriehafen Roßlau GmbH (IHR) – Dessau-Roßlau

 

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