04. Februar 201609:44Wirtschaft

Oberelbe-Häfen bleiben auf Kurs: Trimodalität zahlt sich aus

Der Hafenverbund der SBO (Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH) hat im Jahr 2015 das drittbeste Güterumschlagsergebnis seit 1990 erreicht: Insgesamt wurden 2,74 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Das entspricht einem Rückgang von 111.000 Tonnen (- 3,9 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Eine Verschlechterung des Binnenschiffsumschlages aufgrund lang anhaltend niedriger Wasserstände konnte dank der trimodalen Aufstellung der Oberelbe-Häfen durch ein Wachstum im Eisenbahnumschlag ausgeglichen werden. Zum Hafenverbund gehören die Binnenhäfen in Dresden, Riesa, Torgau, Mühlberg, Decin, Lovosice und Dessau-Roßlau.

Beim Containerumschlag im Hafen Riesa konnte wieder annähernd das Vorjahresergebnis erreicht werden. Insgesamt wurden 40.800 TEU (Containereinheiten) umgeschlagen – ein leichter Rückgang von 1.000 TEU gegenüber 2014. Die Container werden zweimal wöchentlich mit der Elbe-Container-Linie und fünfmal wöchentlich mit der Ganzzugverbindung Albatros-Express zwischen Riesa und Hamburg/Bremerhaven transportiert.

Ein verstärktes Wachstum im Güterumschlag war im Jahr 2015 bei den Hafenanliegern zu verzeichnen. Der Güterverkehr per Eisenbahn stieg um 5,72 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit zeigt sich immer mehr die Notwendigkeit, dass den angesiedelten Unternehmen in den Häfen trimodale Infrastrukturen zur Verfügung gestellt werden.

Besonders positiv hat sich der Güterumschlag in den beiden tschechischen Häfen Decin und Lovosice entwickelt. Trotz Niedrigwasser konnten 13,11 Prozent (50.000 Tonnen) mehr Güter umgeschlagen werden. Dabei legte vor allem der Güterverkehr per Eisenbahn mit Steigerungen von 72 Prozent (Decin) und 117 Prozent (Lovosice) kräftig zu. Per Waggon wurden z.B. Getreide, Schrott und Kohle umgeschlagen.

Ab Mitte Mai 2015 hatten die Oberelbe-Häfen mit den anhaltend niedrigen Wasserständen der Elbe zu kämpfen. Pegelstände von 50 cm führten zur monatelangen Einstellung der Binnenschifffahrt. Dadurch sank der Güterumschlag per Binnenschiff in den Oberelbe-Häfen um 32,3 Prozent auf 210.000 Tonnen. Dennoch konnten die Binnenhäfen Roßlau und Riesa eine Steigerung des Schiffsumschlages um 15 Prozent (Roßlau) bzw. 1 Prozent (Riesa) erzielen. Zu den per Binnenschiff transportierten Gütern gehörten Container, Getreide, Düngemittel, Stammholz und Stahlprodukte.

Die Häfen Dresden und Lovosice haben sich zu hervorragenden Dienstleistungsstandorten für den Umschlag von Projektladungen entwickelt. Im Jahr 2015 wurden wieder zahlreiche hochwertige Industriegüter, wie Turbinen, Transformatoren, Rotoren, Motoren, Maschinenteile, Kisten und Generatoren aufs Binnenschiff umgeschlagen. Zu den Bestimmungsländern der Projektladungen gehörten zum Beispiel Saudi-Arabien, Malaysia, die Vereinigten Arabischen Emirate und Dubai.

Für den Ausbau des Dienstleistungsangebotes investierte der Hafenverbund im Jahr 2015 in folgende Projekte:
Im Hafen Dresden wurde der mobile Liebherr Raupenkran LR 1600/2 in Betrieb
genommen, um den Hafen als wichtige Drehscheibe für den Maschinen- und Anlagenbau weiterzuentwickeln. Damit können Güter mit Stückgewichten von bis zu 600 Tonnen umgeschlagen werden. Außerdem wurde die Errichtung neuer Abstellflächen für Lkws abgeschlossen. Beide Investitionsmaßnahmen wurden aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Im Hafen Riesa wurden vier EFRE-Investitionsmaßnahmen abgeschlossen: Errichtet
wurden eine neue Containerservicehalle, ein neues Containerabfertigungsgebäude, eine neue südliche Hafenerschließungsstraße sowie eine neue Containerabstellfläche. Die neuen Infrastrukturen sind ein wesentlicher Schritt zur weiteren Optimierung der logistischen Prozesse im Hafen Riesa. Damit hat die SBO den ersten Meilenstein für den zukunftsfähigen Ausbau des Hafens Riesa zum modernen trimodalen Containerterminal gelegt.

Im Hafen Torgau wurde mit dem Ersatzneubau der Kaimauer begonnen. Die Maßnahme ist Bestandteil der grundlegenden Ertüchtigung des Hafens. Insgesamt sollen rund neun Millionen Euro für den Ersatzneubau der Kaimauer, einen neuen, modernen Hydraulikkran sowie die Ertüchtigung der Gleisanlagen, Flächen und innerbetrieblichen Straßen und Lichtanlagen investiert werden. Die Investition wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

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