• 16. August 2018
  • 10:55
  • Wirtschaft

Norddeutscher Maschinen- und Anlagenbau ist 2018 auf Wachstumskurs

Trotz der wirtschaftspolitischen Spannungen im In- und Ausland erwarten die Unternehmen des norddeutschen Maschinenbaus zu 80 Prozent eine Zunahme der Umsätze. "Das liegt zum einen an den derzeit guten bis sehr guten Auftragseingängen und zum anderen an der Zuversicht bei 90 Prozent der Unternehmen, dass dies auch in den nächsten sechs Monaten so weitergeht", sagt Dr.-Ing. Jörg Mutschler, Geschäftsführer des VDMA Nord.
 
Digitalisierung und Fachkräftemangel
Die aktuelle Konjunkturumfrage unter den 350 Mitgliedern des VDMA Nord in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen zeigt auf, wo die zukünftigen Herausforderungen für die Branche liegen, nämlich in der Digitalisierung und in der Nachwuchsgewinnung. 75 Prozent der Unternehmen suchen Mitarbeiter und können die offenen Stellen nur schwer besetzen. 70 Prozent der Unternehmen suchen Ingenieure in der Entwicklung und Konstruktion. "Bei stetigem Zuwachs an Mitarbeitern nimmt der Bedarf gerade auch bei IT-Kräften deutlich zu", erläutert Mutschler. "Das ist derzeit unser größtes Wachstumshindernis."
 
Exportbranche Maschinenbau
Die norddeutschen Maschinen- und Anlagenbauer exportieren 75 Prozent ihre High-Tech Produkte in die ganze Welt. Einschränkungen des freien Handels treffen die Branche direkt. Noch laufen die USA-Exporte der Unternehmen gut. Bei Großbritannien sieht es inzwischen jedoch anders aus, nur 27 Prozent der befragten Firmen sprechen von guten und sehr guten Erwartungen. Im Euroraum (EU 19) dagegen sprechen 65 Prozent der Maschinenbauer von guten und sehr guten Geschäftserwartungen. "Für 2018 rechnet der VDMA mit einem Lieferrückgang in das Vereinigte Königreich, ausgelöst durch allgemeine Unsicherheit und den Kursverfall des Pfund", sagt Mutschler. Hoffnung setzt man auf Freihandels- und Partnerschaftsabkommen, die die schlimmsten Handels- und Geschäftsbarrieren durch den Brexit verhindern könnten.
 
Botschaft an die Politik: Bürokratische Belastungen abbauen
Die Betriebe fordern einen Abbau bürokratischer Belastungen. Der Maschinenbau kämpft derzeit insbesondere mit den zuletzt extrem verschärften Meldepflichten bei der Entsendung von Mitarbeitern innerhalb der EU. „Beinahe jeder Verkauf einer Maschine oder Anlage ist im Maschinenbau mit Montage, Inbetriebnahme und Wartung verbunden. Die bürokratische Ausgestaltung der Europäischen Entsenderichtlinie trifft uns daher ganz besonders. Wir benötigen hier schnellstmöglich eine Vereinfachung und Vereinheitlichung“, fordert Mutschler.

Pressekontakt

VDMA - Nord
Dr. Jörg Mutschler
+49 40 50 72 07-0
nord@vdma.org
 

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