• 02. Juli 2020
  • 09:55
  • Wirtschaft

„NOK Befahrungsabgaben werden gestrichen“ – Initiative Kiel-Canal begrüßt entschlossenen Schritt der Politik

Die Initiative Kiel-Canal hat sich in den vergangenen Monaten mit Unterstützung der fünf norddeutschen Bundesländer und des Zentralverband Deutscher Schiffsmakler beharrlich für die Aussetzung der Befahrungsabgaben für den Nord-Ostsee-Kanal eingesetzt und begrüßt die heute getroffene Entscheidung des Bundes, auf die Befahrungsabgaben bis zum 31.12.2020 zu verzichten.

„Hervorgerufen durch der Corona-Krise steht die maritime Wirtschaft unter massivem Kostendruck und so erlebt der Verkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal einen noch nicht dagewesenen Rückgang“, betont Jens Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal.

Dieser Rückgang basiere hauptsächlich auf den gegenwärtig historisch niedrigen Bunkerpreisen, die für den Nord-Ostsee-Kanal zu einem erheblichen Wettbewerbs­nachteil gegenüber dem Umweg um Skagen führen würden. Die Route um Dänemark sei zwar länger und weniger umweltfreundlich, dafür aber frei von Befahrungsabgaben. 
 
„Das Aussetzen der Befahrungsabgaben ist ein wichtiger Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Nord-Ostsee-Kanals wiederherzustellen. Er wird der Bedeutung des Nord-Ostsee-Kanals gerecht, denn dieser sichert über 3.000 Arbeitsplätze in der Region und allein im Hamburger Hafen rund 51 Millionen Tonnen Ladung Gesamtumschlag“, stellt Knudsen heraus.  Knudsen zeigt auf, dass auch exportorientierte Bundesländer wie z. B. Bayern und Baden-Württemberg auf den Hamburger Hafen und einen funktionieren Nord-Ostsee-Kanals angewiesen seien, da diese“ Logistikdrehscheibe“ für Exporte in den Baltischen Raum und den Anschluss an internationale Transportketten von zentraler Bedeutung sei.
 
Laut Knudsen wäre jetzt eine Prüfung nötig, ob das zeitlich befristete Aussetzen der Abgaben ausreicht oder eine dauerhafte Aussetzung gesamtwirtschaftlich die bessere Lösung darstellen würde. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass im vergangenen Jahr der Bund  zwecks Wettbewerbsstärkung der alternativen Verkehrsträger Bahn und Binnenschifffahrt dauerhaft auf jährliche Einnahmen in Höhe von 350 Millionen Euro bei der Bahn und 35 Millionen Euro bei den Schifffahrtsabgaben für die süddeutschen und norddeutschen Binnenwasserstraßen verzichtet hat. Ausgenommen wurden nur der Nord-Ostsee-Kanal und die Mosel.
 

Pressekontakt

Initiative Kiel-Canal e.V.
Jens B. Knudsen
Tel.: 0431-9810
E-Mail: j.knudsen@sartori-berger.de
 

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