26. August 201509:18Schifffahrt

Neustart nach 14-jähriger Flaute - Neue Elbfähren nehmen den Betrieb zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel wieder auf

14 Jahre lang herrschte Flaute auf der Strecke Cuxhaven-Brunsbüttel – jetzt kommt wieder Leben in die jahrhundertealte Elb-Verbindung: Am 20. August 2015 nimmt die neu gegründete Reederei ELB-LINK GmbH den Betrieb auf. Mit täglich bis zu zwölf Abfahrten in jeder Richtung pendeln zunächst zwei Fähren im 90-Minuten-Takt zwischen dem Anleger Steubenhöft in Cuxhaven und Brunsbüttel. Die Fahrtzeit wird ca. 70 Minuten betragen. Ab 2017 ist der Einsatz eines dritten Schiffs geplant. An Bord und an Land entstehen rund 45 neue Arbeitsplätze.
 
Mit dieser neuen Verbindung gewinnt der Nord-Süd-Verkehr von und nach Dänemark eine wichtige Trasse zurück, die insbesondere den Knotenpunkt Hamburg samt Elbtunnel entlastet. Sowohl im Fracht- wie auch im Passagierverkehr wachsen Schleswig-Holstein und Niedersachsen noch enger zusammen. Urlauber aus Deutschland und den Benelux-Staaten erreichen entspannter ihre Ferienziele im Norden und vice versa: 30 Kilometer Wasserlinie statt 200 Kilometer Landstraße, 11/4 Stunden an Bord statt 31/4 Stunden hinterm Lenkrad – oder, wie ELB-LINK-Geschäftsführer Christian Schulz sagt: „Eine kleine Seereise über die Elbe statt Stau auf der A7.“ Schulz weiter: „Gerade für Urlauber, die schon eine längere Strecke hinter sich haben, bietet die Fährpassage eine erfrischende Pause auf dem Weg in die Ferien und willkommene Abwechslung für Kinder an Bord.“
 
Gutachter bescheinigen der Fährverbindung Brunsbüttel-Cuxhaven enormes Potenzial. Das Planungs- und Ingenieurbüro BalticMarineConsult GmbH aus Rostock ging bereits in einer 2012 erstellten Studie von einem Verkehrsaufkommen von jährlich 265.000 Pkw, 625.000 Passagieren und 48.000 Frachteinheiten aus. Für Geschäftsführer Schulz spielt denn auch das Cargo-Segment eine herausragende Rolle für die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens: „Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an einer Lösung für die immense Nachfrage nach Trailer-Transporten. Auch die Erhöhung der Zahl an Abfahrten speziell für Fracht-Bedarf über die westliche Elbe ist bereits in Planung.“
 
Wie das Unternehmen mitteilte, kommen zwei erst fünf Jahre alte Doppelendfähren zum Einsatz, die bislang im Inselverkehr vor Estland fuhren. Die Schwesterschiffe wurden 2010 auf der norwegischen Fiskerstrand-Werft gebaut, sind 88,55 Meter lang und 16 Knoten schnell. Passagiere an Bord freuen sich über den besonders leisen und vibrationsarmen diesel-elektrischen Antrieb. Auf den Autodecks ist Platz für 150 Pkw bzw. 55 Pkw und 16 Lkw. Die mit Café und Restaurant ausgestatteten Fähren befördern bis zu 600 Personen.
 
Zuvor allerdings feierten die Betreiber am 19. August 2015 eine Doppelschiffstaufe. Im Beisein des niedersächsischen Verkehrsministers Olaf Lies und seines schleswig-holsteinischen Amtskollegen Reinhard Meyer wurden die neuen Elbfähren auf die Namen „Grete“ und „Anne-Marie“ getauft. Damit erinnert ELB-LINK an die Pionierleistung der Cuxhavener Unternehmerin Greten Handorf, die vor rund 100 Jahren mit zwei Kuttern gleichen Namens die erste regelmäßige Fährverbindung nach Brunsbüttel aufnahm. Taufpatin der „Grete“ ist die Staatssekretärin im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium, Daniela Behrens.
 
Damit den Fahrgästen von heute lange Wartezeiten erspart bleiben, setzt die Reederei auf ein eigens entwickeltes intelligentes Buchungssystem. Damit sind Ticketbuchungen mit wenigen Klicks direkt auf der Website www.elblink.de möglich – oder mobil noch während der Fahrt in Richtung Elbe. Passagiere erhalten einen stets aktuellen Überblick über die noch freien Plätze auf den Autodecks – und können sich spontan und kurzfristig zwischen Fährpassage oder Landweg entscheiden. Außerdem gibt es Fahrkarten auch ganz klassisch in den Hafenbüros von ELB-LINK direkt am Anleger zu kaufen.

Für die Verkehrs-Infrastruktur im Norden bedeutet die neue Fährverbindung einen wichtigen Lückenschluss insbesondere für die Anbindung an Skandinavien sowie die baltischen Staaten. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands und im Zuge der EU-Osterweiterung hat sich rund um die Ostsee eine bedeutende, maritim orientierte Wirtschaftsregion entwickelt, die unter anderem auch mit der langfristig geplanten Küstenautobahn A20 samt Elbquerung bei Glückstadt erschlossen werden soll. Bis zu deren Fertigstellung erwarten Politik und Investoren gerade von der neuen Fährverbindung bedeutende wirtschaftliche Impulse für Schleswig-Holstein und ganz Norddeutschland.

Buchung und Informationen:
ELB-LINK Reederei GmbH
Albert-Ballin-Platz 3
27472 Cuxhaven
Tel. +49 (0) 4721 30 06 300
info@elb-link.de
www.elb-link.de
 

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